Anlagetrend 3D-Drucker: Die Auferstehung der Branche? Die Top-Aktien, um den Trend erfolgreich zu spielen!

07.06.2017 um 12:21 Uhr

Liebe Trader und Investoren, 

als vor wenigen Jahren das erste 3D-Druck-Verfahren der Welt vorgestellt wurde, ließen die Aufmerksamkeit und Begeisterung der Medien und Investoren nicht lange auf sich warten. Zumal die neue Technologie tatsächlich ein enormes Verbesserungspotenzial besitzt und einige disruptive Technologiemerkmale aufweist. Man denke nur an die Möglichkeit, „just-in-time“ benötigte Ersatzteile aus Kunststoff oder Metall u. a. auch in der eigenen Garage herstellen zu können. Auch der medizinische Aspekt sorgte für Wachstumsfantasie. Neue Organe aus dem 3D-Druck-Labor ließen die Herzen der Investoren schneller schlagen. Folglich stiegen die Aktien von 3D-Drucker-Herstellern in den Himmel. 

Die Ernüchterung kam später mit der Erkenntnis, dass die neue Technologie eine gewisse Zeit braucht, um sich auf die Bedürfnisse von industriellen Kunden einzustellen. Hinzu kam noch eine wahre Enttäuschung darüber, dass die von den Medien vermittelte Revolution in der durchaus konservativen Material- und Produktherstellung nicht einfach so „über Nacht“ passieren wird. Katalysiert wurde diese Entwicklung von der fundamentalen Entwicklung der 3D-Druck-Betriebe, die den hochgeschraubten Analystenerwartungen nicht gerecht werden konnten. Und plötzlich waren auch die meisten Aktien aus dem 3D-Druck-Sektor nicht einmal der Rede wert, um sie als Investmentidee in Betracht zu ziehen.  

Nun scheint sich die Situation erneut zu wenden! 

Die Top-Sektor-Player sind erneut interessant, weil der 3D-Trend offensichtlich wieder zum Leben erwacht und nun aktiv an der Börse gespielt wird, womit wir auch schon bei dem ersten Topprofiteur dieser Entwicklung angelangen. 

Den Anfang einer möglichen Trendwende machte vor rund einer Woche die Aktie des mit rund 2,41 Mrd. USD kapitalisierten Konzerns 3D Systems (DDD).  

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Dies war in den vergangenen Tagen deutlich an der charttechnischen Entwicklung der Aktie zu beobachten. Obwohl der Konzern mit den aktuellen Quartalszahlen nicht überzeugen konnte und sogar unter den Erwartungen lag, wurde der Wert am Tag der Bekanntgabe stark akkumuliert und begann in den darauffolgenden Trading-Sessions einen dynamischen Aufstieg, der schließlich in einem Breakout aus einer mehrmonatigen Konsolidierungsphase mündete.  

Der Q1-Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreswert um 3 % auf 156,4 Mio. USD. Der Nettoertrag wuchs um 20 % auf 0,06 USD je Aktie, blieb jedoch unter den erwarteten 0,11 USD. Der charttechnische Anstieg deutet aber verstärkt darauf hin, dass der Markt für die Zukunft wieder zuversichtlich wird. Einer der möglichen Gründe dafür ist die allgemeine, stärkere Orientierung der 3D-Druck-Branche auf die speziellen Bedürfnisse der herstellenden Industrie.  

Auch die zuletzt vorgestellte, erste skalierbare und vollständig integrierte Plattform zur Mehrkomponentenherstellung, die Figure-4-Plattform, sorgt für entsprechende Wachstumsfantasie. Sie ermöglicht nämlich eine bis zu 50-mal schnellere Produktion von Kunststoffteilen als mit aktuellen Systemen und könnte damit für eine erhebliche Reduzierung der Betriebskosten sorgen, was sich wiederum schon bald in einer stärkeren Nachfrage widerspiegeln dürfte. Das erste Feedback von potenziellen Kunden aus der Industrie soll bis jetzt sehr gut sein und sorgt dementsprechend für Zuversicht. 3D System könnte die Plattform bspw. in Dentallaboren (z. B. zur Herstellung von Kronen, Schienen, Zahnprothesen) oder bei Automobilherstellern platzieren. Die ersten Erlöse soll es bereits 2017 geben. 

Hinzu kommt ein weiteres interessantes Produkt auf den Markt. Der zuletzt annoncierte Multi-Material-3D-Drucker, MJP 5600, dürfte in der Lage sein, eine zweimal so schnelle Druckgeschwindigkeit als die anderen Multi-Material-Geräte haben. Und schließlich schafft 3D Systems durch die Bündelung der 3DXpert-Software mit seinen Metalldruckern eine Produktivitätssteigerung, was zu ihrer stärkeren Verwendung bspw. im Flugzeugbau führen könnte. Damit ist die DDD-Aktie ein sehr aussichtsreicher Kandidat, um den erneut aufkommenden 3D-Drucker-Trend erfolgreich zu spielen. 

Ein weiterer möglicher Topprofiteur des aufkommenden 3D-Drucker-Trends ist der mit rund 1,56 Mrd. USD kapitalisierte Konzern Stratasys (SSYS).  

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Zumal das Unternehmen sich aktuell in einer vielversprechenden Umorientierungsphase befindet. Hierfür sprechen mittlerweile zahlreiche Partnerschaften u. a. die mit dem deutschen Konzern Siemens. 

Im Wesentlichen hat Stratasys endlich erkannt, dass der Wunsch, allen Kunden gerecht zu werden und ein „Produkt für alle herstellen“ zu wollen, kontraproduktiv ist. Man geht nun mehr auf seine Kunden zu und arbeitet jetzt enger mit Unternehmen in wichtigen Märkten zusammen. Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit dürfte sich früher oder später in hochspezialisierten Produkten widerspiegeln, die auch für entsprechend höhere Margen sorgen werden. 

Eine dieser Partnerschaften ist die mit dem Industriekonzern Siemens, die im Herbst des vergangenen Jahres eingegangen wurde. Das Ziel ist die Kombination der langfristigen Erfahrung mit Robotik von Siemens und den umfangreichen 3D-Druck-Kenntnissen von Stratasys, die letztendlich ein innovatives Produkt hervorbringen soll. Für Wachstumsfantasie sorgt auch die Annahme, dass „additive Fertigung und fortschrittliche Roboter-Automatik zu einer intelligenten Automatisierung von industriellen Prozessen führen könnte“, so Andreas Saar, der Vize-Präsident von Siemens. 

Gleichzeitig präsentierte Stratasys ein neues Produkt, das derzeit entwickelt wird: Den Stratasys Continuous Build 3D Demonstrator. Die neue Plattform zeichnet sich durch einen modularen Aufbau aus, in dem mehrere 3D-Druckereinheiten parallel arbeiten und über eine cloudbasierte Architektur betrieben werden. Damit wird ein kontinuierlicher Arbeitszyklus ermöglicht, der weitgehend automatisiert neue Druckaufträge startet und selbstständig fertige Produkte auswirft. Es sind also genau die Merkmale, die ein moderner, automatisierter und cloudbasierter Herstellungsprozess in der Industrie (Massenfertigung) benötigt. Ein Termin für den Verkaufsstart wurde bisher noch nicht bekanntgegeben. 

Was die fundamentale Situation um Stratasys betrifft, so konnte der Konzern in der vergangenen Woche mit durchaus soliden Q1-Zahlen überzeugen. Diese sind insgesamt In-Line ausgefallen. Der Q1-Umsatz verringerte sich im Vergleich zum Vorjahreswert um etwa 2,8 % auf 163,16 Mio. USD (Konsens: 162,65 Mio. USD). Das EPS von 0,05 USD lag genau auf der Höhe der Konsenserwartung. Im Anschluss bestätigte Stratasys seine FY17-Prognose und rechnet mit einem Umsatz im Bereich von 645–680 Mio. USD (Konsens: 669,36 Mio. USD) bei einem EPS von 0,19–0,37 USD (Konsens: 0,30 USD).  

Der Kandidat Nummer drei ist der mit rund 210,48 Mio. USD kapitalisierte Spezialist für additive Fertigung im Sanddruckverfahren ExOne (XONE).  

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Der Konzern ist auch im Bereich Metalldruck aktiv. Man bietet 3D-Druckmaschinen, 3D-Druckprodukte und Dienstleistungen für industrielle Kunden aus verschiedenen Branchen einschließlich der Pumpenherstellung, dem Automobilsektor, der Luft- und Raumfahrt, dem Anlagenbau und dem Energiesektor an. 

Interessant ist das Unternehmen, weil der 3D-Trend offensichtlich wieder zum Leben erwacht. Und obwohl auch ExOne nicht mit den aktuellen Quartalszahlen überzeugen konnte und sogar unter den Erwartungen lag, wurde der Wert am Tag der Bekanntgabe genau wie die Aktie von 3D Systems stark akkumuliert. 

Wie ExOne zuletzt kommunizierte, stieg der Q1-Umsatz im Vergleich zum Vorjahreswert um 29 % auf 10,9 Mio. USD (Konsens: 10,05 Mio. USD). Das EPS (Verlust) von -0,42 USD fiel jedoch schlechter als die erwarteten -0,27 USD aus. Für Wachstumsfantasie sorgen weiterhin starke Investitionen in die 3D-Druck- und -Design-Technologie, die früher oder später in der Änderung des industriellen Herstellprozesses münden werden. Auch der um 19 % auf 23,5 Mio. USD gestiegene Auftragsbestand sowie die Prognoseerwartung eines mind. 25%igen FY17-Wachstums auf der Umsatz- und EBITDA-Seite sorgt bei den Anlegern für Zuversicht. 

Charttechnisch macht die Aktie als Nachzügler einen guten Eindruck. Mit den durchaus soliden Quartalszahlen im Rücken scheint die Bodenbildung abgeschlossen zu sein und der Wert macht sich auf den Weg zum Big-Picture-Breakout, der angesichts positiv gestimmter Marktteilnehmer und der allgemein freundlichen Marktstimmung viel schneller als erwartet kommen könnte.  

Eine weitere Aktie, die man nun genau im Blick behalten sollte, ist die des mit rund 82,4 Mio. USD kapitalisierten Produzenten von industrietauglichen 3D-Drucksystemen Voxeljet (VJET).  

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Der Konzern betreibt eines der größten Dienstleistungszentren Europas für On-Demand-Fertigung von Formen und Modellen für den Metallguss. Gleichzeitig spezialisiert man sich auf die Entwicklung, Produktion sowie den eigentlichen Vertrieb von 3D-Drucksystemen. Im Angebot finden sich dabei kleine Einstiegsmodelle bis hin zu Großformatmaschinen, die für industrielle Kunden interessant sein könnten.  

Für Wachstumsfantasie sorgt hier die Tatsache, dass der Konzern ein wichtiger Ansprechpartner bei der Prototypenherstellung ist. So hat bspw. die TU-Delft, die an der an einer eigenen Version des Hyperloop arbeitet, gleich mehrere 3D-gedruckte Teile von Voxeljet bei der Projektion der Transportkapsel eingesetzt.  

Insgesamt ist der Konzern für riesige 3D-Drucksysteme bekannt. Mit VX4000 hat man in den USA bspw. den größten Sandform-3D-Drucker der Welt installiert. Damit lassen sich z. B. große Lauf- und Turbinenräder am Stück herstellen. Und das in der Regel in kürzerer Zeit und kostengünstiger als mit traditionellen Verfahren. Gleichzeitig ist auch die Herstellung von Kleinserienbauteilen oder die Kombination aus beidem möglich. Damit profitiert der Konzern als wichtiger Partner der US-amerikanischen Gießereiindustrie. 

Ein interessanter Kandidat für einen Long-Einstieg ist die Aktie des mit rund 668,7 Mio. Euro kapitalisierten Konzerns SLM Solutions (WKN: A11133). 

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Der Konzern gilt als einer der führenden Anbieter von kommerziellen 3D-Metalldruckern, die im Flugzeugbau und in der Automobilindustrie immer stärker eingesetzt werden. Nachdem General Electric (GE) sein Übernahmeangebot zurückgezogen hat, scheint die Übernahmefantasie nun wieder bei SLM Solutions hochzukommen. 

Was die fundamentale Entwicklung angeht, so konnte SLM Solution vor etwas mehr als einer Woche ebenfalls mit soliden Q1-Zahlen überzeugen. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreswert um 15,7 5 auf 15,9 Mio. USD. Als Wachstumstreiber erwies sich die gestiegene Nachfrage nach speziellen Maschinen, was sich allerdings noch nicht in den Quartalszahlen widerspiegeln konnte – so das Konzernmanagement.  

Für das laufende Fiskaljahr 2017 hatte SLM Solutions zuletzt eine EBITDA-Marge im Bereich von 10–13 % in Aussicht gestellt, nachdem man 2016 aufgrund von Einmalbelastungen eine EBITDA-Marge von 3,8 % erzielt hatte. Bei den Umsatzerlösen hatte man 2016 ein Plus von 22 % auf 80,7 Mio. Euro verzeichnet. Für 2017 stellte der Konzern einen Umsatz von 110 bis 120 Mio. Euro in Aussicht. Charttechnisch machte der Wert bis zuletzt ebenfalls einen starken Eindruck und verblieb in einer durchaus stabilen Konsolidierung in der Range zwischen 35–40 Euro. 

Und schließlich die Aktie des mit rund 1,65 Mrd. USD kapitalisierten Konzerns Proto Labs (PRLB).  

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Das Unternehmen ist im Gegensatz zu den bereits vorgestellten Konzernen kein purer 3D-Drucker-Player. Proto Labs könnte aber beim kommenden Branchenaufschwung sehr wohl von Aktivitäten im 3D-Drucker-Segment profitieren. PRLB fertigt individuelle Prototypen- und Produktionsteile in Kleinserien, die aber binnen kurzer Zeit zu größeren Mengen in einer Größenordnung von zehntausend anwachsen könnten. Für Wachstumsfantasie sorgt hier die Umorientierung auf neue Herstellungsprozesse sowie deren Onlineverfügbarkeit, die wiederum größere Kunden weltweit anlocken könnte.  

Zunächst baut das Unternehmen aber seine Kapazitäten für 5-Achs-CNC-Fräsen in ganz Europa aus. Damit ermöglicht das Unternehmen seinen Kunden, noch komplexere Designs mit besserer Oberflächenqualität fertigen zu lassen. Auch Teile mit komplizierten Geometrien und nichtorthogonalen Merkmalen lassen sich damit relativ problemlos erstellen. Was die CNC-Bearbeitung angeht, so ist dieser Prozess ein Teil der Servicepalette des Unternehmens, das auch den D-Druck und Spritzguss umfasst.  

Es bleibt also weiterhin sehr spannend! 

 

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