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DGAP-News: Hannover Rück auf Kurs für weiteres profitables Wachstum in der Schaden-Rückversicherung (deutsch)

09.09.2019 um 09:00 Uhr

Hannover Rück auf Kurs für weiteres profitables Wachstum in der Schaden-Rückversicherung

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DGAP-News: Hannover Rück SE / Schlagwort(e): Sonstiges
Hannover Rück auf Kurs für weiteres profitables Wachstum in der
Schaden-Rückversicherung

09.09.2019 / 09:00
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Unternehmensmeldung

Hannover Rück auf Kurs für weiteres profitables Wachstum in der
Schaden-Rückversicherung

* Hannover Rück rechnet mit verbesserten Preisen und Konditionen für die
Erneuerungen 2020

* Naturkatastrophenschäden führen zu segmentübergreifenden
Preiserhöhungen; Hurrikan "Dorian" mahnt zur Vorsicht

* Gesunkenes Zinsniveau erfordert Zeichnungsdisziplin

* Wachstumschancen in Asien und Lateinamerika

* Verringerung von Deckungslücken bietet Chancen für die Branche, ihre
gesellschaftliche Relevanz zu unterstreichen

Monte Carlo, 9. September 2019: Die Versicherungsbranche ist nach wie vor
herausgefordert von Überkapazitäten und historisch niedrigen Zinsen. 2019
stellt sich die Entwicklung der Preise und Konditionen allerdings spürbar
erfreulicher dar als noch vor einem Jahr. Insbesondere in der
Erstversicherung ist auf breiterer Front eine leichte Verbesserung zu
erkennen, die sich in Teilen auch im Rückversicherungsgeschäft
niederschlägt. Dennoch sind diese Erholungseffekte noch verhalten.

"Über die vergangenen Monate konnten wir erste flächendeckende
Preisanhebungen erzielen", sagte der Vorstandsvorsitzende Jean-Jacques
Henchoz. "Die wieder gesunkenen Zinsen und die hohen Belastungen aus
Großschäden unterstreichen die Notwendigkeit für verbesserte Preise und
Konditionen in den Erneuerungen im kommenden Jahr. Angesichts des nach wie
vor herausfordernden Marktumfelds werden wir auch weiterhin die Preis- und
Risikoangemessenheit sehr genau prüfen und Profitabilität vor Wachstum
stellen."

Der Ratenrückgang bis zum Jahr 2017 hat sich in den technischen Ergebnissen
der gesamten Branche niedergeschlagen, auf denen zudem die erneut
erheblichen Großschäden des Jahres 2018 und Nachreservierungen für
Vorjahresschäden lasten. Darüber hinaus macht sich das mittlerweile wieder
historisch niedrige Zinsniveau in den Erträgen aus Kapitalanlagen bemerkbar.

Zudem wird ersichtlich, dass mittlerweile auch im Erstversicherungsmarkt die
Zeichnungsdisziplin zunimmt, um unprofitable Portefeuilles zu sanieren. Dies
schlägt sich in steigenden Preisen auch für die Erstversicherung nieder,
wovon gerade die proportionale Rückversicherung profitiert.

Der Wettbewerb im Rückversicherungsmarkt ist allerdings unverändert intensiv
und nach wie vor von Überkapazitäten geprägt. Da die Profitabilität der
Branche unter zunehmendem Druck steht, bleibt technische Disziplin im
Underwriting weiterhin oberstes Gebot.

Bei den Erneuerungsrunden im laufenden Jahr konnten bereits teilweise höhere
Preise erzielt werden. Insbesondere in schadenbelasteten Programmen oder
Regionen waren deutliche Preissteigerungen zu verzeichnen. Bei schadenfreien
Deckungen haben sich die Raten tendenziell stabilisiert, in Teilen sogar
erhöht. Insgesamt zeigte sich das Bild risikoadäquat.

Im Einzelnen erwartet die Hannover Rück für die Vertragserneuerungsrunde zum
1. Januar 2020 folgende Entwicklungen:

Europa
In Deutschland geht die Hannover Rück im Markt für
Schaden-Unfall-Erstversicherung für 2019 von einem weiteren Beitragswachstum
aus. Treiber sind Ratenanpassungen in der Sachsparte.

In der Sachversicherung zeigt sich bei den volumenstärksten Sparten
Wohngebäude und Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft weiterhin ein
überdurchschnittliches Beitragswachstum, welches dem erforderlichen und
anhaltenden Sanierungsbedarf Rechnung trägt. Zudem zeigen sich vermehrt
höhere Selbstbehalte oder auch Einschränkungen des Deckungsumfanges
beziehungsweise Erweiterungen gegen Mehrbeitrag. Auf der Schadenseite
zeichnet sich eine leichte Verbesserung ab. Dies ist vor allem bedingt durch
nunmehr innerhalb der Erwartungen liegende Naturkatastrophenschäden in der
Wohngebäudeversicherung sowie durch geringere Großschäden in der
Feuerversicherung. Gleichwohl werden beide Teilsparten in diesem Jahr kein
positives versicherungstechnisches Ergebnis ausweisen, sodass weiterhin
Sanierungsbedarf besteht. Daher erwartet die Hannover Rück, dass weitere
Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung umgesetzt werden.

In der Kraftfahrtversicherung wird von einer Eintrübung der
Ergebnissituation ausgegangen, da mit stagnierenden Durchschnittsbeiträgen
bei gleichzeitig höheren Ersatzteil- und Reparaturkosten zu rechnen ist.

In Großbritannien und Irland ist bei Erstversicherern eine Marktverhärtung
zu beobachten. Lloyd's of London verfolgte bei den meisten Syndikaten sowie
für ausgewählte Geschäftsbereiche einen restriktiveren Ansatz. Dies wiederum
führte bei einigen Deckungen zu einer Verknappung des Angebots. Hieraus
ergibt sich ein über alle Sparten steigendes Ratenniveau. Der Markt für das
Motor-Geschäft war in Erwartung einer Anpassung der Ogden-Rate von leichten
Preisreduktionen gekennzeichnet. Deren jüngste Anpassung auf minus 0,25
Prozent entspricht einer geringeren Änderung als von Marktteilnehmern
erwartet. Bedingt durch die vorweggenommenen Ratenreduzierungen geht die
Hannover Rück nun aber von leichten Ratenerhöhungen für die kommende
Erneuerungssaison aus.
In der Sach-Rückversicherung in Großbritannien und Irland zeigt sich der
Markt weitestgehend stabil. Aufgrund ihrer guten Geschäftsbeziehungen mit
langjährigen Kunden kann die Hannover Rück ihre Marktposition verteidigen.
Auch die anderen Sparten sind von einem stabilen Preisniveau bei im
Wesentlichen gleichbleibenden Konditionen gekennzeichnet.

In Frankreich ist im Erstversicherungsgeschäft weiterhin ein leichtes
Wachstum zu beobachten, sowohl im Privatkunden- als auch im
Firmenkundengeschäft. Das Marktumfeld bleibt von intensivem Wettbewerb
gekennzeichnet, was Druck auf die allgemeine Profitabilität zur Folge hat.
Die Hannover Rück profitiert dank ihrer führenden Rolle in der
Bauhaftpflichtversicherung weiter von der Erholung dieses Sektors.

In Zentral- und Osteuropa liegen die Wachstumsraten im
Erstversicherungsgeschäft kontinuierlich über dem gesamteuropäischen
Durchschnitt. Im Rückversicherungsgeschäft prägen nach wie vor
Überkapazitäten den Markt. Somit bleiben diese Märkte wettbewerbsintensiv,
insbesondere in den Sparten Kraftfahrt und Feuer-Industrie, zumal im ersten
Halbjahr keine außergewöhnlichen Großschäden sowie Naturkatastrophen
verzeichnet wurden. Die Rückversicherungspreise sind im Großen und Ganzen
auf risikoadäquatem Niveau.

Nordamerika
Der nordamerikanische Erstversicherungsmarkt entwickelt sich positiv. Das
Ratenniveau steigt in allen Sparten außer Arbeiterunfall (Workers
Compensation) im mindestens einstelligen Bereich; dort wo Schadenbelastungen
vorliegen auch klar im zweistelligen Bereich. Somit kann weiter von einem
stetigen organischen Wachstum ausgegangen werden. Der Wettbewerb in den
Märkten hält an, sodass trotz des sich fortsetzenden Trends von mittelgroßen
Schäden sowohl für das Sach- als auch das Haftpflichtgeschäft meist
ausreichend Kapazität zur Verfügung steht.

Die Schäden der Vorjahre, insbesondere die Waldbrände in Kalifornien, haben
zu signifikanten Belastungen in der Erst- und Rückversicherung geführt. Die
traditionellen Kapazitäten im Markt sind jedoch weitgehend unbeeinträchtigt.
Dennoch lässt sich feststellen, dass allgemein ein vorsichtigerer Umgang mit
Risiken Einzug hält. Schadenbelastete Programme sehen zum Teil deutliche
Preisanpassungen, die Komplettierung gestaltet sich zum Teil dennoch
schwierig. Auch bei schadenfreien Programmen sind vermehrt Ratenerhöhungen
festzustellen.

Die nicht-proportionale Rückversicherung ist in einer stabilen Verfassung,
die auskömmliche Vertragskonditionen auch für die anstehenden Erneuerungen
verspricht. In der Sachversicherung ist insgesamt mit weiteren
Preisanpassungen zu rechnen. Auch die Haftpflichtsparten werden vermehrt von
Ratenerhöhungen gekennzeichnet sein.
Die Frage nach digitalen Deckungskonzepten beschäftigt aktuell den
nordamerikanischen Markt, in dem InsurTechs deutlich aktiver geworden sind.

Lateinamerika
Der Wachstumstrend der Länder Zentral- und Südamerikas setzt sich weiter
fort. Es besteht in den meisten Ländern eine verstärkte Nachfrage nach
hochwertigem Risikoschutz, sodass finanzstarke Rückversicherer Geschäft zu
adäquaten Preisen verbuchen können. Auch die Nachfrage nach
Naturkatastrophendeckungen ist weiterhin sehr hoch und wächst weiter.
Aufgrund diverser Naturkatastrophen in der Region erwartet die Hannover Rück
verbesserte Konditionen.

Die einzelnen Länder in Lateinamerika zeigen auch weiterhin unterschiedlich
stark zunehmende Nachfrage nach Versicherungen, vor allem in den Bereichen
rund um die Deckung von Kraftfahrzeugen und Immobilien. Allerdings hängt das
künftige Wachstum sehr stark von den politischen und ökonomischen
Rahmenbedingungen der jeweiligen Länder ab.

Ein zunehmend großes Interesse besteht an der Entwicklung von einfachen
Deckungskonzepten auf der Basis von parametrischen Indizes. Diese oft
vergleichsweise erschwinglichen parametrischen Deckungen eignen sich
insbesondere für Länder mit einer geringen Versicherungsdichte. Regierungen
können mit Hilfe dieser Lösungen den Katastrophenschutz für ihre Bevölkerung
verbessern.

Asiatisch-pazifischer Raum
Die Hannover Rück setzt in dieser Wachstumsregion ihren erfolgreichen Kurs
der vergangenen Jahre verstärkt fort und unterstützt Kunden bei ihrer
Entwicklung und den Herausforderungen der nächsten Jahre, sei es über
kapitalstützende Konzepte oder auch die Optimierung von Distribution und
Ausgestaltung ihrer Produkte. Schnelle Entscheidungswege sowie in der Region
präsente Niederlassungen mit entsprechenden Entscheidungskompetenzen sind
dabei eine Grundlage für die Weiterentwicklung und Bedeutung der Märkte.
Damit unterstützt die Hannover Rück regional die Entwicklung ihrer Kunden
und stellt profitables Wachstum sicher.

Vor allem China und Indien gelten hier als sehr wichtige Märkte. Angesichts
der Bevölkerungsdichte, einer schnell wachsenden Mittelschicht und der damit
einhergehenden Zunahme von Vermögenswerten ist in diesen Ländern eine
sprunghafte Erhöhung des Versicherungsstands wahrscheinlich. Sowohl in der
Schadenversicherung als auch im Bereich Gesundheit und Vorsorge ist mittel-
und langfristig von deutlichen Zuwachsraten auszugehen, wovon auch
Rückversicherer profitieren werden.

Es ist darüber hinaus davon auszugehen, dass die Städteverdichtung,
insbesondere in den Ballungszentren Asiens, weiter zunimmt. Damit einher
geht eine Notwendigkeit zum Ausbau der Infrastruktur. Hier spielt die
Planung und Finanzierung wie auch der Bau und die Instandhaltung eine
zentrale Rolle. Vor dem Hintergrund der Exponierung gegen Naturkatastrophen
gilt es, geeignete Versicherungslösungen zu konzipieren, um die
Versicherungsdichte weiter zu erhöhen. Die Verringerung dieser
Deckungslücken bietet Chancen für Erst- und Rückversicherer, ihre
gesellschaftliche Relevanz zu unterstreichen.

Naturkatastrophengeschäft
Das Naturkatastrophengeschäft wurde zwei Jahre in Folge von immensen Schäden
in vielen Regionen weltweit belastet, die auch negative Wirkungen in den
Bilanzen von Rückversicherern und den Anbietern von Verbriefungen von
Katastrophenrisiken zeigen. Dies führte im Sach-Katastrophengeschäft
insgesamt zu Erhöhungen der Preise, getrieben durch die schadenbelasteten
Programme, bei denen die Ratensteigerungen aber erneut unter den Erwartungen
blieben. Auch wenn einige Anbieter von Rückversicherungsdeckungen ihre
Kapazitäten reduziert haben, ist das Angebot noch immer größer als die
Nachfrage. Jüngste Naturkatastrophen wie Hurrikan "Dorian" werden dazu
führen, dass Rückversicherer auf weitere Ratenerhöhungen drängen.

Für die einzelnen Märkte der Naturkatastrophenrisiken erwartet die Hannover
Rück folgende Entwicklungen:

Nordamerika: Zur Vertragserneuerung Mitte dieses Jahres waren leichte
Ratenerhöhungen auf breiterer Basis zu verzeichnen. In Florida ergaben sich
bei schadenbetroffenen Programmen Steigerungen von mehr als 20 Prozent,
ansonsten blieben diese im einstelligen Bereich. Die weitere
Preisentwicklung hängt vom Schadenverlauf in diesem Jahr ab, allerdings ist
auch bei ausbleibenden signifikanten Schäden von Preissteigerungen im
einstelligen Prozentbereich auszugehen.

Europa: In den europäischen Rückversicherungsmärkten hat der Preisdruck an
Intensität verloren. In Kontinentaleuropa und Osteuropa lässt sich jedoch
durch selektives Underwriting und private Zeichnungen margenträchtiges
Geschäft generieren. Es gibt derzeit keinen Hinweis auf eine grundsätzliche
Änderung, jedoch dürfte das steigende Risikobewusstsein der Rückversicherer
einen weiteren Prämienabrieb verhindern, wenn nicht sogar leichte
Ratenerhöhungen herbeiführen.

Japan: Hier waren im laufenden Jahr deutliche Preiserhöhungen für
Katastrophendeckungen feststellbar. Drei größere Naturkatastrophen in Japan
haben nicht nur die Aggregatdeckungen der Zedenten, sondern auch deren
Katastrophendeckungen getroffen. Insbesondere der Taifun "Jebi" hatte
erheblichen Einfluss auf die beobachteten deutlichen Ratenerhöhungen.
Aufgrund der schlechten Schadenabwicklung dürfte es auch 2020 in Japan zu
signifikanten Preissteigerungen kommen.

Australien/Neuseeland: In Neuseeland haben die Erdbebenschäden der
Vergangenheit die Raten, bei einer steigenden Kapazitätsnachfrage,
stabilisiert. In Australien gaben die Preise leicht nach. Die Hannover Rück
als Rückversicherer mit sehr gutem Rating, langjähriger Expertise und
exzellenten Geschäftsbeziehungen kann insbesondere in Australien
attraktivere Preise als der Markt erzielen.

Spezialgeschäft
In der Luftfahrtversicherung hat sich im Originalmarkt der positive Trend in
Richtung eines stabileren Marktumfelds weiter fortgesetzt, was neben der
schwierigen Ergebnislage in den Vorjahren auch auf neue Schäden -
insbesondere aus dem Produkthaftpflicht-Segment - zurückzuführen ist. Die
Verbesserungen erstrecken sich dabei in unterschiedlichen Ausprägungen über
alle Marktsegmente, wobei insbesondere der US-amerikanische Markt für Klein-
und Geschäftsflugzeuge wie auch der Bereich internationaler Airlines
hervorstechen. Da sich der Markt allerdings für mehr als ein Jahrzehnt in
einer Abschwungphase befunden hat, wird es einer Fortsetzung dieser
Entwicklung bedürfen, um die langfristige Deckungsstabilität des Marktes zu
sichern.

Auch im Rückversicherungsbereich schlagen sich mittlerweile die ersten
Anzeichen positiver Tendenzen beim unterliegenden Geschäft nieder. Durch
ihre proportionalen Beteiligungen profitiert die Hannover Rück dabei direkt
von einem sich erholenden Marktumfeld. Aber auch mit Blick auf ihre
nicht-proportionalen Beteiligungen war die Gesellschaft jüngst in der Lage,
bessere Abschlüsse als in den Vorjahren zu erzielen. Trotz dieser positiven
Nachrichten darf nicht übersehen werden, dass sich der Bereich analog zum
Erstversicherungsmarkt erst am Anfang einer erforderlichen Marktkorrektur
befindet, weshalb die Hannover Rück unverändert an ihrem disziplinierten und
auf Langfristigkeit ausgerichteten Zeichnungsansatz festhält.

Der Transportmarkt war im Jahr 2018 von zwei größeren Schadenereignissen
gekennzeichnet. Zum einen entwickelte sich der Taifun "Jebi" zu einem
signifikanten Schaden für den japanischen Transportmarkt. Zum anderen waren
Erstversicherer, insbesondere aus dem Lloyd's-Markt, vom Brand der Megayacht
"Sassi" betroffen. Die beiden Ereignisse stabilisierten weitgehend das
Marktumfeld und führten dazu, dass bei der japanischen Erneuerungsrunde zum
April 2019 deutliche Preisanstiege erzielt werden konnten.

Der Transportmarkt war von einer stärkeren Einflussnahme durch Lloyd's
geprägt. In der Folge wurden für mehrere Sparten Wachstumsgrenzen und
teilweise auch ein Rückgang der Zeichnungskapazität von Lloyd's
durchgesetzt. Dies führte zu einer deutlichen Verhärtung der
Erstversicherungsbedingungen. Insbesondere bei Warenversicherungen und im
Yacht-Kaskogeschäft waren diese Effekte spürbar.

Die Raten in der Meerestechnik-Sparte sind weitestgehend stabil. Aufgrund
ausbleibender Großschadenereignisse sowie eines konstanten Ölpreises sind
die Nachfrage durch die Kunden und das Angebot der Versicherer keinen
größeren Schwankungen unterworfen. Für die Vertragserneuerungsrunde 2020
sind keine signifikanten Änderungen in den Rückversicherungsbedingungen und
-preisen dieser Sparte zu erwarten.

In der Kredit- und Kautionsversicherung sowie im Bereich der politischen
Risiken sind im Vergleich zu den Vorjahren leicht ansteigende Schadenquoten
zu verzeichnen. Die Schadenentwicklung ist dabei durch einen moderaten
Anstieg der Schadenfrequenz auf immer noch gutem Niveau und eher stabile
Schadensummen im Einzelfall gekennzeichnet. Die in den Vorjahren erhöhte
Schadenlast in den Schwellenländern ist weiter rückläufig, bleibt allerdings
im Mehrjahresvergleich noch erhöht. Angesichts dessen sollten die Preise in
der Erst- und Rückversicherung stabil bleiben; die Nachfrage nach
Rückversicherungsdeckungen im Bereich Kredit, Kaution und politische Risiken
zeigt sich stabil bis leicht steigend.

Im Bereich der landwirtschaftlichen Versicherung führt der steigende Bedarf
an Agrarrohstoffen und Nahrungsmitteln sowie die Zunahme von extremen
Wetterereignissen insbesondere in den Schwellen- und Entwicklungsländern zu
einer höheren Nachfrage nach Erst- und Rückversicherungslösungen.

Den Markt für Insurance Linked Securities (ILS) nutzt die Hannover Rück
sowohl für den Schutz ihrer eigenen Katastrophenrisiken wie auch dazu,
Personen- und Schadenversicherungsrisiken für ihre Kunden in den
Kapitalmarkt zu transferieren. Dies geschieht vorrangig durch besicherte
Rückversicherung ("Collateralized Reinsurance"), dem unverändert größten
Geschäftssegment im ILS-Bereich der Hannover Rück, aber auch durch
Katastrophenanleihen.

So hat die Hannover Rück 2019 bisher fünf Katastrophenanleihen für
amerikanische Kunden im Gesamtvolumen von rund 1,1 Mrd. USD in den
Kapitalmarkt begleitet. Insgesamt sollte die Nachfrage in den nächsten
Jahren moderat steigen. Darüber hinaus investiert die Hannover Rück selbst
in Katastrophenanleihen und nutzt somit alle Möglichkeiten des ILS-Markts.

Im Bereich Strukturierte Rückversicherung entwickelt sich das Geschäft im
laufenden Jahr weiterhin entsprechend den Erwartungen. Auch für die Zukunft
rechnet die Hannover Rück mit einer noch weiter steigenden Nachfrage nach
innovativen und maßgeschneiderten Rückversicherungslösungen.

Wachstumschancen auf hohem Niveau werden dabei in Nordamerika, Europa und
Asien erwartet. Das Kaufverhalten vieler Kunden hat sich in jüngster
Vergangenheit geändert, hin zu ganzheitlichen Rückversicherungslösungen.
Dieser Trend scheint ungebrochen und führt auch in Zukunft dazu, dass immer
mehr Kunden immer komplexere Rückversicherungslösungen anfragen.

Die geplante Einführung von IFRS 17 sollte tendenziell die Nachfrage nach
maßgeschneiderten Rückversicherungslösungen erhöhen, getrieben durch die
weiterhin zunehmende Komplexität des Kapital- und Risikomanagements der
Kunden.

Ausblick
Die Schadensituation in Teilen des Marktes ist nach wie vor herausfordernd
und der Druck angesichts der ausbleibenden Zinswende wächst. Zwar ist die
allgemeine Großschadensituation 2019 noch abzuwarten, jedoch haben die
Vorjahre die Ergebnisse der Branche belastet.

Die Hannover Rück erwartet deshalb für die Erneuerungsrunde zum 1. Januar
2020 insgesamt verbesserte Preise und Konditionen.

Wie sich bei den unterjährigen Erneuerungen gezeigt hat, können breit
diversifizierte Rückversicherer mit einem sehr guten Rating insbesondere bei
großvolumigen Deckungen in der derzeitigen Marktsituation profitieren und
ihr Geschäft selektiv ausweiten. So war die Hannover Rück mit dem bisher im
Jahr 2019 erneuerten Geschäft zufrieden.

Die Hannover Rück sieht insbesondere in Asien, allen voran in China, sowie
in Lateinamerika Wachstumschancen. Auch über digitale Versicherungslösungen
oder mittels Kooperationen mit InsurTechs lassen sich neue Verbindungen
knüpfen. Ein Augenmerk liegt zudem auf der Entwicklung im Bereich der
Start-Ups. Gleichwohl partizipiert die Hannover Rück als Rückversicherer an
diesem Segment und begleitet Unternehmen bei ihrem Markteintritt. Darüber
hinaus birgt der Bereich Cyber-Risiken angesichts des stärkeren
Gefahrenbewusstseins noch viel Potenzial. Weitere Wachstumschancen bietet
die strukturierte Rückversicherung bei kapitalentlastenden Deckungen.

Im gegenwärtigen Markt konzentriert sich die Hannover Rück weiter auf ihre
Kernkompetenz als traditioneller Rückversicherer, erweitert um individuelle
Deckungskonzepte.

"Schnelle Entscheidungswege und Flexibilität wie auch die Nähe zum Markt
sind Wettbewerbsvorteile, die unsere Kunden schätzen", sagte Henchoz.
"Insbesondere in den Schwellenländern liegt noch viel Potenzial hinsichtlich
der Versicherbarkeit von Risiken sowie mittel- und langfristigen Wachstums."

Angesichts der bisherigen Geschäftsentwicklung im laufenden Jahr sieht sich
die Hannover Rück auf gutem Weg, ihre Ziele für das Jahr 2019 zu erreichen.

Für das Gesamtgeschäft erwartet das Unternehmen auf Basis konstanter
Währungskurse unverändert einen Anstieg der Bruttoprämie im einstelligen
Prozentbereich sowie einen Nachsteuergewinn in der Größenordnung von 1,1
Mrd. EUR. Zusätzlich wird ein Einmaleffekt aus einer Beteiligung in Höhe von
100 Mio. EUR das Ergebnis positiv beeinflussen. Voraussetzung für das
Erreichen des Gewinnziels ist, dass die Großschadenbelastung nicht
wesentlich den Erwartungswert von 875 Mio. EUR übersteigt und es zu keinen
unvorhergesehenen negativen Entwicklungen an den Kapitalmärkten kommt.

Die Hannover Rück ist mit einem Bruttoprämienvolumen von mehr als 19 Mrd.
EUR der drittgrößte Rückversicherer der Welt. Sie betreibt alle Sparten der
Schaden- und Personen-Rückversicherung und ist mit rund 3.200 Mitarbeitern
auf allen Kontinenten vertreten. Gegründet 1966, umfasst der Hannover
Rück-Konzern heute mehr als 100 Tochtergesellschaften, Niederlassungen und
Repräsentanzen weltweit. Das Deutschland-Geschäft wird von der
Tochtergesellschaft E+S Rück betrieben. Die für die Versicherungswirtschaft
wichtigen Ratingagenturen haben sowohl Hannover Rück als auch E+S Rück sehr
gute Finanzkraft-Bewertungen zuerkannt: Standard & Poor's AA- "Very Strong"
und A.M. Best A+ "Superior".

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