GreenEnergy-Trend: 369 Mrd. USD für Klimaschutz - die US-Politik machts möglich!

10.08.2022 um 14:41 Uhr

Liebe Leser,

die politische Initiative zur GreenEnergy-Förderung in den USA nimmt nun konkretere Züge ein. Die Gesetzesinitiative heißt jetzt Inflation Reduction Act 2022 und ist im Wesentlichen eine abgespeckte Version des 1,8 Bil. USD schweren Build Back Better Acts. Dennoch geht es hier um die Ausgaben von 369 Mrd. USD, die in den nächsten 10 Jahren u.a. in den Klimaschutz und Energiesicherheit investiert werden sollen. Dabei will die USA, CO2-Emissionen bis 2030 um etwa 40 % reduzieren und an dieser Stelle sieht es endlich gut aus, denn die politische Unterstützung zu diesem Zeitpunkt voll und ganz vorhanden zu sein scheint. Für langfristig orientierte Investoren ist es nun ein sehr interessanter Zeitpunkt, um sich eine Liste von möglichen Top-Profiteuren. Und unsere Übersicht sieht wie Folgt aus.


https://viz.traderfox.com/peer-group-tabelle/DE000A0D6554/EI/nordex-se/aktien-17495072-3925074-20182-7873364-17075676-21526-21638-21416-64347-1659027-1622896-62819-9108013-63727-48567-6687021-8631585-8630814

E-Mobility-Stocks

Die neue Gesetzesinitiative sieht Steuervergünstigungen für E-Auto-Käufer in Höhe von bis zu 7.500 USD (Neuwagen) und bis zu 4.000 USD, wenn man sich für den Kauf eines gebrauchten E-Atos entscheidet. Das Programm für Neuwagen läuft bis 2032 und ist nur für Haushalte mit geringerem Einkommen (< 150.000 USD/Jahr) gedacht. Wer weniger als 75.000 USD pro Jahr verdient, bekommt die Möglichkeit, einen Gebrauchtwagenkredit zu beantragen. Doch es werden nicht alle Autos gefördert. Die Preisobergrenze für normale E-Fahrzeuge liegt bei max. 55.000 USD und bei den SUVs, Pick-ups und Vans bei 80.000 USD.

Zu erwarten wäre hier also eine partielle Umstellung der E-Autokonzerne auf die Massenproduktion von günstigeren Elektroautos, um der, wegen der staatlichen Förderung in den kommenden Jahren schnell wachsenden Nachfrage gerecht zu werden. Top-Profiteure dieser Tendenz wären eindeutig Konzerne wie Tesla (TSLA), Ford (F), General Motors (GE) aber auch kleinere Anbieter, die es schaffen werden, in eine oder andere Nische des E-Mobility-Trends hineinzuschlüpfen.



E-Mobility-Infrastruktur

Ausbau der Lade-Infrastruktur ist ein kritisch wichtiges Investment-Feld, denn ohne eines breiten und gutfunktionierenden Lade-Netzwerks, wird man den ersehnten Umstieg auf Elektroautos kaum pushen können. Daher ist es mehr als wahrscheinlich, dass primäre Investments genau in diese Nische des E-Mobility-Trends fließen werden. Und genau aus diesem Grund sollten Investoren und Trader und den kommenden Monaten Tech-Stock wie ChargePoint (CHPT) und Blink Charging (BLNK) im Blick behalten, denn beide Konzerne beschäftigen sich mit der Herstellung und dem Betrieb von Ladesäulen für E-Autos.

Sollte es also zu hohen Investments in diesem Segment kommen, so wären sie eindeutig Profiteure der ersten Stunde. Blink verfolgt dabei einen sehr effektiven Ansatz zur Monetarisierung seiner Produkte. Dazu errichtet man einerseits eigene Ladestation-Netze, die im Konzernbesitzt bleiben und von firmeneigenen Spezialisten gewartet werden. Der Kunde erhält somit den Ladeservice und Blink den größten Teil des Umsatzes. In anderen Fällen verkauft oder vermietet Blink Geräte sowie Ladestationen-Verwaltungssoftware zur effektiven Steuerung, die bspw. von Drittanbietern zur Überwachung eigener Netze und ihrer Monetisierung verwendet wird. Die Story rund um ChargePoint ist ähnlich. Anzumerken bleibt lediglich, dass beide Konzerne in Nordamerika bereits eine führende Marktpositionierung haben.



Windkraft-Segment

Der zweite Top-Profiteur der angelaufenen Gesetzesinitiative wäre der Windkraft-Segment, da diese Technologie, ob On- oder Off-Shore wohl am einfachsten zu etablieren wäre. Zumal der Wind im Vergleich zum starken und dauerhaften Sonnenlicht, als treibende Kraft für Green-Energy-Plants in jeder Ecke der USA im großen Maß vorhanden ist. Aus diesem Grund sollte man die Aktien führender Windkraftanlagebauer wie Nordex und Vestas ganz bestimmt im Blick haben, denn beide Konzerne verzeichneten im vergangenen Jahr eine regelrechte Auftragsflut u.a. aus den USA, wo sie ebenfalls ein starkes Geschäft haben.

Gesondert interessant ist die Aktie von TPI Composites (TPIC), die wegen dem Analystenimpact angesprungen war. Der frische Impuls, der die Aktie auf ein neues Lokalhoch brachte, kam von einem Rating-Upgrade von Neutral auf Overweight samt einer Kurszielerhöhung von 17 auf 27 USD durch JPMorgan. Das Aufwärtspotenzial beträgt damit rund 35 %. Die Analysten sehen im Inflation Reduction Act die größte politische Veränderung in der Geschichte der USA, die das Wachstum in einer bereits unvermeidlichen Energiewende zu erneuerbaren Energien beschleunigen wird. Und TPI Composites ist ein unabhängiger Hersteller von ultraleichten Elementen und Windturbinen-Rotorblättern für die Windkraft-Industrie und ist somit ein klarer Green-Energy-Play-Stock. Das Unternehmen verfügt über eine globale Produktionspräsenz: dazu zählen Fabriken in den USA, Indien, China, Mexiko und der Türkei sowie weiteren Entwicklungszentren für Technische Stellwerke in Dänemark und Deutschland.



Solar-Stocks

Der Top-Profiteur Nummer drei ist eindeutig die Solarindustrie. Nicht um sonst hat es hier nach den News zu den 369 Mrd. USD zahlreiche Rating-Upgrades mit den signifikanten Kurszielerhöhungen für Konzerne wie FSLR, RUN, SEDG, ENPH etc. gehagelt. Dies ist logisch, denn sie werden eindeutig mehr als alle andere von der neuen Gesetzesinitiative profitieren.

Insgesamt gilt es aber alle Stocks im Blick haben und zunächst sind es Solarmodulenhersteller. Dazu zählen Konzerne wie First Solar (FSLR), Sunpower (SPWR), Sunrun (RUN), der im Sommer 2020 seinen Konkurrenten Vivint Solar (VSLR) für 3,2 Mrd. USD übernommen hat, aber auch Canadian Solar (CSIQ) und der chinesische Konzern Jinko Solar (JKS). All diese Unternehmen spezialisieren sich auf die Herstellung von Solarzellen, die dann später in die Solarmodule und -paneelen eingebaut werden. Ihr Ziel lautet, ein möglichst effizientes Panel zu möglichst niedrigen Kosten bereitzustellen.

Dazu kommen sog. Komponenten-Hersteller. Hier sind sehr gut bekannte Wechselrichterhersteller wie SolarEdge (SEDG), Enphase Energy (ENPH) und Daqo (DQ) angesiedelt. Diese entwickeln spezielle Produktkomponente, um die Leistung eines Solar-Energie-Systems zu optimieren. Im Wesentlichen geht es dabei um die Umwandlung von Gleichstrom von den Solarkollektoren in den Wechselstrom, der ins Stromnetz eingespeist wird. Zudem gibt es sehr spannende Energiespeicherung- und Management-Lösungen, nach womit man den Trend rund um die Energiestorage tangiert.

Ferner sind es die Aktien führender Stromversorger und Green-Energy-Park-Betreiber, die eher in der Zweiten Green-Energy-Trend-Welle ihre volle performancetechnische Stärke entfalten werden. Zu den Top Stocks zählt hier v.a. die Aktien von NextEra Energy (NEE).  


Wasserstoffindustrie

Der mögliche Top-Profiteur Nummer vier ist die Wasserstoffindustrie. Doch diese Technologie muss sich erst beweisen, damit es hier signifikant größere Investitionen als in Solar- und Windkraft-Energy-Konzerne gibt. Im Vergleich zu Wind- und Solarenergie, war Wasserstoffwirtschaft bis zuletzt eher ein Hype-Thema. Doch nun nimmt die Wahrscheinlichkeit zu, dass man massive Investments tätigen wird, um die Forschung und entsprechende Produktentwicklung zu intensivieren. Dies dürfte dazu führen, dass immer mehr Wasserstofflösungen auf im Fall einer nur bedingten Effizienz tatsächlich integriert werden, was letztendlich zur globalen Umstieg-Beschleunigung führen wird. Aus diesem Grund sollte man zumindest eine Watchlist mit Top-H2-Stocks erstellen und Unternehmen, die in dieser Liste nicht fehlen dürfen, sind: Bloom Energy Corp. (BE), Plug Power (PLUG), Ballard Power (BLDP) und ggf. die Aktie von FuelCell (FCEL). 



Biokraftstoffe

Die Story, die hier nun aufflammt, basiert auf der zukünftig zunehmenden Nachfrage nach Biokraftstoffen. Ein wichtiges Argument, der für eine steigende Nachfrage nach diesen Produkten spricht, ist die Tatsache, dass sowohl Diesel als auch Benzin sich nicht nur aus Erdöl gewinnen lassen, sondern könnten auch aus den nachwachsenden Rohstoffen produziert werden können. Das reduziert den Ausstoß an Treibhausgasen und macht sie für die Rolle der Übergangsprodukte auch bei der US-amerikanischen GreenEnergy-Initiative mehr als geeignet.

Und da die politische Unterstützung nun signifikant zuzunehmen scheint, stehen wir im Fall von bspw. Clean Energy Fuels (CLNE) etc. womöglich vor dem Beginn eines langjährigen Trends. Grund dafür ist die Tatsache, dass schwere Baumaschinen, Traktoren und Laster, die man mit alternativen Kraftstoffen adressiert nicht einfach so schnell in den nächsten 2-3 Jahren vollständig elektrifiziert werden können. Die Politik und das gestiegene soziale Bewusstsein werden sie aber intensiv Richtung saubere Spritquelle pushen, was letztendlich Clean Energy Fuels und Co. immer besser ins Spiel bringen dürfte.



Was uns angeht, so favorisieren wir Sektor-Lieder aus einem oder anderen Segment. Explizit geht es um Aktien wie Enphase Energy, First Solar und NextEra Energy. 

Doch, wer etwas mehr Risiko bei einem besseren CRV eingehen will, so wäre der Blick Richtung H2-Stocks wie Plug Power, Ladeinfrastrukturanbieter ChargePoint, Windkraftzulieferer TPI Composites, aber auch des Bio-Fuel-Produzenten Clean Energy Fuels nicht verkehrt.

ETF-technisch lässt sich die Entwicklung rund um GreenEnergy-Trends deutlich breiter spielen und lässt sich besonders gut über die Entwicklung folgender ETFs wie iShares Global Clean Energy ETF (ICLN), First Trust Nasdaq Clean Edge Green Energy Index Fund (QCLN) und Invesco Solar ETF (TAN) verfolgen. All diese ETFs sind zuletzt angesprungen und mit einem Plus von etwa 14-17 % in eine Rebound-bewegung übergegangen.

Hinweis: Die veröffentlichten Tradingsignale und Empfehlungen dienen lediglich der allgemeinen Information, sie sind keine Beratung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes und stellen kein Angebot und keine Aufforderung zum Kauf, Halten oder Verkauf von Wertpapieren oder Derivaten dar. Sie entsprechen lediglich der aktuellen Einschätzung des verwendeten Handelssystems.
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