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Hapag-Lloyd erwartet Ende des Flottenwachstums

28.06.2017 um 10:04 Uhr

HAMBURG (dpa-AFX) - Hapag-Lloyd -Chef Rolf Habben Jansen rechnet angesichts einer Verschrottungswelle bei Container-Schiffen mit einem Ende des ungebremsten Flottenwachstums. "Wenn man sich 2017 oder wahrscheinlich auch 2018 anschaut, ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Anzahl der Neubestellungen unter oder ganz nah an den Verschrottungen liegen wird", sagte der Manager am Dienstagabend vor Journalisten in Hamburg. Auch die Fusionen in der Branche bremsten das Flottenwachstum.

"Wenn man zwei Firmen zusammenbringt, wird die gemeinsame Flotte meistens einen Tick kleiner sein als die, die die beiden Unternehmen separat hatten." All dies führe dazu, dass Angebot und Nachfrage bei den Linien-Reedereien näher aneinander rückten. Jahrelang wuchsen die Flotten und damit die Kapazität für Container-Transporte viel stärker als die Nachfrage. Die Folgen waren ein Preisverfall, hohe Verluste und mehrere Pleiten in der Branche.

Erst Ende Mai hat sich Hapag-Lloyd mit der United Arab Shipping Company (UASC) zusammengeschlossen, um ihren fünften Platz auf der Liste der weltgrößten Container-Reedereien abzusichern. Nachdem sich die Fusion mehrere Monate länger hingezogen hatte als erhofft, drückt Hapag-Lloyd bei der Integration aufs Tempo: Derzeit würden alle UASC-Dienste auf das Hapag-Lloyd-System umgestellt, sagte Habben Jansen. "Wir erwarten, dass wir damit Ende des dritten oder Anfang des vierten Quartals durch sind."

Seit der Fusion umfasst die Hapag-Lloyd-Flotte 230 Schiffe mit einer Kapazität von rund 1,6 Millionen Standardcontainern (TEU). Habben Jansen erhofft sich von dem Zusammenschluss weitere Größenvorteile, weil sich die Fixkosten des Unternehmens auf größere Transportmengen verteilen. Dadurch sollen die Stückkosten sinken. Dass dies funktioniere, habe Hapag-Lloyd bereits bei der vorigen Fusion mit der chilenischen Reederei CSAV gesehen, sagte der Manager.

Der Zusammenschluss mit UASC soll ab 2019 Synergien von 435 Millionen US-Dollar (400 Mio Euro) im Jahr einbringen. Mehr als die Hälfte davon soll schon 2018 erreicht sein. Bei den rund zehn- bis elftausend Mitarbeitern an Land sollen in den kommenden zwei Jahren rund 10 bis 15 Prozent der Arbeitsplätze wegfallen./stw/she/stb

A.P. Moeller-Maersk A/S Chart
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