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ROUNDUP: Berlin will sich an Strom- und Gasversorgern beteiligen

05.05.2015 um 17:55 Uhr

BERLIN (dpa-AFX) - Das Land Berlin will Anteile an den Energieversorgern der Hauptstadt übernehmen. Zunächst sollen Verhandlungen mit den drei Anteilseignern der Gasag aufgenommen werden, wie Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) am Dienstag nach einer Klausurtagung des rot-schwarzen Senats sagte. Ziel sei größtmöglicher Einfluss auf Strategie und Unternehmensstruktur sowie eine maximal hohe Beteiligung.

In dem Beschluss, auf den sich SPD und CDU nach stundenlanger Tagung verständigten, geht es auch um eine Beteiligung an Stromnetz Berlin, der Berliner Netzgesellschaft des schwedischen Energiekonzerns Vattenfall. In überregionale Energieerzeugung und Handel will der rot-schwarze Senat dagegen nicht einsteigen. Auch eine Beteiligung am Fernwärmenetz sei in dieser Legislaturperiode nicht vorgesehen, sagte Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU).

In Berlin müssen die Konzessionen für das Gas- und das Stromnetz neu vergeben werden. Die SPD möchte, dass das Land beide Netze wieder in die eigene Hand nimmt. Die Vergabe des Gasnetzes an das landeseigene Unternehmen Berlin Energie scheiterte allerdings vor Gericht. Beim Strom-Verfahren soll Berlin Energie trotzdem im Rennen bleiben, legte die Koalition nun fest.

Bei einer Beteiligung an der Gasag zieht der Senat dem Beschluss zufolge einen "industriellen Partner" vor, der die energiepolitischen Ziele des Landes teilt. Welcher der drei Anteilseigner - Eon , Vattenfall und Gaz de France - dafür infrage kommt, wurde nicht bewertet. Offen blieb auch, ob es um eine Mehrheits- oder Minderheitsbeteiligung geht.

Der Energiekonzern Vattenfall, der sowohl an der Gas- wie an der Stromversorgung beteiligt ist, hatte sich im Vorfeld offen für eine Zusammenarbeit gezeigt. "Vattenfall ist kooperationsbereit, wenn es um zukunftsfähige Lösungen für den Energie-Standort Berlin geht", hatte der Generalbevollmächtigte für Berlin, Alexander Jung, der Deutschen Presse-Agentur gesagt. Erste Verhandlungsergebnisse will der Senat im August bekanntgeben./tam/DP/fbr

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