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APPLE IM FOKUS: Ein Goliath gibt den David - Dienstleistungen statt Hardware

23.10.2019 um 10:48 Uhr

CUPERTINO (dpa-AFX) - Kurz vor Bekanntgabe der Geschäftszahlen ist Apple zurück an der Spitze: Der Konzern führt wieder die Liste der wertvollsten Unternehmen an. Und obwohl das Smartphone-Geschäft die Analysten zweifeln lässt, sieht Apple-Chef Tim Cook bereits einen neuen Wachstumszyklus in diesem Segment. Gleichzeitig baut der Tech-Riese sein Service-Geschäft aus. Was beim Unternehmen los ist, was die Analysten sagen und wohin sich die Aktie entwickelt.

WAS BEI APPLE LOS IST:

In Sachen Marktkapitalisierung hat Apple erst kürzlich den Spitzenplatz als wertvollstes Unternehmen der Welt von Microsoft zurückerobert, die Marktkapitalisierung liegt bei knapp über einer Billion US-Dollar. Auch die Marke ist laut der Beratungsfirma Interbrand ungebrochen populär, sie verweist damit Alphabet-Tochter Google und Amazon auf die hinteren Plätze.

Diesen Erfolg verdankt der Konzern nicht zuletzt dem iPhone. Doch obwohl das 2007 erstmals aufgelegte Produkt immer noch den Großteil des Umsatzes ausmacht, sinkt sein Anteil stetig. Verantwortlich dafür ist sicher die gestiegene Konkurrenz im Premium-Smartphone-Markt.

Hauptsächlich Hardware anzubieten reicht dem Unternehmen aus Cupertino daher nicht mehr. Apple steigt mit neuen Portalen im Bereich Zeitungen und Zeitschriften, Musik- und Videostreaming und sogar einer eigenen Kreditkarte in immer neue Dienstleistungs-Märkte ein und legt sich dort mit den Platzhirschen an. Man könnte meinen, Apple wolle mit dieser Strategie vom Goliath wieder zum David werden: Vom Verteidiger wieder zum Herausforderer.

Wie schon länger bekannt ist, startet im Herbst der Video-Streamingdienst Apple TV+, der mit einem monatlichen Endkunden-Preis von 4,99 Euro in Deutschland ein gutes Stück billiger sein soll als Branchenprimus Netflix mit 7,99 Euro. Laut Medienberichten plant Apple schon einen Schritt weiter. Mit einem "Super-Abo" wolle der Konzern sein Musik- und Video-Angebot verbinden und so - ähnlich wie Amazon - sowohl Netflix als auch Spotify gleichzeitig Konkurrenz machen, heißt es. Wie die Financial Times berichtete, sind die Musik-Konzerne besorgt, Apple wolle die Preise für den Musik-Dienst weiter drücken.

Schaut man in die Ergebnisse des dritten Quartals, das im Juni zu Ende ging, so ist Apple mit einer Gewinnspanne von um die 20 Prozent und einem Umsatz von 53,8 Milliarden US-Dollar (48,3 Milliarden Euro) im Jahresvergleich leicht im Plus. Unterm Strich sank der Gewinn um 1,5 auf 10 Milliarden Dollar. Apple saß zuletzt auf 50,5 Milliarden US-Dollar.

Am Horizont zieht derweil schon ein Risiko auf. Die OECD hat auf Druck einiger europäischer Länder einen Entwurf für eine Digitalsteuer vorgelegt, mit der internationale Konzerne fairer besteuert werden sollen. Bereits im Sommer hatten sich die Finanzminister der Top-Wirtschaftsmächte (G7) darauf verständigt, dass auch dort Abgaben gezahlt werden sollen, wo die Nutzer von Dienstleistungen leben und nicht nur am Unternehmenssitz. Besonders die großen Internetkonzerne wie Apple stehen für ihre Steuervermeidungsstrategien in der Kritik. Frankreich war zuletzt mit einer nationalen Lösung vorangegangen, nachdem eine Steuer auf EU-Ebene gescheitert war.

Es bleibt also spannend, wenn es um die Frage geht, wie stark eine mögliche Steuer Gewinnmargen schmelzen lassen könnte. Die Apple-Anleger schauen derweil bereits nach vorn, am 30. Oktober legt der Konzern aus Kalifornien seine neuen Zahlen vor. Ende Juli war von einem Umsatz im vierten Quartal von 61 bis 64 Milliarden Dollar und einer Bruttogewinnspanne zwischen 37,5 und 38,5 Prozent ausgegangen worden. Dies entspräche einem kräftigen Umsatzwachstum im Vergleich zum Vorquartal bei stabiler Bruttogewinnspanne.

WAS SAGEN DIE ANALYSTEN:

Laut Tim Long von der britischen Investmentbank Barclays ist Apple auf einem guten Weg, wenn es darum geht sein Geschäftsmodell von Hardware auf Dienstleistungen umzustellen. Dies schlage sich auch in den prognostizierten Umsätzen nieder. In seiner am Donnerstag vorgelegten Studie hebt er das Kursziel daher von 207 auf 224 US-Dollar, belässt die Einstufung aber auf "Equal Weight". Er habe sein Bewertungsmodell an die leicht besser als erwartete Nachfrage nach dem neuen iPhone 11 angepasst, schrieb der Analyst. Diese sei auf die neue Preisstrategie zurückzuführen.

Die US-Bank JPMorgan hat die Einstufung für Apple auf "Overweight" mit einem Kursziel von 265 US-Dollar belassen. Der App Store des iPhone-Konzerns sei wieder zu starkem Wachstum zurückgekehrt, schrieb Analyst Samik Chatterjee in einer Mitte Oktober vorgelegten Studie. Damit könnten auch die Umsätze im Servicegeschäft wieder anziehen.

Von 15 Analysten im dpa-AFX-Analyser würden sechs zu einem Kauf, acht zum Halten und ein Experte zu einem Verkauf raten. Mit einem Zielkurs von 214,4 Euro liegen sie nur knapp über dem derzeitigen Kurs von rund 212 Euro.

WAS MACHT DIE AKTIE:

Am vergangenen Montag erreichte die Apple-Aktie ein neues Hoch mit rund 242 Dollar. Nach ernüchternden Aussagen von Cook zum Weihnachtsquartal im vergangenen Jahr waren die Werte im Januar auf unter 150 Dollar eingebrochen. Seit diesem Absturz erholte sich der Kurs nach und nach. Knapp eine Woche vor der Bekanntgabe der Quartalszahlen kommt jetzt der erneute Höhenflug.

Im August 2018 hat Apple als erstes US-Unternehmen der Geschichte einen Börsenwert von einer Billion US-Dollar erreicht. Nach dem Tief zum Jahreswechsel hat die Apple-Aktie insgesamt um mehr als 52 Prozent an Wert zugelegt und das Unternehmen ist jetzt wieder mehr als eine Billion Dollar wert./ssc/knd/fba

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