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Aktien Frankfurt: Dax ohne Schwung - Fresenius und FMC überzeugen

20.02.2020 um 14:41 Uhr

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Dax hat am Donnerstag auf weiter hohem Niveau etwas nachgegeben. Mit minus 0,15 Prozent auf 13 768,50 Punkten blieb der Leitindex am Nachmittag einige Zähler unter seinem Rekordhoch bei 13 795 Punkten.

Chinas Banken reduzierten die Kreditzinsen, um die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie abzufedern. Laut Marktbeobachter Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners dürften diese Maßnahmen aber zunächst nicht ausreichen, um die Angst der Börsianer vor einer weiteren Ausbreitung des Virus zu bekämpfen.

Die Zahl der Neuinfektionen in China ging nach offiziellen Angaben zwar auf den tiefsten Stand seit Wochen zurück - allerdings sorgt eine erneut geänderte Zählweise für Verwirrung. Zudem meldete Südkorea einen deutlichen Anstieg der Coronavirus-Fälle.

Für den MDax der mittelgroßen deutschen Börsenwerte ging es zuletzt um 0,12 Prozent auf 29 318,66 Punkte nach unten. Der EuroStoxx 50 als Leitbarometer der Eurozone verlor 0,35 Prozent.

Defensive Werte hatten im Dax am vorletzten Handelstag der Woche die Nase vorn. So gewannen die Titel des Medizinkonzerns Fresenius und dessen Tochter Fresenius Medical Care (FMC) 4,7 beziehungsweise 3,4 Prozent. Solide Geschäftsberichte und zuversichtliche Ausblicke gaben Auftrieb. Anleger freuten sich auch über die für 2019 angehobene Dividende beider Konzerne. Analyst Tom Jones von der Berenberg Bank sprach im Fall von FMC von einem starken vierten Quartal, von einem beruhigenden Ausblick für 2020 und noch mehr Potenzial für 2021.

Bedenken hinsichtlich der finanziellen Folgen der Coronavirus-Krise ließen die Aktien der Lufthansa als Schlusslicht im Dax um 2,2 Prozent sinken. Zuvor hatte Konkurrent Air France-KLM mitgeteilt, dass wegen des Virus zwischen Februar und April eine Belastung in Höhe von 150 bis 200 Millionen Euro erwartet werde. Air France-KLM sackten in Paris zuletzt noch um 3,6 Prozent ab und hatten zuvor noch deutlicher nachgegeben.

Der Münchner Triebwerksbauer MTU übertraf 2019 trotz eines überraschend schwachen Umsatzwachstums seine Gewinnprognose und will die Dividende deutlich erhöhen. Den Aktien des Dax-Neulings nutzte dies nichts, sie gaben um 1,5 Prozent nach. Für Analyst David Perry von JPMorgan fiel das Schlussquartal enttäuschend aus. Auch die Prognosen für 2020 seien leicht hinter den Erwartungen geblieben - und dabei seien mögliche negative Einflüsse durch das Coronavirus noch nicht einmal berücksichtigt, so der Experte.

Die Aktien des Immobilienkonzerns Grand City Properties zogen im MDax nach einer Kaufempfehlung der Deutschen Bank etwas an und gewannen 0,9 Prozent. Puma-Papiere profitierten mit plus 2,6 Prozent weiter von den am Vortag veröffentlichten, starken Geschäftszahlen des Sportartikel- und Lifestyle-Konzerns. Zudem gaben Kurszielanhebungen und eine Hochstufung durch Mainfirst Auftrieb.

Im SDax ging es für Norma Group um 6,4 Prozent abwärts. Das Analysehaus Pareto Securities hatte die Anteile des Autozulieferers von "Buy" auf "Hold" abgestuft. Das Umfeld werde schwieriger, hieß es. Dagegen gewannen die Aktien des Vakuumpumpenspezialisten Pfeiffer Vacuum ungeachtet eines Umsatz- und Gewinnrückgangs 2019 und eines vorsichtigen Ausblicks auf 2020 0,7 Prozent. Laut Analyst Harald Schnitzer von der DZ Bank lag das wohl in erster Linie an der Bekanntgabe einer weiteren Anteilsaufstockung durch Großaktionär Busch.

Am Rentenmarkt stagnierte die Umlaufrendite bei minus 0,41 Prozent und der Rentenindex Rex bei 144,83 Punkten. Der Bund-Future legte um 0,21 Prozent auf 175,03 Punkte zu.

Der Euro gab etwas nach und kostete zuletzt 1,0796 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Euro-Referenzkurs am Mittwoch auf 1,0800 Dollar festgelegt./ajx/jha/

--- Von Achim Jüngling, dpa-AFX ---

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