Wie man sich mit Gold-, Öl-, Gas, anderen Rohstoffen und Luxus-Stocks gegen die kommende Inflation schützen könnte!

21.05.2021 um 13:55 Uhr

Liebe Leser,

die Inflation ist eine heimtückische Bedrohung, eine Kraft, die Investitionsrenditen wegfrisst und sowohl die jahrelangen Ersparnisse als auch die momentane Kaufkraft sehr stark verringert und im Worstcase sogar vernichten kann. Jeder von uns hat bereits mitbekommen, dass wir angesichts der immer noch herrschenden COVID-Pandemie, in den Zeiten der globalen ultralockeren Geldpolitik leben. Und dies wird in den späteren Perioden selbstverständlich Folgen in Form der Inflation haben.  Ob die steigende Inflation vorübergehend ist, wie es die Zentralbanker behaupten, oder etwas länger anhalten wird, lässt sich zu diesem Zeitpunkt nicht 100%ig einschätzen. Doch wie die Geschichte es schon mehrmals zeigte, kann sich selbst ein gutkontrolliertes Lagerfeuer unter ungünstigen Bedingungen sehr schnell zu einem riesigen Waldbrand entwickeln. Aus diesem Grund ist es nun wichtig, angesichts beunruhigender Signale, wie etwa die weiterhin anhaltende ultralockere Geldpolitik, bei einer schwachen Wirtschaftsleistung und schon einer schneller als erwartet steigenden Inflation, sich gegen ein mögliches Worstcase-Szenario zu rüsten. Und daher schauen wir uns heute zunächst oberflächlich an, wie man als langfristiger Investor mögliche Inflationsrisiken minimieren kann.

In erster Linie sind es gut bekannte Gold-Aktien, die wir in den vergangenen Monaten angesichts des steigenden Goldpreises schon sehr oft thematisiert haben. Diese eignen sich gut als eine konservative und schützende Depot-Beimischung gerade in den Zeiten, wo die Angst vor der kommenden Geldabwertung anfängt, kontinuierlich an Stärke zu gewinnen. Gold stellt dabei für die Investoren einen psychologischen Zufluchtsort dar, was man nicht ignorieren dürfte.

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Doch viel interessanter aus Sicht möglicher Rendite ist die Fokussierung auf einige Rohstoffaktien. Denn wie die Geschichte es schon mal in der Mitte 1960er bis Anfang 1980er schon zeigte, waren es gerade Öl-, Gas-, Landwirtschaft- sowie Minenbetreiber- und Metall-Aktien, die den Gesamtmarkt auf einer breiten Ebene Outperformt haben.

Die Fokussierung auf Rohstoff-Aktien heute macht ebenfalls Sinn, denn was wir hier gerade erleben, ist die Folge der Jahrzehntelanden Unterfinanzierung, bei explosionsartig gestiegener Nachfrage. Und daher haben wir nun eine unikale Situation, wo die enorm hohe Nachfrage auf sehr begrenzte Ressourcen (Holz, Kupfer, Stahl, Aluminium etc.) trifft, was letztendlich zum überproportional hohen Anstieg der jeweiligen Preise führt. Dabei lässt sich diese Situation selbst im relativ einfachen Stahl-Sektor schnell nicht zu beheben. Und daher ist es sehr wahrscheinlich, dass die hohen Rohstoffpreise sich bis in die zweite Hälfe 2022 und ggf. darüber Hinaus anhalten werden.

Von diesem Standpunkt aus betrachtet, ergibt eine mittel- bzw. langfristige Investition (als Depot-Beimischung) in einige spannende Rohstoff-Stocks bzw. Minenbetreiber und Basic-Material-Produzente vor dem Hintergrund zunehmender Inflationsängste noch mehr Sinn. Und daher sollte man schon jetzt anfangen, etwas intensiver Richtung bekannter Energiekonzerne wie Chevron (CVX), EOG Resources (EOG), die in der Landwirtschaft, Bergbau und Construction tätigen Caterpillar (CAT) und Deere (DE) sowie die, in der modernen Welt absolut unabdingbaren Wasserversorger wie Xylem (XYL) und Müllentsorger wie Republic Services (RSG) zu schauen.

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Explizit wichtig ist nun die Entwicklung rund um den Öl-Preis (Marke Brent) zu erwähnen. Dieser ist an der psychologisch wichtigen Marke von 70 USD angekommen und diese Grenze hat historisch, in den letzten 20 Jahren einen sehr wichtigen Punkt markiert. Denn gerade an dieser Stelle ging es meistens mit dem Öl-Preis entweder sehr schnell nach oben oder eben sehr schnell nach unten. Daher ist en nun wichtig zu beobachten, ob diese Gesetzmäßigkeit sich in den kommenden Monaten bestätigen wird. Denn gerade davon wird auch weiters Vorgehen bei den Investments in Öl-Aktien und Co. abhängen.

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Eine weitere Variante, wie man sich gegen die Inflation schützen könnte, ist die alte, gut bekannte Investment-Form in Luxus-Waren, die aufgrund ihrer Seltenheit und des exklusiven Charakters mit der Zeit nur noch an Wert gewinnen.

Die Rede ist hier nicht nur von super-exklusiven seltenen Schweizer Uhren und Co., sondern auch von sog. Luxus-Stocks, wie LVMH, Kering, Pernod Richard, Pandora etc. Explizit geht es in diesem Trend, bei normalen Bedingungen darum, das Bedürfnis der Konsumenten zu befriedigen, sich durch eine exklusivere Kleidung, Schuhe oder andere Wertgegenstände und Accessoires von der Masse abzusetzen und somit die eigene Individualität besser zum Ausdruck zu bringen. Dabei ist die Anziehungskraft des luxuriösen Lebens sowohl im kommunistischen China, in ärmlichen Regionen in Asien und Afrika, aber auch im wohlhabenden Europa und Nordamerika gleich stark und mündet oft in einem völlig irrationalen Konsumverhalten. Im Fall der Mode- und Luxusindustrie hat man gelernt, diese völlig menschliche Schwäche zu nutzen und erfolgreich in Kapital umzuwandeln. Mittlerweile sind Modekonzerne in der Lage, die Trends selbst zu bestimmen und die Bedürfnisse ihrer Konsumenten entsprechend zu steuern.

Sollten jedoch Inflationsängste bei den normalen Menschen an Stärke gewinnen, so wäre es u.U. möglich, dass sie aus Angst vor Geldverfall es verstärkt für Luxus-Sachen (als Value-Storage) ausgeben würden. Und genau dies würde Luxus-Stocks einen weiteren temporären Impuls geben. Sonst sollte man diese Aktien ganz einfach (über die Jahre hinweg) in den üblichen Korrekturphasen einsammeln und am besten niemals verkaufen.

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Viel Erfolg und bleiben Sie profitabel!

Hinweis: Die veröffentlichten Tradingsignale und Empfehlungen dienen lediglich der allgemeinen Information, sie sind keine Beratung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes und stellen kein Angebot und keine Aufforderung zum Kauf, Halten oder Verkauf von Wertpapieren oder Derivaten dar. Sie entsprechen lediglich der aktuellen Einschätzung des verwendeten Handelssystems.
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