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CHRONOLOGIE/Der Fall von Ex-Nissan-Chef Ghosn: Von der Festnahme bis zur Flucht

31.12.2019 um 14:05 Uhr

TOKIO (dpa-AFX) - Der einst mächtige Autoboss Carlos Ghosn (65) gilt als Architekt des internationalen Bündnisses zwischen Renault , Nissan und Mitsubishi. Dann stolperte er über schwere Vorwürfe der japanischen Justiz. Ein Überblick über die Ereignisse von der Festnahme bis zur Flucht:

2018:

19. November - Carlos Ghosn und seine rechte Hand, Greg Kelly, werden in Tokio wegen mutmaßlicher Verstöße gegen Börsenauflagen festgenommen. Internen Ermittlungen zufolge sollen die beiden Manager Geldbezüge in offiziellen Berichten an die japanische Börse falsch dargestellt und in Ghosns Fall jahrelang zu niedrig beziffert haben.

22. November - Der japanische Autobauer Nissan entlässt Ghosn als Verwaltungsratschef.

26. November - Der japanische Renault-Allianzpartner Mitsubishi Motors entlässt Ghosn als Verwaltungsratschef.

10. Dezember - Japans Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen Ghosn, Kelly und Nissan wegen Verstoßes gegen Börsenauflagen. Zugleich erlässt sie erneut einen Haftbefehl gegen Ghosn und Kelly.

20. Dezember - Das Bezirksgericht in Tokio lehnt einen Antrag auf Haftverlängerung für Ghosn und Kelly ab.

21. Dezember - Die japanische Staatsanwaltschaft erlässt wegen des Verdachts auf verstärkten Vertrauensbruch einen neuen Haftbefehl gegen Ghosn.

25. Dezember - Das Bezirksgericht in Tokio gewährt eine Freilassung Kellys auf Kaution.

2019:

4. Januar - Das Bezirksgericht in Tokio beraumt eine öffentliche Anhörung an, nachdem Ghosns Anwälte gefordert hatten, den offiziellen Grund für dessen Haft zu erfahren.

8. Januar - Ghosn erscheint erstmals seit seiner Verhaftung vor Gericht und weist alle Anschuldigungen zurück.

11. Januar - Die Staatsanwaltschaft erhebt eine neue Anklage gegen Ghosn wegen schweren Vertrauensbruchs und Verstoßes gegen Unternehmensgesetze. Kelly und Nissan werden wegen Verstoßes gegen das Gesetz für Finanzinstrumente und Finanzhandel angeklagt.

22. Januar - Das Bezirksgericht in Tokio lehnt einen Antrag auf Freilassung von Ghosn auf Kaution ab.

24. Januar - Ghosn tritt als Konzernchef des französischen Autoherstellers Renault zurück. Sein bisheriger Stellvertreter Thierry Bolloré leitet als Generaldirektor dauerhaft das operative Geschäft. Der scheidende Michelin -Chef Jean-Dominique Senard übernimmt den Präsidentenposten im Renault-Verwaltungsrat.

13. Februar - Zwei Anwälte reichen ihren Rücktritt als Ghosns Verteidiger ein.

28. Februar - Ghosns Anwälte reichen beim Tokioter Bezirksgericht einen Antrag auf dessen Haftentlassung ein.

5. März - Das Bezirksgericht in Tokio gewährt Ghosn eine Freilassung gegen eine Kaution von einer Milliarde Yen (umgerechnet rund 8,2 Mio Euro). Er darf das Land allerdings nicht verlassen.

6. März - Nach mehr als drei Monaten in Untersuchungshaft verlässt Ghosn eine Haftanstalt in Tokio.

4. April - Die Staatsanwaltschaft in Tokio erlässt erneut Haftbefehl gegen Ghosn. Sie wirft ihm Missbrauch von Nissan-Geldern zugunsten eines Vertriebspartners im arabischen Oman vor.

9. April - In einer von seinen Anwälten veröffentlichten Videobotschaft wirft Ghosn internen Gegnern eine Verschwörung vor.

22. April - Die Staatsanwaltschaft erhebt eine neue Anklage gegen Ghosn wegen eines weiteren Vertrauensbruchs.

25. April - Ghosn kommt nach Zahlung einer Kaution erneut auf freien Fuß.

31. Dezember - Medien berichten, Ghosn sei in Beirut aufgetaucht. Dieser teilt daraufhin mit, er befinde sich jetzt im Libanon. Mit seiner eigenmächtigen Ausreise ignoriert er seine Kautionsauflagen./tk/DP/zb

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