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ROUNDUP: Verschärfter Ton im Tarifkonflikt bei der Post

24.06.2015 um 17:09 Uhr

STUTTGART (dpa-AFX) - Der Poststreik nimmt an Schärfe zu. Vertreter der Gewerkschaft Verdi und der Post aus Baden-Württemberg haben sich am Mittwoch gegenseitig vorgeworfen, Beschäftigte unter Druck zu setzen. Postmitarbeiter würden von dem Unternehmen eingeschüchtert, dadurch sei "ein völlig inakzeptabel Niveau" erreicht, empörte sich eine Sprecherin von Verdi Südbaden. Ein Post-Sprecher in Stuttgart wiederum wies das von sich und beschuldigte die Gewerkschaft, Streikbrecher einzuschüchtern. Viele arbeitende Mitarbeiter fänden nach ihrer Schicht Zettel mit Beleidigungen unter den Scheibenwischern ihrer Autos, so der Postsprecher.

Auf Bundesebene zog Verdi die Schrauben an. In Bonn, wo die Deutsche Post ihren Hauptsitz hat, zog die Gewerkschaft vor Gericht. Verdi will verhindern, dass das Unternehmen die personellen Lücken des Arbeitskampfes mit Beamten füllt. Der Einsatz von Beamten, die sich gegen die Übernahme der Tätigkeiten von streikenden Angestellten ausdrücklich weigerten, sei ungesetzlich, erklärte die Vize-Chefin von Verdi, Andrea Kocsis. Unterstützung bekam Verdi vom Linken-Parteichef Bernd Riexinger, welcher der Post "massiven Druck gegen die Streikenden" vorwarf.

Verdi will die Post auch in den kommenden Tagen mit Arbeitsniederlegungen zum Einlenken zwingen. Am Donnerstag wollen die Protestler ihrem Unmut an mehreren Orten im Lande Luft machen, so sind Kundgebungen und Streikversammlungen in Karlsruhe, Ulm, Mannheim, Göppingen und Offenburg geplant.

Die Anzahl der Südwest-Postler im Ausstand stieg im Land nach Angaben von Verdi leicht auf 4200. Ein Ende des Tarifkonflikts ist nicht in Sicht. Verhandlungstermine sind derzeit nicht geplant.

Der unbefristete Ausstand hatte am 8. Juni begonnen, es ist damit der längste Arbeitskampf der vergangenen Jahre. Im Südwesten sind inzwischen alle elf Briefverteil- und vier Paketzentren davon betroffen. Die Post geht davon aus, dass bundesweit trotz Streiks rund 80 Prozent der Briefe und Pakete ihr Ziel erreichen. Mit dem Arbeitskampf für bundesweit rund 140 000 Beschäftigte will die Gewerkschaft vor allem erreichen, dass die 49 regionalen Gesellschaften mit geringerer Bezahlung für mehr als 6000 Paketboten wieder in den regulären Haustarif aufgenommen werden./smi/wdw/DP/she

DEUTSCHE POST AG NA O.N. Chart
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