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ROUNDUP: Leichter Aufwind für deutsche Häfen - Risiken durch Konjunkturflaute

20.11.2019 um 15:36 Uhr

HAMBURG (dpa-AFX) - Die deutschen Seehäfen halten sich unter erheblichem Konkurrenzdruck gut im Wettbewerb. In den ersten sechs Monaten stieg der Güterumschlag in den 22 Seehäfen an Nord- und Ostsee gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 0,3 Prozent auf 148 Millionen Tonnen, teilte der Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS) am Mittwoch in Hamburg mit. Der Containerumschlag erhöhte sich im gleichen Zeitraum um 0,7 Prozent auf 7,5 Millionen Standardcontainer. Damit steuern die deutschen Seehäfen im gesamten Jahr 2019 auf ein Umschlagergebnis knapp unter 300 Millionen Tonnen zu, was ungefähr den Vorjahren entspricht.

Noch besser schnitt in den ersten neun Monaten der größte deutsche Hafen Hamburg ab, auf den allein rund 40 Prozent der Ladung entfallen. Er setzte seinen Wachstumskurs seit Anfang des Jahres fort und steigerte den Seegüterumschlag um 3,2 Prozent auf 104 Millionen Tonnen, wie die Marketing-Gesellschaft des Hafens mitteilte. Besonders gut entwickelt habe sich der wichtige Containerumschlag mit einem Plus von 6,9 Prozent auf 7,0 Millionen Standardcontainer (TEU).

Damit habe der Hamburger Hafen sowohl beim Gesamt- als auch beim Containerumschlag die Wachstumsraten der Konkurrenzhäfen übertroffen und seine Marktanteile unter den großen Häfen in Nordwesteuropa ausgebaut.

"Die deutschen Häfen sind systemrelevant für die gesamte Wirtschaft", sagte ZDS-Präsident Frank Dreeke. Sie wickeln einen Großteil des deutschen Exports ab, gerade auch für Kunden in Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen.

Fortschritte sieht Dreeke bei der Umstellung der Häfen auf klimafreundlichere Treibstoffe. Der Bund habe 140 Millionen Euro für die Förderung von Landstrom bereitgestellt und die EEG-Abgabe gesenkt. "Das sollte zum Ausbau von Landstrom beitragen", sagte der ZDS-Präsident. Mittlerweile könnten auch Schiffe in den deutschen Häfen mit dem verflüssigten Erdgas LNG betankt werden. Die Entscheidung über ein eigenes deutsches LNG-Importterminal, um das mehrere Standorte konkurrieren, soll in Kürze fallen. Zwar nutzen bislang relativ wenige Schiffe LNG als Treibstoff, aber ihre Zahl nimmt kontinuierlich zu und damit der Bedarf an Tankmöglichkeiten.

Angesichts hoher Investitionen in die Digitalisierung der Häfen sieht der Verband die Wettbewerbsfähigkeit in den kommenden Jahren gesichert. Es gebe auch keine Krise, sondern weniger Wachstum. Die Risiken durch weltwirtschaftliche Ereignisse wie den Brexit und die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China sorgten jedoch für Unsicherheit bei den Unternehmen./egi/DP/men

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