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ROUNDUP: Airbus verdient mit Aktien mehr als mit Jets

30.04.2015 um 11:31 Uhr

TOULOUSE (dpa-AFX) - Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus Group ist dank eines lukrativen Aktiengeschäfts mit einem dicken Gewinnsprung ins Jahr gestartet. Im ersten Quartal verdiente das Unternehmen 792 Millionen Euro und damit 80 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, wie es am Donnerstag in Toulouse mitteilte. Allein die Trennung von Anteilen am Flugzeugbauer Dassault Aviation brachte 697 Millionen Euro Profit ein. Das Geschäft mit Flugzeugen und Hubschraubern warf hingegen weniger ab. Nun prüft der Vorstand den Verkauf weiterer Beteiligungen - etwa des Zulieferers PFW Aerospace aus Speyer.

Für die Airbus-Aktie ging es am Vormittag auf und ab. An der Frankfurter Börse lag der Kurs nach einem zwischenzeitlichen Kurssprung zuletzt mit einem Prozent im Plus. Analysten zeigten sich mit den Ergebnissen weitgehend zufrieden.

Allerdings musste Airbus im ersten Quartal einen überraschenden Umsatzrückgang hinnehmen. Wegen rückläufiger Flugzeug-Auslieferungen sanken die Erlöse um fünf Prozent auf 12,1 Milliarden Euro. Der operative Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) ging - Sondereffekte herausgerechnet - sogar um sieben Prozent auf 651 Millionen Euro zurück. Auch mit Hubschraubern verdiente der Konzern weniger. Nur die Verteidigungssparte Airbus Defence & Space konnte ihren Gewinn steigern.

Die geringeren Flugzeug-Auslieferungen machen dem Airbus-Vorstand jedoch wenig Sorgen. Zwar verließen mit 134 Jets sieben Maschinen weniger die Werkshallen als ein Jahr zuvor. Im Gesamtjahr soll die Zahl der Auslieferungen aber weiterhin leicht über dem Vorjahreswert von 629 Flugzeugen liegen. Darunter sollen auch rund 30 Exemplare des weltgrößten Passagierjets A380 sein, wie Finanzchef Harald Wilhelm sagte. Mit der Produktion des doppelstöckigen Flugzeugs will Airbus zehn Jahre nach dem Erstflug des Modells erstmals Geld verdienen.

Von dem jüngsten Großraumjet A350 konnte Airbus im ersten Jahresviertel nur ein Exemplar ausliefern. Dennoch sei das Programm "voll im Plan", sagte Wilhelm. Die erste Maschine des Typs hatte das Unternehmen im Dezember an Qatar Airways ausgeliefert. Im laufenden Jahr sollen um die 15 Jets des Typs den Weg zu ihren Kunden finden. Insgesamt haben Kunden 780 Exemplare des Hightech-Fliegers bestellt.

Für das Gesamtjahr sieht Vorstandschef Thomas Enders den Konzern auf Kurs zu mehr Gewinn. Auch das operative Geschäft soll etwas mehr abwerfen, und die Dividende soll erneut steigen. Für 2014 ist bereits eine Steigerung der Ausschüttung von 0,75 auf 1,20 Euro geplant.

Zudem schürte die Airbus-Spitze die Hoffnung auf ein baldiges Aktienrückkaufprogramm. Dadurch könnte ein Teil der Gewinne aus dem Verkauf von Beteiligungen an die Aktionäre zurückfließen. Genaueres will das Management nach einer Überprüfung der Kapitalsituation im Herbst entscheiden. Die Aktionäre sollen schon bei der Hauptversammlung Ende Mai grundsätzlich den Weg für den Aktienrückkauf freimachen.

Auf der Verkaufsliste könnte auch der Luftfahrt-Zulieferer PFW Aerospace aus Speyer stehen. Eine Trennung von der Mehrheitsbeteiligung werde derzeit geprüft, sagte Wilhelm. Airbus hatte erst 2011 knapp drei Viertel der Anteile an PFW übernommen und dem Unternehmen damit aus einer Liquiditätskrise geholfen. Die im Jahr 1913 als Pfalz-Flugzeugwerke gegründete PFW gilt als ein Weltmarktführer für Rohrsysteme in der Luftfahrt-Technik./stw/jha/fbr

DASSAULT AVIATION Chart
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