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ROUNDUP: Hamburgs Wirtschaftssenator gegen Gigantomanie auf Weltmeeren

16.08.2019 um 15:49 Uhr

HAMBURG (dpa-AFX) - Hamburgs Wirtschaftssenator Michael Westhagemann (parteilos) hat sich bei der Containerschifffahrt gegen die Gigantomanie auf den Weltmeeren ausgesprochen. "Jetzt sollte mit dem Größenwachstum Schluss sein", sagte er dem "Hamburger Abendblatt" (Freitag). Dem Sender NDR 90,3 sagte er, "am liebsten würden wir es stoppen". Von der CDU in der Hansestadt erhielt er dafür starke Unterstützung.

Alle Reeder, mit denen er darüber gesprochen habe, hätten ihn in seiner Auffassung bestätigt, sagte der Senator. Denn auch die Reedereien stellten inzwischen fest, dass es nicht wirtschaftlicher sei, immer noch größere Schiffe zu bauen. "Die Beladungs- und Entladungszeiten der großen Schiffe verlängern sich so, dass die Liegezeit in den Häfen ausgedehnt wird, was höhere Kosten produziert", sagte Westhagemann der Zeitung.

Der Senator will das Thema laut "Abendblatt" auf die Tagesordnung der nächsten Konferenz der Wirtschaftsminister der Küstenländer setzen lassen. Er betont zugleich: "Wir müssen womöglich zweigleisig fahren und einerseits die EU einschalten, damit diese sich schützend vor ihre Häfen stellt, und andererseits mit den Werften reden." Einen Alleingang Hamburgs werde es nicht geben.

Der hafenpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Ralf Niedmers, begrüßte den Vorstoß. Containerschiffe würden immer größer, das belaste viele Häfen und deren Infrastruktur unverhältnismäßig. "Es ist nicht sinnvoll, dass diese Entwicklung unbegrenzt weitergeht und sich Hafenstädte weltweit ständig einigen wenigen Werften und Reedereien anpassen müssen, die ganz eigene strategische Interessen verfolgen."

Fahrrinnen, Wendekreise und Kaimauern könnten den steigenden Anforderungen von Schiffen, die noch größer als die derzeitige Generation seien, nicht im Ansatz gerecht werden. "Es ist in Hamburgs ureigenem Interesse, das weitere Schiffswachstum zu begrenzen und damit die Wettbewerbsfähigkeit des Hafens dauerhaft zu sichern."

Auch FDP-Fraktionschef Michael Kruse stimmte zu. Die jüngsten Zahlen zur Hafenentwicklung zeigten, dass Hamburgs Hafen auch mit derzeitigen Schiffsgrößen Wachstum erzielen könne. Er betonte, dass abgesehen von wenigen Städten wie etwa Piräus bislang kaum europäische Häfen über die nötige Infrastruktur für Riesen-Containerschiffe verfügten.

Die bisher größten Containerfrachter sind 400 Meter lang, 60 Meter breit und können 22 000 Container transportieren. In Hamburg hat nach vielen Jahren Planung und Protesten die Elbvertiefung begonnen, damit auch größere Schiffe in den Hafen kommen können. Die Elbe wird so tief ausgebaggert, dass Schiffe unabhängig von der Tide bis 13,50 Meter Tiefgang den Hamburger Hafen ansteuern können; auf der Flutwelle bis 14,50 Meter. Für die Riesenfrachter von heute reicht das eigentlich immer noch nicht. Doch sind die Schiffe in Hamburg ohnehin nach mehreren Stopps zuvor meist nicht voll beladen./tm/DP/zb

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