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ROUNDUP/Aktien New York Schluss: Erneute Verluste komplettieren schwache Woche

21.02.2020 um 22:27 Uhr

NEW YORK (dpa-AFX) - Aktien sind am Freitag an der Wall Street von Anlegern weiter abgestoßen worden. Der Dow Jones Industrial setzte seinen Negativtrend vom Vortag wegen der Sorgen um den Coronavirus fort, indem er 0,78 Prozent auf 28 992,41 Punkte einbüßte. Damit fiel der Leitindex wieder unter die Marke von 29 000 Punkten zurück. Im Laufe der Woche hat er damit 1,4 Prozent verloren.

Im Blick blieb die Virussituation in Fernost. Dabei richtete sich die Aufmerksamkeit inzwischen nicht mehr nur nach China, sondern auch nach Südkorea, wo die Zahl der Infizierten den zweiten Tag in Folge sprunghaft stieg. Der bisher größte bekannte Ausbruch außerhalb Chinas beunruhigte die Anleger.

Aus Sorge vor einer internationalen Ausbreitung des Virus ging es auch am breiteren Markt weiter bergab, wie der S&P 500 mit einem Rücksetzer um 1,05 Prozent auf 3337,75 Zähler zeigte. Besonders groß blieb der Druck aber wie schon am Vortag im Technologiesektor. Der von diesen Aktien geprägte Auswahlindex Nasdaq 100 rutschte um 1,88 Prozent auf 9446,69 Punkte ab.

Belastend kam noch die überraschende Nachricht hinzu, dass ein vom Marktforschungsinstitut Markit erhobener Einkaufsmanagerindex überraschend eine schrumpfende Aktivität im US-Dienstleistungssektor signalisierte. Am Markt wurde danach befürchtet, dass die Viruskrise vielleicht doch größere Auswirkungen auf die amerikanische Wirtschaft haben könnte als bisher gedacht.

Allgemein blieb es wie am Vortag dabei, dass insbesondere der Technologiesektor unter den neuen Sorgen litt, weil er als eng verflochten mit den Märkten in Fernost gilt. Besonders schwer traf es wieder die Aktien von Chip- und Softwarefirmen. Microsoft waren im Dow mit einem Abschlag von 3,2 Prozent das Schlusslicht. An der Nasdaq rutschten aus dem Halbleiterbereich zum Beispiel AMD um etwa 7 Prozent ab.

In der Sektorwertung des S&P 500 konnten nur drei Branchen ein positives Vorzeichen für sich behaupten: Mit den Konsumgüter-, Gesundheits- und Immobilienwerten waren dies Teilindizes, die für ihre defensiven Eigenschaften bekannt sind und so von Anlegern in unsicheren Börsenzeiten häufiger favorisiert werden. Coca-Cola sowie Johnson & Johnson waren mit Anstiegen von bis zu 1,1 Prozent unter den Dow-Gewinnern.

Ansonsten richtete sich der Fokus auf die Mobilfunkbranche, wo sich die Fusion von T-Mobile US mit dem kleineren Wettbewerber Sprint der Zielgeraden nähert - mit nun etwas besseren Konditionen für die Telekom-Tochter. Deren Aktien profitierten mit einem Abschlag von 0,9 Prozent aber nicht mehr davon. Für die Sprint-Aktionäre jedoch endet eine lange Phase der Unsicherheit. Die Papiere zogen um 6 Prozent an.

Mit Zahlen warteten einige Nebenwerte auf. Positiv fielen dabei vor allem die Dropbox -Aktien mit einem Kurssprung um 20 Prozent auf. Hier machte sich unter Anlegern große Erleichterung breit. Der Filehosting-Dienst habe insgesamt besser als befürchtet abgeschnitten, schrieb Analystin Heather Bellini von der Investmentbank Goldman Sachs.

Das Agrartechnikunternehmen Deere & Co überraschte mit seinen Geschäftszahlen ebenfalls positiv. Der Sektor zeige erste Anzeichen einer Stabilisierung, teilte Deere mit. Die Anteilscheine stiegen um gut 7 Prozent.

Mit First Solar gab es jedoch auch einen Kandidaten mit einem sehr enttäuschenden Zwischenbericht. Ein Verlust im vierten Quartal und schwache Umsätze ließen die Aktien des Solarmodul- und Photovoltaikspezialisten um fast 15 Prozent abrutschen.

Der Euro setzte dank der schwachen US-Daten zu einer kräftigen Erholung an. Die Gemeinschaftswährung stoppte vorerst ihre Talfahrt unter die Marke von 1,08 US-Dollar, zuletzt wurden 1,0849 US-Dollar gezahlt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor noch auf 1,0801 (Donnerstag: 1,0790) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9258 (0,9268) Euro.

US-Staatsanleihen waren derweil wegen ihres Charakters als "sicherer Hafen" der Anleger gefragt. Richtungweisende zehnjährige Papiere legten um 13/32 Punkte auf 100 9/32 Punkte zu. Sie rentierten mit 1,47 Prozent./tih/he

--- Von Timo Hausdorf, dpa-AFX ---

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