Anlagetrend Wasserstoff: Nikola (NKLA) - strategische Kooperation mit General Motors (GM) beflügelt die Aktie. Risikoprofil wird besser!

09.09.2020 um 13:35 Uhr

Nikola Corp. (NKLA) ist ein US-amerikanisches Hybrid-Truck-Entwicklungs- und Designunternehmen. Der Konzern ist ein relativ neuer Player auf dem Markt rund um alternative Autoantriebe und daher bleibt Investment in seine Aktien weiterhin mit einem hohen Risiko verbunden. Was den Wert gestern anspringen ließ, war die Ankündigung einer strategischen Partnerschaft mit dem US-Autobauer General Motors (GM). Das Ziel ist die Kostensenkung für Nikolas Produktpalette, was zu einer höheren Nachfrage führen dürfte. Hinzu soll Nikola die Hydrotec-Brennstoffzellentechnologie und das Ultium-Batteriesystem von General Motors in seinem Elektro-Pickup Nikola Badger nutzen. Und so wird man neue Aktien im Wert von 2 Mrd. USD gegen Sachleistungen und den Zugriff auf Teile und Komponenten von GM eintauschen. GM wird sich also zu 11 % an Nikola beteiligen. Damit ist es eine sehr hübsche Win-Win-Situation, die beide Aktien in Schwung bringen könnte!

Im Gegensatz zum Marktführer für Elektrofahrzeuge Tesla (TSLA) konzentriert sich Nikola auf die Entwicklung von alternativen Antrieben für LKWs, was eine sehr nette Nischen-Positionierung mit durchaus interessanten Wachstumschancen garantiert. Denn mit Tesla überscheidet man sich lediglich im Pickup-Segment. Hinzu kommen einige Entwicklungen im Entertainment-Bereich. Dazu gehören bspw. elektrische Buggys und Jet-Ski. Das Kerngeschäft ´bildet jedoch die Entwicklung von schweren Lastwagen mit einem Wasserstoff/Elektroantriebsystem, womit man der direkten Konkurrenz mit Tesla erfolgreich entkommen kann. Abgerundet wird das Hauptgeschäft von Nikola mit den Plänen zur Etablierung eigener Betankungs-/Ladeinfrastruktur u.a. auf Basis von Solarpaneelen sowohl für vollelektrische als auch für wasserstoffbetriebene Fahrzeuge.

Als Wachstumstreiber, der zugleich für Wachstumsfantasie sorgt, fungiert hier die hohe Nachfrage nach innovativen LKWs mit alternativen Antriebssystemen. Dies sah man bspw. im August, als der US-amerikanische Entsorgungskonzern Republic Services (RSG) gleich 2.500 E-Fahrzeuge bei Nikola orderte. Der Auftrag soll zudem noch eine Option auf die Verdopplung der Lieferungen auf insgesamt 5.000 E-Trucks beinhalten, was für Zuversicht sorgt. Sollte sich diese Technologie bewähren, so wäre es möglich, dass auch andere US-Abfallentsorger bei Nikola E-Trucks ordern werden. Dem Deal zufolge sollen die Produktion und erste Tests Anfang 2022 beginnen. Die ersten Auslieferungen kündigte Nikola für 2023 an. Diese Nachricht sorgte zuletzt für einen echten Kursfeuerwerk, mündete jedoch in eine massive Korrekturbewegung. Grund dafür war einer psychologischen Natur, denn nicht alle Investoren wollen letztendlich drei Jahre warten, bis das fertige Produkt auf den Markt kommt. Hinzu besteht hier noch das Risiko, dass man die Order canceln könnte.

Was sich nun an der Situation ändert, ist die Tatsache, dass man mit GM einen wirklich starken und stabilen Partner gefunden hat. Im Zuge der Kooperationsvereinbarung erhofft sich Nikola Motors über einen Zeitraum von zehn Jahren Einsparungen im Gesamtvolumen von rund 4 Mrd. USD bei Batterie- und Antriebstechnik und zusätzliche Einsparungen in Höhe von rund 1 Mrd. USD bei F&E-Ausgaben und Vaildierungskosten. Damit wird das unternehmerische Risiko-Profil deutlich attraktiver, was einige Investoren anlocken könnte. Vorteilhaft ist hier auch die angeschlagene charttechnische Situation der Aktie, die beim Einstieg ein deutlich besseres CRV bietet.
 
Abschließend muss man erwähnen, dass die Investititon in den Wasserstoff-Truck-Bauer weiterhin mit hohen Risiken verbunden ist. Sollte es dem Konzern jedoch gelingen mit seiner Produktion zu überzeugen, so wären weitere Großaufträge mehr als wahrscheinlich, da die Nachfrage nach LKWs mit alternativen Antriebssystemen weiterhin hoch bleiben dürfte. Sehr positiv wäre hier auch eine oder andere Regierungsinitiative, den den Umstieg auf emissionsfreie Transportfahrzeuge befördern würde.

nikol

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