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ROUNDUP: TAG Immobilien will höhere Dividende zahlen als geplant

27.02.2020 um 12:44 Uhr

HAMBURG (dpa-AFX) - Anziehende Mieten aufgrund der Knappheit in Ballungszentren treiben TAG Immobilien weiter an. Das operative Ergebnis (FFO1) erhöhte sich 2019 im Jahresvergleich um zehn Prozent auf 161 Millionen Euro, wie die im MDax notierte Gesellschaft am Donnerstag in Hamburg mitteilte. Zum Zuwachs trugen neben höheren Mieten auch geringere Kosten bei. Da das Unternehmen mehr verdiente als geplant, sollen die Aktionäre auch eine höhere Dividende ausgezahlt bekommen. Die Anteilseigner sollen nun 82 (Vorjahr: 75) Cent je Aktie für das Jahr 2019 erhalten statt der bisher geplanten 80 Cent.

Die Aktien von TAG Immobilien konnten sich mit einem Minus von lediglich 0,25 Prozent auf 23,72 Euro gegen den schwachen Gesamtmarkt stemmen. Börsianer verwiesen auf die erfreulichen Geschäftszahlen des Immobilienkonzerns. Analyst Andre Remke von der Baader Bank etwa lobte ein "insgesamt starkes operatives Ergebnis". Er rechnet damit, dass die Profitabilität dank des weiter nachlassenden Leerstands und niedrigerer Finanzierungskosten weiter steigen wird. Der Experte Kai Klose von der Privatbank Berenberg ergänzte, der Schuldenabbau sei erfolgreich.

Im laufenden Jahr will das Unternehmen mehr verdienen. Die für Immobilienunternehmen wichtige operative Kenngröße FFO1 (Funds from Operations) soll 2020 wie bereits bekannt auf 168 bis 170 Millionen Euro zulegen. Davon sollen auch die Aktionäre profitieren, die dann für das Jahr eine Dividende von 87 Cent je Aktie bekommen sollen.

Die Mieteinnahmen kletterten 2019 um rund vier Prozent auf 315 Millionen Euro. Dabei hätten die Mieten auf vergleichbarer Basis inklusive des geringeren Leerstands um 2,4 Prozent zugelegt. Das Konzernergebnis reduzierte sich allerdings aufgrund nicht zahlungswirksamer Steuereffekte um knapp sieben Prozent auf 456,4 Euro Millionen Euro.

Den größeren Immobilienkonzernen weht aufgrund steigender Mieten in den deutschen Ballungsgebieten ein immer stärkerer Gegenwind entgegen. Erst jüngst verlängerte der Bundestag angesichts der anhaltenden Wohnungsnot die Mietpreisbremse um fünf Jahre und verschärfte sie zudem. Künftig können Mieter zu viel gezahlte Miete erstmals auch rückwirkend für bis zu zweieinhalb Jahre zurückfordern.

In Berlin beschloss der Senat ein Gesetz für einen Mietendeckel, mit dem die Mieten für 1,5 Millionen vor dem Jahr 2014 gebaute Wohnungen in der Hauptstadt in den kommenden fünf Jahren eingefroren werden. Hintergrund sind die Wohnkosten in der Hauptstadt, die in den vergangenen Jahren stärker als anderswo in Deutschland gestiegen sind.

Die Immobilien des Hamburger Konzerns liegen in den sogenannten B- und C-Standorten und damit in den weiteren Einzugsgebieten der Metropolen und in mittelgroßen Städten. So befänden sich im Zentrum von Berlin nur rund 300 Wohnungen von den gut 83 000 Wohnungen des Immobilienkonzerns. Der größte Teil der Wohnimmobilien stehe in ostdeutschen Städten wie etwa Gera, Leipzig, Chemnitz, Erfurt sowie im Umfeld von Berlin.

Erst jüngst stieg TAG Immobilien mit dem Zukauf von Vantage Development in den polnischen Markt ein. "Der Mietwohnungsmarkt in Polen stellt aus unserer Sicht eine sehr attraktive Ergänzung zur bestehenden Geschäftstätigkeit in Deutschland dar und bietet weitere Wachstumschancen", sagte Finanzchef Martin Thiel. In drei bis fünf Jahren will das Hamburger Unternehmen in dem Nachbarland 8000 bis 10 000 Wohneinheiten besitzen. Vantage Development hat nach früheren Aussagen einen Schwerpunkt in der wirtschaftlich starken Region Breslau im Westen des Landes und derzeit mehrere Projekte mit rund 5300 Wohneinheiten in der Pipeline./mne/eas/jha/

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