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ROUNDUP 2: Symrise geht vorsichtig ins Jahr - Aktie nach Rally unter Druck

13.03.2019 um 12:13 Uhr

(Neu: Aussagen aus Pressekonferenz zu Jahreszielen im 2. Absatz sowie zu Investitionen und Kapitalmaßnahmen im vorletzten Absatz)

HOLZMINDEN/FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Hersteller von Duftstoffen und Aromen Symrise will den trüberen Konjunkturaussichten trotzen. "Auch bei der erwarteten konjunkturellen Abkühlung sind wir zuversichtlich in das laufende Geschäftsjahr gestartet", sagte Konzernchef Heinz-Jürgen Bertram am Mittwoch in Frankfurt. Er sieht sich durch "eine gute Nachfrage in allen Geschäftsbereichen" mit Blick auf die Jahresziele bestärkt. Und auch in konjunkturell schwierigeren Zeiten ergäben sich Chancen, schließlich werde "immer gegessen und getrunken."

Das erwartete Wachstum des relevanten Marktes von drei bis vier Prozent will Bertram - auf Basis konstanter Wechselkurse - im laufenden Jahr erneut deutlich übertroffen. Trotz voraussichtlich weiter steigender Rohstoffpreise sollen beim Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) rund 20 Prozent des Umsatzes hängen bleiben.

Bei den Anlegern kam der Ausblick nicht gut an. Die Aktien fielen am Vormittag um fast 1 Prozent auf 78,62 Euro. Allerdings zählen sie im Jahresverlauf mit einem Plus von mehr als einem Fünftel zu den gefragtesten Papieren im Index der mittelgroßen Werte. Das Rekordhoch von 81,68 Euro aus dem Sommer 2018 bleibt denn auch in Sichtweite.

Der Margenausblick liege unter den Erwartungen, erklärte Analyst Gunther Zechmann von Bernstein Research. Allerdings sei Symrise für gewöhnlich eher vorsichtig bei den Prognosen. Der Experte geht daher davon aus, dass das Unternehmen die eigenen Prognosen komfortabel erreichen dürfte. Dabei rechnet er mit einem zumindest etwas nachlassenden Kostendruck.

Im abgelaufenen Jahr bekam der MDax-Konzern neben einer ungünstigen Entwicklung der Wechselkurse eine seit 2017 andauernde Rohstoffknappheit zu spüren. Zudem steckte Symrise viel Geld in den Kapazitätsausbau etwa in den USA und China. Die höheren Kosten konnten zwar teilweise durch eigene Rohstoffzugänge und Preiserhöhungen ausgeglichen werden, das operative Ergebnis (Ebitda) stagnierte 2018 mit 631 Millionen Euro aber.

Der Umsatz stieg derweil um 5,3 Prozent auf 3,15 Milliarden Euro. Wechselkurseffekte sowie Übernahmen und Verkäufe herausgerechnet, lag das Plus sogar bei 8,8 Prozent und damit über der Unternehmensprognose. Auf dieser Basis legte Symrise vor allem in Asien und Lateinamerika stark zu.

In den kommenden Jahren soll dieser Trend weitergehen: Der Anteil der Schwellenländer am Konzernumsatz soll von 43 Prozent im abgelaufenen Jahr bis 2025 auf mehr als 50 Prozent steigen. Allerdings schwanken die Wechselkurse dieser Länder oftmals recht stark, was sich unter Umständen negativ auf das tatsächliche Umsatzwachstum auswirken kann.

Bis 2025 plant Manager Bertram weiterhin bestenfalls eine Verdopplung des Umsatzes auf etwa 5,5 bis 6,0 Milliarden Euro. Für die Ebitda-Marge werden langfristig 20 bis 23 Prozent angepeilt. Neben einem Ausbau der eigenen Produktion tragen auch Zukäufe zum Wachstum bei.

Erst im Januar wurde die Übernahme des US-Anbieters von Proteinspezialitäten auf Basis von Fleisch- und Ei-Produkten ADF/IDF für 900 Millionen US-Dollar bekannt gegeben. Damit soll auch das Geschäft mit Produkten für die Heimtiernahrung ausgebaut werden. Bereits im ersten Jahr rechnet Symrise mit einem positiven Beitrag zum Gewinn je Aktie durch den Kauf, der zum Teil mit einer Kapitalerhöhung finanziert wurde.

Aktuell sind mit Blick auf die Wachstumsziele nun aber erst einmal keine weiteren Kapitalmaßnahmen geplant, betonte Bertram. Zudem soll das Niveau der Investitionen im Verhältnis zum Umsatz mittelfristig wieder auf ein branchenübliches sinken. Aktuell kostet der Ausbau etwa der Menthol-Produktionskapazitäten noch Geld.

Trotz der geplanten Investitionen in das Wachstum sollen weiter 30 bis 50 Prozent des Gewinns als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet werden. Für 2018 soll die Ausschüttung je Aktie um 2 Cent auf 90 Cent steigen, nachdem Symrise unter dem Strich 275 Millionen Euro verdiente nach 270 Millionen ein Jahr zuvor./mis/mne

SYMRISE AG INH. O.N. Chart
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