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ROUNDUP 2: Rabattaktionen helfen Ceconomy kaum

13.08.2019 um 12:36 Uhr

(neu: Details, aktualisierter Aktienkurs)

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Trotz großangelegter Rabattaktionen in Deutschland und Italien laufen die Geschäfte beim Elektronikhändler Ceconomy mit seinen Ketten Media Markt und Saturn zurzeit eher schlecht als recht. Sogar das lange Zeit wachstumsstarke Online-Geschäft wuchs im dritten Quartal kaum noch, wie das Unternehmen am Dienstag bei der Präsentation der Quartalszahlen mitteilte.

An der Börse sorgt das für Sorgenfalten. Die Ceconomy-Aktie verlor nach der Bekanntgabe der Zahlen zwischenzeitlich mehr als 12 Prozent an Wert. Gegen Mittag lag das Papier noch gut 10 Prozent im Minus und kostete rund 5 Euro. Die Kurserholung seit Anfang Juni ist damit dahin.

Insgesamt stagnierte der Umsatz des Elektronikhändlers im dritten Quartal (per Ende Juni) bei 4,6 Milliarden Euro. Bereinigt um Währungsschwankungen sowie Zu- oder Verkäufe erzielte Ceconomy damit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gerade einmal ein Umsatzwachstum von 0,2 Prozent. Dabei lockte der Konzern die Kunden in Deutschland und Italien mit aufwendigen Mehrwertsteuer-Aktionen in die Läden. Außerdem kurbelte die Verschiebung des Ostergeschäftes in den April die Umsätze an. Allerdings hatte der Konzern im vergangenen Jahr von der Fußballweltmeisterschaft profitiert.

Schwach entwickelte sich im 3. Quartal vor allem das Online-Geschäft. Hier konnte Ceconomy nach den zweistelligen Wachstumsraten der vergangenen Quartale nur noch ein Plus von 1,7 Prozent vermelden. Als Gründe dafür nannte der Konzern die hohe Vergleichsbasis aus dem Vorjahr, als die Mobilfunkkampagne "Tarifsensation" sehr erfolgreich gewesen sei, aber auch die Ausweitung der Lieferkosten auf weitere Produktkategorien.

Der operative Verlust (Ebit) fiel mit 126 Millionen Euro gut vier Mal so hoch aus wie im Vorjahr. Einen großen Anteil daran hatten die Kosten für das laufende Sparprogramm, die Ceconomy auf 80 Millionen Euro bezifferte. Doch auch der scharfe Wettbewerb machte sich hier bemerkbar. Bereinigt um die Kosten für das Sparprogramm stieg der operative Verlust von 30 Millionen auf 45 Millionen Euro und verfehlte damit Analystenerwartungen.

Unter dem Strich fiel der Verlust zwischen April und Juni mit 50 Millionen Euro allerdings um 171 Millionen Euro niedriger aus als im Vorjahr. Der Hintergrund: Im Vorjahr war das Ergebnis durch Wertberichtigungen auf die Metro-Beteiligung der Ceconomy belastet worden. Im laufenden Jahr hatte dagegen der Verkauf der verbliebenen Metro-Anteile zusätzliche Mittel in die Kasse gespült. Im fortgeführten Geschäft verbesserte sich der Fehlbetrag von 90 Millionen auf 62 Millionen Euro.

Die Umsetzung des derzeitigen Kosten- und Effizienzprogramms liege voll im Plan, erläuterte das Management. Mit den Betriebsräten habe man sich über den geplanten Stellenabbau geeinigt. Die neue Führungsspitze um den seit März amtierenden Ceconomy-Chef Jörn Werner und den Media-Saturn-Chef Ferran Reverter versucht, den Konzern wieder auf Erfolgskurs bringen. So hatte Reverter im April angekündigt, Hunderte Stellen in der Verwaltung des Elektronikriesen abzubauen. Auch anderswo wird der Rotstift angesetzt: Die Ceconomy-Spitze schrumpfte zum 1. Juni auf zwei Vorstände.

Wie das Management den Konzern, der unter der scharfen Online-Konkurrenz leidet, strategisch wieder nach vorne bringen will, soll "rund um den Jahreswechsel" öffentlich gemacht werden, kündigte Werner an.

An seiner Prognose hält Ceconomy fest. Für das laufende Geschäftsjahr 2018/19 (bis Ende September) stellt der Vorstand ein leichtes Umsatzplus in Aussicht. Der operative Gewinn dürfte aber leicht sinken, wenn man die Beiträge aus der Beteiligung am französischen Konkurrenten Fnac Darty herausrechnet. Wechselkursschwankungen, den Kauf und Verkauf von Unternehmensteilen sowie Kosten für den Konzernumbau klammert Ceconomy bei der Prognose ebenfalls aus./nas/zb/rea/DP/nas

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