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(04.06.2020 um 10:37 Uhr)

RAG-Stiftung will Übernahme von Thyssen-Aufzugssparte bald abschließen

Düsseldorf (Reuters) - Die milliardenschwere RAG-Stiftung setzt darauf, die Übernahme der Thyssenkrupp-Aufzugssparte mit den Partnern Cinven und Advent bald in trockene Tücher zu bringen.

"Mit dem Closing rechnen wir zeitnah", sagte der Finanzchef der Stiftung, Jürgen Rupp, laut Redetext am Donnerstag in Essen. "Das Konsortium hat sich eine attraktive Finanzierung über international führende Banken und Finanzinvestoren gesichert", betonte er. Es gebe regelmäßig Anfragen zum Verkauf von Teilen des Aufzugsgeschäfts, "aber derzeit ist dies nicht der Fokus des Konsortiums". Vielmehr zeigten die Anfragen die Attraktivität des Geschäfts. Das Konsortium will die Thyssenkrupp-Sparte für 17,2 Milliarden Euro übernehmen. Der kriselnde Thyssenkrupp-Konzern ist dringend auf die Gelder angewiesen. Vorstandschefin Martina Merz will einen Teil der Summe in neue Wachstumsgeschäfte investieren.

Die 2007 gegründete RAG-Stiftung steht mit ihrem Vermögen für die Folgekosten des deutschen Steinkohlebergbaus gerade - für 2019 hatte sie Kosten von rund 300 Millionen Euro erwartet, am Ende waren es 291 Millionen Euro. Die Stiftung finanziert sich auch aus den Dividenden des Essener Spezialchemiekonzerns Evonik, an dem sie noch knapp 59 Prozent hält. Der Chef der Stiftung, Bernd Tönjes, bekannte sich erneut zu Evonik: "Unverändert gilt, dass wir ein signifikanter Anteilseigner von Evonik bleiben werden." Dem Vorstand der größten Beteiligung der Stiftung bescheinigte er, "hervorragende Arbeit" zu leisten. Die Stiftung stellt aber auch Erwartungen an Evonik: "Wie jeder Aktionär haben wir Interesse an guter Performance: Kursentwicklung und Dividende", unterstrich Rupp.

Im vergangenen Jahr konnte sich die Stiftung bereits unabhängiger von Evonik machen: Während der Spezialchemiekonzern noch für 44 Prozent des Gesamtvermögens der Stiftung steht, resultieren bereits 49 Prozent der Gesamterträge aus anderen Investments. Das Stiftungsvermögen lag Ende 2019 bei 18,7 Milliarden Euro.

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