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ROUNDUP: Evotec schraubt Ziele nach oben - Aktie zieht an

14.08.2019 um 09:54 Uhr

HAMBURG (dpa-AFX) - Das Biotechnologieunternehmen Evotec hat nach einem starken ersten Halbjahr die 2019er-Prognosen für den Umsatz und das operative Ergebnis erhöht. Beim Umsatz werde jetzt ein Anstieg um zirka 15 Prozent erwartet, teilte das im MDax notierte Unternehmen am Mittwoch in Hamburg mit. Bisher hatte Evotec ein Umsatzplus von rund zehn Prozent in Aussicht gestellt im Vergleich zu den 2018 erlösten 364 Millionen Euro.

Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) soll jetzt im Vergleich zum Vorjahreswert von 92 Millionen Euro um mehr als zehn Prozent steigen. Bisher hatte die Prognose bei einem Plus von rund zehn Prozent gelegen. Rechnerisch würde der Umsatz damit auf knapp 419 Millionen Euro und das operative Ergebnis auf mindestens 101 Millionen Euro steigen. Experten hatten allerdings Werte in dieser Größenordnung bereits vor der Prognoseanhebung auf dem Zettel.

Dennoch verliehen die Zahlen der ersten sechs Monate und die erhöhte Prognose der Aktie neuen Schwung. Die Papiere des Unternehmens stiegen in den ersten Handelsminuten um knapp fünf Prozent auf 25,73 Euro und näherten sich damit wieder dem Mehrjahreshoch von 27,29 Euro an, das die Aktie am 25. Juli nach der Bekanntgabe einer Meilensteinzahlung von Bayer erklommen hatte. Zuletzt reduzierte sich das Kursplus auf noch gut ein Prozent.

Von einstigen Höhen mit Kursen über der 100-Euro-Marke aus den Zeiten der Dotcom- und Biotech-Blase im Jahr 2000 ist die Aktie zwar weit entfernt, aber immerhin geht es nach einer langen Phase mit einstelligen Kursen und dem Tiefpunkt von 54 Cent im Jahr 2009 seit einiger Zeit wieder deutlich nach oben. Allein seit dem Sommer 2016 zog der Kurs um rund 460 Prozent an - der Börsenwert liegt inzwischen wieder bei rund 3,7 Milliarden Euro. Lohn der rasanten Rally war unter anderem der Aufstieg in den MDax im vergangenen Herbst.

Im ersten Halbjahr legte der Umsatz der Hamburger um 16 Prozent auf 207 Millionen Euro zu - das operative Ergebnis stieg um 51 Prozent auf 58 Millionen Euro. Unter dem Strich verdiente das Unternehmen allerdings mit knapp elf Millionen Euro rund 40 Prozent weniger als vor einem Jahr, Grund waren unter anderem höhere Steuern und eine gestiegene Zinslast zur Finanzierung von Übernahmen und Währungsverlusten.

Evotec arbeitet als Auftragsforscher etwa für andere Unternehmen und akademische Einrichtungen. Zudem baut der Konzern rasant sein zweites Standbein aus, in dem gemeinsam mit Partnern geforscht wird. Neu hinzu kam zum Beispiel Anfang des Jahres eine Partnerschaft mit dem Krebsforschungszentrum The Mark Foundation. Mit dem Helmholtz-Zentrum (HZI) sollen künftig gemeinsam neue Breitbandantibiotika entwickelt werden.

Auch durch Übernahmen ist Evotec in den vergangenen Jahren gewachsen und richtet sich damit zunehmend internationaler aus. So hatte das Unternehmen im Juli einen Portfolio-Zukauf von Ncardia zum Ausbau der Stammzellenforschung bekanntgegeben. Zudem haben die Hanseaten vor kurzem den US-Biologika-Experten Just Biotherapeutics für rund 90 Millionen Dollar gekauft./zb/tav/mis

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