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AKTIEN IM FOKUS 2: Mietdeckel in Berlin belastet Immobilienwerte erneut deutlich

26.08.2019 um 10:53 Uhr

(neu: Aktienkurs, Analysten und mehr Details)

FRANKFURT (dpa-AFX Broker) - Die sich in Berlin anbahnende Mietenrevolution hat die Anleger am Montag einmal mehr aus Immobilienwerten vertrieben. Vor allem bei den Papieren der auf Berlin fokussierten Konzerne Deutsche Wohnen und Ado Properties hinterließen die Pläne von Berlins Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke), die Mieten zu deckeln, mit neuen Tiefstständen seit Ende 2016 und Mitte 2017 Narben.

Geht es nach Lompscher, dann wird in der Hauptstadt bald eine Obergrenze von maximal knapp acht Euro je Quadratmeter für nahezu alle Mietverhältnisse eingeführt, und zwar unabhängig von der Lage der Wohnung. Mieten, die über den Obergrenzen liegen, sollen die Bewohner über Anträge bei den Bezirksämtern absenken und zuviel gezahlte Beträge ab Antragstellung zurückfordern können.

Angesichts dessen handelt es sich bei den Plänen aus Sicht des Analysten Thomas Rothaeusler von der Investmentbank Jefferies denn auch um eine Mietkürzung statt eine Bremse. Die recht niedrig angesetzte Obergrenze werde das Mietniveau in Berlin auf breiter Basis senken. Damit sieht der Experte ein klares Risiko für sein Basisszenario, in dem er bislang von lediglich stagnierenden Mieten ausgeht. Rothaeusler hält den Gesetzentwurf allerdings für unverhältnismäßig und nicht verfassungsgemäß. Die Wohnungswirtschaft reagierte mit ähnlicher Kritik.

Börsianer sahen die Berliner Pläne trotz aller Zweifel an der Verfassungsmäßigkeit als erneuten schweren Stimmungsdämpfer für die Branche. Vonovia bestätigte zwar in einer ersten Reaktion die Jahresziele für 2019. Im kommenden Jahr könnten die Mieteinnahmen in Berlin jedoch um 10 Prozent sinken und der Einfluss auf die Bewertung des Berliner Portfolios ab 2020 sei noch gar nicht abzuschätzen.

Sorgen vor einem politischen Verbot von Mietsteigerungen warfen Deutsche-Wohnen-Papiere seit Anfang Juni inzwischen um ein Drittel zurück, Ado rutschten mit minus 30 Prozent vergleichbar ab. Auch in den zuletzt erholten Vonovia-Papieren steht wieder ein Verlust von 11 Prozent zu Buche./ag/mis/jha/

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