Börse:
FRESENIUS SE+CO.KGAA O.N.
[WKN: 578560 | ISIN: DE0005785604] Aktienkurse
43,785€ -0,47%
Echtzeit-Aktienkurs FRESENIUS SE+CO.KGAA O.N.
Bid: 43,725€ Ask: 43,845€

ROUNDUP: Fresenius startet überraschend stark ins neue Jahr

02.05.2019 um 11:42 Uhr

BAD HOMBURG (dpa-AFX) - Nach einem turbulenten Jahr 2018 kommt der Gesundheitskonzern Fresenius SE zum Jahresauftakt wieder in Gang. Für das erste Quartal liefern die Bad Homburger überraschend starke Zahlen ab. Während sich das Infusions- und Generikageschäft bei Kabi weiterhin als verlässlicher Gewinnbringer erweist, kann sich die Dialysetochter Fresenius Medical Care (FMC) über ein erstarktes Nordamerika-Geschäft freuen. Doch beim Gewinn gibt es noch einiges zu tun - vor allem bei der Krankenhaustochter Helios, deren Ergebnis zum Jahresstart erneut zurückging.

Fresenius-Chef Stefan Sturm hatte die Kapitalmärkte nach Problemen bei seinen Töchtern für 2019 bereits auf ein Übergangsjahr eingestellt. Der Konzern will in diesem Jahr verstärkt in den Ausbau seines Geschäfts investieren, um wieder in Fahrt zu kommen. "Der Start ins Jahr 2019 ist uns gut gelungen", sagte Sturm nun am Donnerstag laut Konzernmitteilung. Die Geschäfte in allen vier Unternehmensbereichen hätten sich den Erwartungen entsprechend entwickelt.

"Damit sind wir auf einem guten Weg, unsere Ziele für dieses Jahr zu erreichen", so Sturm weiter. Fresenius will unverändert im laufenden Jahr seinen Umsatz währungsbereinigt um 3 bis 6 Prozent steigern, das um Sondereinflüsse und Währungseffekte bereinigte Konzernergebnis dürfte allerdings stagnieren. Diese Prognose gelte auch weiter, obwohl durch die im Februar erfolgte Übernahme des auf Heimdialyse spezialisierten US-Anbieters NxStage durch FMC mit Ergebnisbelastungen zu rechnen sei, hieß es.

Im ersten Quartal konnte Fresenius seinen Umsatz steigern, profitierte dabei aber auch von einem zum Dollar geschwächten Euro. Im Vorjahr war der Konzern noch vom umgekehrten Effekt einer starken europäischen Gemeinschaftswährung ausgebremst worden. Die Erlöse kletterten zwischen Januar und März im Vergleich zum Vorjahr um 8 Prozent auf 8,5 Milliarden Euro, währungsbereinigt betrug das Plus noch 5 Prozent.

Zu dem Plus trugen vor allem der Infusions- und Generikaspezialist Kabi und die Tochter FMC bei. Der Dialysespezialist konnte auf seinem wichtigsten Markt in Nordamerika nach Rückgängen im Vorquartal zuletzt auch dank der günstigen Umrechnungskurse um vier Prozent zulegen. Die Tochter Kabi musste in den USA jedoch einen leichten organischen Rückgang hinnehmen. Kabi hatte lange von Arzneimittelengpässen auf dem US-Markt profitiert, doch dieser Rückenwind habe zuletzt etwas nachgelassen, wie Fresenius in einer Analystenpräsentation erläuterte. Dafür wuchs Kabi in anderen Regionen umso deutlicher, in China und Lateinamerika etwa ging es prozentual zweistellig aufwärts.

Wesentlicher Erlös- und Gewinnbringer im Krankenhausgeschäft blieb der 2017 zugekaufte spanische Klinikbetreiber Quironsalud. Im deutschen Klinikgeschäft, das im vergangenen Jahr mit sinkenden Patientenzahlen und einem Ärzteschwund zu kämpfen hatte, stabilisiere sich die Lage, betonte Fresenius. Der Bereich konnte aus eigener Kraft leicht zulegen. Der operative Gewinn ging jedoch abermals zurück. Das Ergebnis der Gesamtsparte Helios betrug zum Jahresauftakt nach Anwendung neuer Bilanzierungsregeln (IFRS 16) knapp 9 Prozent weniger. Im Vorquartal hatte Helios aber noch einen Einbruch von 16 Prozent zu verkraften.

Fresenius will im laufenden Jahr gut 2,5 Milliarden Euro in den Ausbau des eigenen Geschäfts investieren. Das Geld soll zum Beispiel fließen, um die Personaldecke im Klinikgeschäft zu stärken. Von den 1000 neuen Pflegekräften, die in diesem Jahr hinzukommen sollen, haben laut der Präsentation 600 schon im ersten Quartal beim Konzern angeheuert.

Auch sein Dialysegeschäft will Fresenius weiter ausbauen. Die Tochter FMC hatte dafür den Heimdialyse-Spezialisten NxStage übernommen - zudem erweitert das Unternehmen in China seine Produktionskapazitäten, weil der Vorstand dort Wachstumschancen durch den wachsenden Bedarf der Bevölkerung sieht. Bei einem Umsatzwachstum von 4 Prozent auf 4,13 Milliarden Euro konnte FMC sein operatives Ergebnis (Ebit) um 8 Prozent auf 537 Millionen Euro steigern.

Hier wirkten sich nach Unternehmensangaben vorzeitige Effekte aus einigen Vereinbarungen unter anderem zu bestimmten Medikamenten in den USA aus. Unter dem Strich ging das Ergebnis jedoch um 3 Prozent auf 271 Millionen Euro zurück. FMC hatte zur Verbesserung der Lage im Februar ein weiteres Sparprogramm angekündigt.

Der Fresenius-Konzern hat sich wegen der Hängepartie bei FMC und bei Helios Deutschland bereits auf ein schwieriges Jahr eingestellt. Bei einem anvisierten währungsbereinigten Umsatzzuwachs von drei bis sechs Prozent rechnet der Vorstand mit einem stagnierenden Ergebnis. Das erste Quartal lag damit genau im Plan: Der bereinigte Gewinn erhöhte sich um drei Prozent auf 465 Millionen Euro, währungsbereinigt war die Veränderung aber gleich null. Auch unter dem Strich konnte sich Fresenius um drei Prozent auf 453 Millionen Euro verbessern, kam währungsbereinigt aber nicht von der Stelle.

Analysten hatten allerdings mit einem schlechteren Ergebnis gerechnet. Laut Analystin Veronika Dubajova von der US-Bank Goldman Sachs hat Fresenius damit die Erwartungen insgesamt übertroffen - allerdings mit Stärken und Schwächen, wie sie in einer ersten Reaktion am Donnerstag schrieb. Fresenius-Aktien notierten kurz vor Mittag kaum verändert, FMC-Papiere zogen um ein Prozent an./tav/elm/fba

FRESENIUS SE+CO.KGAA O.N. Chart
FRESENIUS SE+CO.KGAA O.N. Chart
Hinweis: Die veröffentlichten Tradingsignale und Empfehlungen dienen lediglich der allgemeinen Information, sie sind keine Beratung im Sinne des Wertpapierhandelsgesetzes und stellen kein Angebot und keine Aufforderung zum Kauf, Halten oder Verkauf von Wertpapieren oder Derivaten dar. Sie entsprechen lediglich der aktuellen Einschätzung des verwendeten Handelssystems.
TraderFox GmbH: Impressum & Datenschutz - Allgemeine Geschäftsbedingungen