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ROUNDUP: Telefonica Deutschland überrascht im Tagesgeschäft

29.07.2015 um 10:54 Uhr

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Telefonica Deutschland macht nach der milliardenschweren Übernahme von E-Plus überraschend schnelle Fortschritte. Wie in den ersten drei Monaten steht unter dem Strich zwar vor allem wegen fusionsbedingter Abschreibungen ein Verlust in dreistelliger Millionenhöhe. Im Tagesgeschäft aber steigerte der nach Kunden größte deutsche Mobilfunker seine Profitabilität unerwartet kräftig. Die Münchner halten insbesondere bei der Neukundengewinnung und den Zuschüssen zu neuen Handys derzeit das Geld zusammen.

Weil nach dem Kauf von E-Plus weiter erhöhte Abschreibungen auf nicht mehr so lang benötigte Funkmasten und auf den gezahlten Aufpreis anfielen, fuhr das Unternehmen einen Fehlbetrag von 100 Millionen Euro ein, wie der Netzbetreiber am Mittwoch mitteilte. Das war aber schon spürbar weniger als zu Jahresbeginn - wobei der Zusammenschluss auch weiter auf den Ergebnissen lasten wird.

Beim operativen Ergebnis zeigte der Telekomkonzern aber, wohin die Reise gehen soll. Vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen sowie um Sonderposten bereinigt stieg der Gewinn (Oibda) auf 453 Millionen Euro. Das war im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und den kombinierten Werten der beiden damals noch nicht fusionierten Unternehmen ein Zuwachs von 13,5 Prozent - deutlich stärker als von Analysten geschätzt. An der Börse legte die Aktie im TecDax am Vormittag um mehr als 3 Prozent zu. Händler freuten sich vor allem über den überraschend hohen operativen Gewinn.

"Die raschen Fortschritte bei der Integration wirken sich bereits heute positiv auf unsere Profitabilität aus", sagte Vorstandschef Thorsten Dirks. Rund 40 Prozent des Anstiegs beim Betriebsergebnis kämen aus den bereits getroffenen Maßnahmen zur Einbindung von E-Plus, sagte er in einer Telefonkonferenz. Der größere Teil stamme aus dem Tagesgeschäft: Geringere Ausgaben für neue Vertragskunden, niedrigere Subventionen für Smartphones und Tablets. Insgesamt sei das Niveau an Rabatten für neue Geräte am deutschen Mobilfunkmarkt etwas zurückgegangen.

Daher sorgten die Einsparungen bei der Kundenwerbung auch nicht für einen abrupten Stopp beim Kundenzuwachs, der mit 201 000 neuen Verträgen für Experten überraschend hoch ausfiel. Ein weiterer Grund: Vorwiegend kamen neue Kunden über Partner wie den Service-Provider United Internet und in der Geschäftskundensparte hinzu. Der Umsatz mit Sprach- und Datenübertragung legte im Jahresvergleich knapp zu. Vor allem der starke Verkauf von Mobilgeräten sorgte für einen konzernweiten Umsatzanstieg von 1,3 Prozent auf 1,95 Milliarden Euro.

Die Jahresprognose, das Betriebsergebnis vor Abschreibungen um mehr als 10 Prozent zu steigern, bestätigte das Management um Dirks und Finanzchefin Rachel Empey. Nach dem ersten Halbjahr liegt das Unternehmen dabei auf Kurs. "Wir arbeiten unseren Integrationsplan ab und heben damit kontinuierlich die Profitabilität", sagte Dirks.

Dirks verwies für das künftige Geschäft auf den wachsenden Datenhunger in den beiden Netzen des Unternehmens. Immer mehr Kunden buchten mehr als 1 Gigabyte Datenvolumen für das mobile Internet. Selbst bei den eher wenig lukrativen Prepaidkunden nehme die Nutzung stetig zu und treibe damit die monatlichen Durchschnittserlöse je Kunde nach oben. Mit der Frequenzausstattung nach der deutschen Lizenzauktion sieht er seinen Anbieter gut gerüstet. Bei den insbesondere in städtischen Gebieten benutzten höheren Frequenzbereichen stehe Telefonica am besten da.

Auf der Kostenseite verwies Telefonica darauf, das für dieses Jahr laufende Abfindungsprogramm für 800 der 1600 geplanten Stellenstreichungen fast abgeschlossen zu haben. Zuletzt hatte man sich mit der Deutschen Telekom zudem über den Verkauf von rund 7700 Standorten von Mobilfunkmasten geeinigt. Zusätzlich gibt das Unternehmen derzeit rund 300 Shops an den Serviceprovider Drillisch ab. Bis Jahresende sollen 400 Läden nicht mehr zum Konzern gehören./men/fri/fbr

TELEFONICA DTLD HLDG NA Chart
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