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ROUNDUP: RTL fährt dank Produktions- und Digitalgeschäft Umsatzplus ein

06.11.2019 um 11:21 Uhr

LUXEMBURG (dpa-AFX) - Der Medienkonzern RTL Group behauptet sich trotz Schwierigkeiten im Kerngeschäft weiter mit steigenden Digitalumsätzen. Auch im Produktionsbereich konnte das Unternehmen in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres erneut zulegen. Konzernweit ging es mit den Erlösen somit im Vergleich zum Vorjahr um rund 3 Prozent auf 4,6 Milliarden Euro nach oben, bereinigt um Wechselkurseffekte sowie Zu- und Verkäufe sogar noch etwas mehr, wie das im MDax notierte Unternehmen am Mittwoch in Luxemburg mitteilte. Den Ausblick für das laufende Jahr bestätigte das Management. An der Börse gab die Aktie im Mittagshandel dennoch um gut ein Prozent nach.

RTL steckt derzeit viel Geld in den Ausbau seiner Streaming-Dienste wie die Plattform TV Now. Das zahlt sich trotz des harten Wettbewerbs aus: Ende September hatte der Konzern in Deutschland und den Niederlanden 1,4 Millionen zahlende Abonnenten - 50 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Video-on-Demand-Umsatz legte um fast ein Viertel auf 183 Millionen Euro zu, die gesamten Digitalumsätze und damit auch das Geschäft mit Werbetechnologie, kletterten um 14 Prozent auf 755 Millionen Euro.

Das schnelle Wachstum der Streaming-Dienste habe die eigenen Erwartungen übertroffen, sagte der neue Unternehmenschef und gleichzeitige Vorsitzende der Bertelsmann-Mutter Thomas Rabe. RTL werde die Ambitionen und Investitionen in diesem Bereich somit deutlich erhöhen.

Mit ihrem Kassenschlagern "American Gods" und "American Idol" treibt die RTL-Produktionstochter Fremantle das Wachstum des Konzerns seit einiger Zeit zusätzlich voran. Die Erlöse gingen hier im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro nach oben. Für das Gesamtjahr rechnet sich das Management hier ein währungsbereinigtes Umsatzplus von bis zu 12 Prozent aus.

Problematisch bleibt es allerdings weiterhin im klassischen TV-Werbegeschäft, dem mit Abstand größten Standbein von RTL. Hier gingen die Umsätze in den ersten neun Monaten um 2 Prozent auf 3,2 Milliarden Euro zurück. In Deutschland sei das Geschäft mit Blick auf den leicht gestiegenen Zuschauermarktanteil in der Kernzielgruppe nicht ganz so stark zurückgegangen wie im Gesamtmarkt. Als Hauptgrund für den Rückgang nannte das Unternehmen den Verkauf von Töchtern.

Ende Februar hatte RTL Universum Film an den Finanzinvestor KKR verkauft, der sich zuletzt auch mehr als 40 Prozent der Anteile an Axel Springer gesichert hatte. Die französische RTL-Tochter, die Groupe M6, hatte zudem Ende 2018 den dortigen Erstliga-Fußballclub Girondins Bordeaux an den US-Investmentfonds General American Capital Partners (GACP) verkauft. Beides drückte somit auf die Sendergeschäfte von RTL.

Analysten hielten sich zunächst mit ihren Einschätzungen zu den Halbjahresergebnissen zurück. Mit Blick auf das dritte Quartal hat der Umsatz die Erwartungen erfüllt, wie Goldman Sachs-Expertin Lisa Yang in einer ersten Reaktion schrieb. Sie beließ ihre Einstufung auf "Neutral" und das Kursziel bei 48 Euro. Auf Jahressicht hat die Aktie bislang gut 15 Prozent an Wert verloren, seit Jahresbeginn dagegen um rund dreieinhalb Prozent zugelegt. Damit rangiert sie im Branchenvergleich aber immer noch auf den hinteren Plätzen.

Im laufenden Geschäftsjahr sollen die Erlöse der Sendergruppe RTL weiter moderat um 2,5 bis 5,0 Prozent ohne Wechselkurseffekte steigen. Für das operative Ergebnis (Ebita) erwartet der Konzern jedoch einen Rückgang von 2,5 bis 5,0 Prozent. Dafür seien Investitionen in Programminhalte sowie die Videoplattformen verantwortlich./kro/mis

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