Gaming - Branchenüberblick

08.12.2015 um 16:28 Uhr

Das Wachstumspotential in der Gaming-Branche scheint noch lange nicht ausgeschöpft und das Weihnachtsgeschäft läuft auf Hochtouren!

Schon wieder gerät die Branche der Videospielehersteller in den Fokus der Anlagetrends der Zukunft.Diesmal sind die Erfolge aber ganz eindeutig auf saisonbedingte Faktoren zurückzuführen. Dass in der Gaming-Branche nichts dem Zufall überlassen wird, sieht man gerade darin, wie die Videospielhersteller pünktlich zum Weihnachtsgeschäft reihenweise ihre neuesten Produkte auf den Markt bringen, um möglichst den größten Teil des "Weihnachtskuchen" abgreifen zu können.Die größten Hersteller wie Activision, Take Two Interactive, Electronic Arts (EA) oder auch Ubisoft versuchen mit aller Kraft und neuen Kreationen die Ranglisten zu erobern, denn der Kunde in diesem Bereich ist bereits stark verwöhnt und könnte ganz leicht zu den Produkten der Konkurrenten abdriften.

Die gesamte Gaming-Branche profitiert zurzeit sehr stark von zwei wesentlichen Faktoren: zum Einen die steigende Popularität und damit der Absatz von Gaming-Hardware (sog.Spielekonsolen der vierten Generation). Ob die PS4 von Sony oder die Xbox One von Microsoft, beide zeigen einen dynamischen Absatzwachstum. Zum Vergleich: Ende 2014 waren rund 30 Mio. Konsolen der vierten Generation im Einsatz. Inzwischen gehen Marktanalysten in ihren Schätzungen von rund 49 Mio. Konsolen der vierten Generation aus, die Ende 2015 im Einsatz sein werden, was einer fast 66prozentigen Zunahme entspricht. Im Jahr 2016 wird die Anzahl von verkauften Konsolen der vierten Generation bereits auf 100 Mio.geschätzt.

Zum Anderen ist die zunehmende Verlagerung von traditionellen Vertriebskanälen hin zu Onlineplattformen für Spiele wie u.a. Steam zu einem wichtigen Faktor geworden. Damit entfallen für die Spielhersteller die Kostender Produktion von physischen Datenträgern wie DVDs. Mit dem reinen Download-Modell erzielen die Hersteller bereits jetzt schon ca. 10bis 20 Prozent höhere Margen. Die Tendenz ist stark zunehmend und das Wachstumspotential entsprechend hoch, da zurzeit nur ein Fünftel aller Spiele via Internet heruntergeladen werden.

Electronic Arts (WKN: 878372)

Einen Grund zur Freude hat schon jetzt das US-amerikanische Unternehmen Electronic Arts. Ihr neuester Online-Shooter "Star Wars Battlefront" bricht bereits alle Unternehmensrekorde. Das Spiel ist nämlich der erfolgreichste Launch der Star-Wars-Reihe und gleichzeitig der erfolgreichste Digital-Release der EA-Geschichte überhaupt. Genauere Zahlen wurden jedoch bisher vom Konzern zurückgehalten. Für den Erfolg spricht auch die Tatsache, dass sich Star Wars Battlefront schon sehr bald nach dem Release an die Spitze der Verkaufscharts von Spielen für den PC, Xbox One und PS4 setzte und damit das lang erwartete Fallout4 von Bethesda Softworks hinter sich lassen konnte. Das neue Spiel von EA überzeugt vor allem durch die typische Star-Wars-Atmosphäre,in der Spieler in die Rollen von Darth Vader, Prinzessin Leia, HanSolo oder auch Luke Skywalker schlüpfen können, um sich auf den originalen Schauplätzen, die an die Filmreihe anknüpfen, in Action zu stürzen. Eine sehr gute grafische Ausführung in Verbindung mit den stimmigen Soundeffekten rundet das Gesamtbild ab.

Das Release des Spiels ist perfekt getimt, denn am 17. Dezember diesen Jahres wird die weltweite Premiere des neuen Spielfilms der Star-Wars-Reihe - The Force Awakens (Das Erwachen der Macht) stattfinden. Damit könnte die Filmpremiere eine zweite Welle der Fan-Nachfrage auslösen und dem EA-Konzern eine mehr als gute Bescherung bereiten.

Ubisoft (WKN: 901581)

Das französische Unternehmen Ubisoft kann im Vergleich zu seinen direkten Konkurrenten Activision und Electronic Arts die beste Jahresperformance von fast 89% vorweisen.Diese Performance ist allerdings im Gegensatz zu den Konkurrenten nicht auf große Erfolge zurückzuführen, sondern eher auf das Expansionsvorhaben des größten Ubisoft-Aktionärs Vivendi, der Ende Oktober seine Beteiligung an auf über 10% aufgestockt hat. In der Perspektive möchte Vivendi Ubisoft in den kommenden sechs Monaten vollständig übernehmen. Fundamental betrachtet steht das Unternehmen relativ stabil in seinem Marktsegment. Die Wachstumsaussichten der Franzosen stimmen ebenso, so erwartet man beim Ergebnis bis 2017 eine durchschnittliche jährliche Zunahme von 26% je Aktie. In Anbetracht des Wachstumspotentials scheint der Wert mit einem KGV von 18 für das Jahr 2017 im Gegensatz zur Konkurrenz relativ günstig bewertet zu sein, so die Experten vom Researchhaus Jefferies, die den Titel mit dem Ziel von 32 € zum Kauf  empfehlen, was einem ca. 20 prozentigen Wachstumspotential entsprechen würde. Nicht zu vergessen ist die Übernahmespekulation, die sich ebenfalls positiv auf den Kurs auswirken könnte. In der Weihnachtsperiode schaffte es Ubisoft mit der Fortsetzung der erfolgreichen "Assassin's Creed"Reihe immerhin auf Platz sieben der Verkaufscharts. Zusätzlich kommt am 23. Februar 2016 der neue Blockbuster der Far-Cry-Reihe: "FarCry Primal" auf den Markt, der von der Gaming-Community voraussichtlich genauso begeistert aufgenommen wird wie seine Vorgänger.

Activision Blizzard (WKN: A0Q4K4)

Das Unternehmen Activision Blizzard ist zurzeit mit Abstand der profitabelste Spielentwickler weltweit. Dank seiner soliden fundamentalen Stellung und einer vielversprechenden Wachstumsstrategie bleibt sie weiterhin in unserem Fokus. Activision überzeugt mit einer ca. 76 prozentigen Jahresperformance, wobei bereits mehr als die Hälfte des Gesamterlöses digital erzielt wurde. Ihre Produkte sprechen für sich und sind innerhalb der Gaming-Community sehr beliebt. Das Angebot ist tatsächlich sehr breit und deckt sehr viele digitale Spiele-Nischen ab. In der aktuellen Weihnachtsperiode macht das Unternehmen mit dem neuen Blockbuster der Call-of-Duty-Reihe "Black Ops III" Kasse, wobei die Call-of-Duty-Reihe aktuell als erfolgreichste Spielserie überhaupt gilt. Das Spiel überzeugt durch seinen neuen Klassen-basierten Multiplayer-Modus und konnte bereits am Release-Wochenende $550 Mio. an Umsatz einspielen. Dass es bei Activision nicht immer brutal zur Sache gehen muss, beweist auch ihr neues Produkt Guitar Hero, das pünktlich zu Weihnachten auf den Markt gebracht wurde. Auch das bekannte Spiel "World of Warcraft", das ausschließlich online gespielt werden kann,stammt aus der Gaming-Schmiede von Activision. Seit neuestem sicherte sich das Unternehmen mit der $5,9 Mrd. teuren Übernahme des Candy-Crush-Herstellers King Digital auch einen potentiellen Anteil im schnell wachsenden Mobile-Gaming-Markt, der schon 2019 von $86Mrd. auf $112 Mrd. anwachsen soll. King Digital beabsichtigt für das nächste Jahr drei neue Spiele auf den Markt zu bringen.

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