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ROUNDUP: Metro fehlt Ostergeschäft - Zukauf soll Großhandel stärken

06.08.2015 um 12:54 Uhr

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Das fehlende Ostergeschäft hat Spuren in der Bilanz des Handelskonzerns Metro hinterlassen. Vor allem die Tochter Real, die ohnehin unter dem starken Wettbewerb im deutschen Lebensmitteleinzelhandel zu kämpfen hat, hätte die zusätzlichen Einnahmen aus dieser wichtigen Periode gebrauchen können. Aber auch der Großhandel für Gewerbetreibende hinkte in den Monaten April bis Juni dem Vorjahr hinterher. Der Metro-Konzern will die Sparte nun mit einem Zukauf in Asien stärken, wie er am Donnerstag ankündigte. Gut lief es im zurückliegenden Quartal für die Elektroniktochter Media-Saturn, bei der das Online-Geschäft an Fahrt gewinnt.

In Summe sank der Umsatz im dritten Geschäftsquartal (Ende Juni) um 1,4 Prozent auf 14 Milliarden Euro, wobei auch Währungseffekte und Unternehmensverkäufe belasteten. Durch das fehlende Ostergeschäft, das in diesem Jahr hauptsächlich in das zweite Quartal fiel, gingen die Umsätze auch flächenbereinigt um 0,4 Prozent zurück.

Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis sank im Vergleich zum Vorjahr von 253 auf 209 Millionen Euro, woran auch höhere Erträge aus Immobilienverkäufen im Vorjahr einen Anteil hatten. Analysten hatten allerdings mit noch weniger gerechnet. Der auf die Anteilseigner entfallende Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft belief sich auf 108 Millionen Euro. Im Vorjahr hatte an gleicher Stelle ein Verlust von 80 Millionen Euro gestanden. Die im MDax notierte Aktie gewann bis zum Mittag über 4 Prozent auf zuletzt 30,935 Euro.

In den Zahlen ist der Kaufhof nicht mehr enthalten. Metro hatte Mitte Juni den Verkauf der Kaufhaus-Tochter für rund 2,8 Milliarden Euro an den kanadischen Warenhauskonzern Hudson's Bay angekündigt. Die Sparte wird nun als nicht-fortgeführtes Geschäft deklariert.

Der Lebensmittelhändler Real ist nach dem Verkauf seines Osteuropageschäfts im vergangenen Jahr nur noch in Deutschland vertreten. Dort ging der Umsatz um über 5 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro zurück. Der Kette machen vor allem Discounter wie Lidl und Aldi das Leben schwer. Metro-Chef Olaf Koch ärgert sich vor allem über den Kostennachteil gegenüber den Wettbewerben. Im Juni stieg Real deshalb aus dem Flächentarifvertrag aus und verhandelt derzeit mit der Gewerkschaft über einen Haustarif. Ärger heimste sich der Konzern auch mit seinen Lieferanten ein, als er die Verrechnung des Warengeschäfts an den Dienstleister Markant übertrug. Einige Hersteller fühlten sich unangemessen zur Kasse gebeten und stellten vorübergehend die Belieferung ein.

Der Großhandelssparte Cash & Carry machte weiterhin der schwache Rubel zu schaffen. Im Quartal sank der Umsatz der größten Metro-Tochter um 1,3 Prozent auf 7,4 Milliarden Euro. Das Unternehmen versucht durch Dienstleistungen wie beispielsweise einem Lieferservice die Kunden an sich zu binden. Zusätzliches Umsatzpotenzial verspricht sich die Metro nun von dem Kauf von Classic Fine Foods (CFF). Das Unternehmen mit Sitz in Singapur beliefert Top-Hotels und -Restaurants, aber auch Fluggesellschaften und Delikatessen-Händler überwiegend in Asien. Metro Cash & Carry vergrößert mit dem Kauf den Angaben nach seine Präsenz im Großhandel von 26 auf 36 Länder. Der Wert des Geschäfts liegt bei 290 Millionen US-Dollar, hinzu kommt eine ergebnisabhängige Zahlung von bis zu 38 Millionen Dollar.

Die Elektronikketten Media Markt und Saturn steigerten ihren Umsatz um 1,2 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro, obwohl die Fußballweltmeisterschaft im Vorjahr für starke Umsätze gesorgt hatte. Voran kamen die Ketten auch im Internet. Der Online-Umsatz verbesserte sich um fast ein Viertel auf 400 Millionen Euro. Media-Saturn war relativ spät im Internet gestartet und versucht nun den Anschluss an andere Internethändler wie Amazon zu finden. Anfang August startete das Unternehmen in Deutschland das Entertainment-Portal Juke, das Musik, E-Books, PC-Spiele und Software anbietet./she/mne/fbr

CECONOMY AG ST O.N. Chart
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