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G7/Trump: Habe Macron-Botschaft an Iran nicht diskutiert

25.08.2019 um 14:34 Uhr

BIARRITZ (dpa-AFX) - US-Präsident Donald Trump hat dementiert, dass die G7-Staaten den französischen Präsidenten Emmanuel Macron beim Gipfel in Biarritz mit einer Botschaft an den Iran beauftragt haben. "Nein, ich habe das nicht diskutiert", sagte Trump am Sonntag bei einem Treffen mit dem japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe am Rande des G7-Gipfels. Trump sagte aber auch, dass er nichts gegen einen solchen Schritt hätte. "Wir können Menschen nicht davon abhalten zu reden. Wenn sie reden wollen, können sie reden."

Aus französischen Diplomatenkreisen war zuvor am Rande des G7-Gipfels in Biarritz verlautet, die Staats- und Regierungschefs der großen Industriestaaten (G7) hätten Macron damit beauftragt, eine Botschaft an Teheran zu richten. Darin solle es heißen, dass "um jeden Preis" vermieden werden müsse, dass der Iran eine Atombombe besitzt. Zugleich solle ein Weg zum Dialog gefunden werden, um eine Eskalation der Spannungen in der Region und einen bewaffneten Konflikt zu vermeiden. Die G7-Chefs hätten die Iran-Krise bereits bei einem Essen am Samstagabend besprochen.

Macron versuchte nach Trumps Dementi, die Wogen zu glätten. "Die G7 sind ein informeller Club", sagte er. Es könne also überhaupt keine förmlichen Aufträge geben. Alle G7-Mitglieder wollten Stabilität und den Frieden in der Region. Initiativen zur Beruhigung der Lage sollten weitergeführt werden.

Die USA wollen den Iran mit maximalem politischen und wirtschaftlichen Druck zu einem Kurswechsel in der als aggressiv erachteten Außenpolitik zwingen. Die Wiedereinführung von Sanktionen hat bislang aber nur die Spannungen in der Region weiter angeheizt. Macron ist derzeit Vorsitzender des G7-Staatenclubs. Der 41-Jährige sieht sich schon länger als Vermittler in der gefährlichen Krise.

Macron hatte unmittelbar vor Gipfelbeginn mit Trump über die Krise gesprochen. Paris schwebt den diplomatischen Kreisen zufolge eine "Pause" vor, in der es Teheran gestattet werden soll, eine bestimmte Menge von Öl zu exportieren. Gleichzeitig soll der Iran seine Verpflichtungen aus dem Atomabkommen wieder einhalten. Die USA waren aus diesem Abkommen ausgestiegen./cy/cb/DP/fba

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