Akorn
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ROUNDUP: Fresenius muss Akorn nicht übernehmen

01.10.2018 um 16:38 Uhr

BAD HOMBURG (dpa-AFX) - Im Tauziehen um die Übernahme des US-Generikaherstellers Akorn kann der Medizinkonzern Fresenius aufatmen. Das zuständige Gericht im US-Bundesstaat Delaware hat entschieden, dass der Bad Homburger Dax -Konzern Akorn nicht kaufen muss. Das Gericht sah ausreichend Gründe für Fresenius, sich von dem Geschäft zurückzuziehen.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Akorn will nun in Berufung gehen, wie der Konzern am Montag in einer Stellungnahme ankündigte. Fresenius-Aktien schnellten nach der Nachricht dennoch um 9 Prozent in die Höhe. Akorn-Papiere waren zum Start der Wall Street am Montag kurzzeitig ausgesetzt, nach der Wiederaufnahme des Handels brach der Kurs um mehr als die Hälfte ein.

Da sich die Geschäfte von Akorn kurz nach Bekanntwerden der Übernahmeabsichten von Fresenius schlechter entwickelt hatten, galt der geplante Zukauf als Fehlgriff. Darunter hatten Fresenius-Aktien stark gelitten.

Der Akorn-Kauf für mehr als 4 Milliarden Euro sollte eigentlich der zweitgrößte in der Unternehmensgeschichte nach dem rund 5,8 Milliarden Euro schweren Zukauf des spanischen Krankenhausbetreibers Quironsalud werden. Doch Fresenius hatte den Akorn-Kauf im April überraschend abgeblasen und schwere Vorwürfe gegen den Generikahersteller wegen angeblich fehlerhafter Medikamententests erhoben. Der US-Konzern bestritt diese und pochte auf die Übernahme - danach sahen sich beide Unternehmen vor Gericht.

Richter Travis Laster folgte nun der Argumentation des Dax-Konzerns, wonach Akorn zahlreiche Fehler vertuscht habe. Fresenius hatte vier Akorn-Managern, darunter dem früheren Chef der Qualitätskontrolle, vorgeworfen, Daten von Medikamententests geschönt und diese für Neuzulassungsanträge bei der US-Medikamentenaufsicht FDA verwendet zu haben. Auch hatte Fresenius Sicherheitslücken im Computersystem von Akorn bemängelt, wodurch die Manipulation von Tests prinzipiell jedem möglich gewesen sei.

Fresenius-Chef Stephan Sturm hatte die Reißleine gezogen, nachdem beim Unternehmen im Frühjahr mehrere anonyme Hinweise auf ein mögliches Fehlverhalten Akorns eingegangen waren. Der US-Konzern hatte Fresenius hingegen lange Zeit vorgeworfen, die Tests als Vorwand zu nutzen, um sich von dem Deal zurückzuziehen. Denn die Amerikaner hatten nach der Unterzeichnung des Übernahmevorhabens schlechtere Zahlen ausgewiesen, als ursprünglich erwartet.

Tatsächlich hatte auch Fresenius ähnliche Missstände in einem Werk seiner Flüssigmedizinsparte Fresenius Kabi einräumen müssen. Allerdings hatte der Konzern argumentiert, dass diese sofort abgeschafft worden seien.

Für Fresenius stand in dem Streit viel auf dem Spiel, weshalb Konzernchef Stephan Sturm persönlich Ende August zu den Schlussplädoyers nach Delaware flog. Nach einer Reihe von geglückten Übernahmen wurde ihm das Akorn-Debakel persönlich angelastet. Er hatte beteuert, dass die Prüfung der Akorn-Bücher die aufwändigste und sorgfältigste seiner Amtszeit gewesen sei. Hätte Fresenius Akorn nun übernehmen müssen, wäre es laut Sturm teuer geworden. So hatte etwa Fresenius-Kabi-Chef Mats Henriksson im Juli vor Gericht von Kosten in dreistelliger Millionenhöhe gesprochen, die allein zur Behebung der Altlasten bei Akorn fällig geworden wären.

Die Medikamententests waren nicht der einzige Knackpunkt bei Akorn. Das Unternehmen war bereits in der Vergangenheit wegen eines Bilanzskandals in die Schlagzeilen geraten. Zuletzt ermittelte die FDA in einem Werk in Somerset im US-Bundesstaat New Jersey. Dort fanden die Ermittler Hinweise auf ein mit Metallresten verunreinigtes Anästhetikum. Akorn musste zudem sterile Augentropfen zurückrufen, nachdem diese durch die Qualitätstests gefallen waren./tav/tih/he

Akorn Chart
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