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ROUNDUP/Studie: Gigaliner haben leicht positive Wirkung auf den Klimaschutz

05.10.2017 um 12:39 Uhr

KARLSRUHE/STUTTGART (dpa-AFX) - Riesenlastwagen könnten auf deutschen Straßen laut einer Studie positiv für den Klimaschutz sein
- wenngleich die Wirkung insgesamt gering wäre. Nach einer
am Donnerstag publizierten Studie wird der CO2-Ausstoß um 11 Prozent gesenkt, wenn man ein vergleichbares Ladungsvolumen in den neuen, gut 25 Meter langen Fahrzeugen transportiert statt in normalen Lastwagen. Die Logik dahinter: In Riesen-Lastwagen passt mehr hinein, was den auf die Ladungseinheiten runtergebrochenen CO2-Ausstoß senkt.

Die vom Landesumweltamt Baden-Württemberg publizierte Studie kommt von den Unternehmen Prognos und Thinkstep, sie war 2015 von der Landesregierung und vom Lkw-Bauer Daimler in Auftrag gegeben worden.

Die Autoren prognostizieren für 2030 nur eine minimale Absenkung der Emissionen im gesamten deutschen Güterverkehr um 0,22 Prozent durch Gigaliner, auch weil andere Transportmittel stark bleiben. Lang-Lkw fahren nur auf bestimmten Autobahn-Strecken, etwa auf der A7 und A8. Umweltschützer sehen die Fahrzeuge kritisch - sie fürchten, dass durch Gigaliner mehr Güter von der Schiene auf die Straße verlagert werden. Genau diese Gefahr sehen die Studienautoren aber nicht. Die Verlagerungseffekte seien "vergleichsweise gering", auch weil die Einsatzmöglichkeiten der Lang-Lkw gering seien, hieß es.

Die Auftraggeber der Studie sind Kritiker und Befürworter der Lastwagen - während Landesverkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) den Einsatz von Riesenlastern eher skeptisch beäugt, verspricht sich Daimler eine bessere Logistik mit den Fahrzeugen. Von der Studie können sich nun beide Seiten zumindest teilweise bestätigt fühlen. Zum einen die Kritiker, da die Gesamtwirkung der Gigaliner auf den CO2-Ausstoß im Transportverkehr gering ist. Zum anderen die Befürworter, da die Möglichkeit zu CO2-Einsparungen von einer objektiven Instanz bestätigt wurde.

Daimler-Lastwagenchef Martin Daum zeigte sich nach Bekanntgabe der Studie erfreut: "Im Kampf gegen den Klimawandel zählt jedes eingesparte Gramm CO2 - und mit Lang-Lkw können wir weitaus mehr sparen als nur ein paar Gramm." Auch der Verband Spedition und Logistik Baden-Württemberg wertete die Ergebnisse der Analyse positiv. Das Branchensprachrohr forderte die Landesregierung zur Freigabe des kompletten Autobahnnetzes im Südwesten auf.

Ein Sprecher des Landesverkehrsministeriums sagte, der Minister werde das Gutachten sorgfältig prüfen. Dann werde man über die weiteren Schritte entscheiden. Der Grünen-Fraktionschef im Landtag, Andreas Schwarz, sagte: "Es ist gut, dass wir mit dem Gutachten jetzt zu einer Versachlichung in der Diskussion kommen." Aus Sicht der Grünen sei der Lang-Lkw aber weiterhin nur ein Nischenprodukt.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) blieb nach Bekanntgabe der Studienergebnisse bei seiner Ablehnung. Gigaliner seien ein "Flop für den Klimaschutz", hieß es. Die geringen CO2-Einsparmengen im Gesamtverkehr seien "völlig irrelevante Größen", erklärte Landesgeschäftsführerin Sylvia Pilarsky-Grosch./wdw/bg/DP/men

MAN SE ST O.N. Chart
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