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VIRUS/ROUNDUP: Italien will mehr Normalität trotz steigender Corona-Fälle

28.02.2020 um 20:01 Uhr

ROM (dpa-AFX) - 21 Tote, insgesamt 888 Infizierte - das ist die offizielle Bilanz für Italien eine Woche nach den ersten Berichten über einen Coronavirus-Ausbruch in der Lombardei. Wie sich aus den Angaben von Zivilschutzchef Angelo Borrelli weiter ergibt, stieg die Zahl der Toten damit im Vergleich zum Vortag noch einmal um vier. Als gute Nachricht verkündete er am Freitagabend in Rom, dass 46 Patienten inzwischen wieder gesund seien. Zugleich mehrten sich die Stimmen aus der Politik, die eine Rückkehr zur Normalität für das Land forderten.

Die meisten Fälle und die meisten Toten gab es weiterhin in der nördlichen Lombardei. Dort war am 21. Februar der erste Krankheitsfall dieses Ausbruchs bekannt geworden. Zehn Gemeinden wurden kurz danach abgesperrt, darunter Codogno, wo ein Herd vermutet wird. Mehrere Krankenhäuser der Lombardei sind nach Angaben der Behörden an der Grenze ihre Kapazität.

Ein zweiter Herd der Infektionswelle mit Sars-CoV-2 liegt in Venetien, auch dort ist eine Gemeinde isoliert worden. Drei frühere Infizierte aus Rom, die in die Bilanz für Italien mit einfließen, gelten als gesund.

Angesichts großer Einbrüche im Tourismus und in anderen Bereichen der Wirtschaft forderten erneut Politiker ein Ende alarmistischer Reaktionen. "Wir müssen zur Normalität zurückfinden", sagte etwa der Präsident der norditalienischen Region Venetien, Luca Zaia. Er warnte, wenn die Wirtschaft in seiner wichtigen Region zusammenbreche, "bricht auch Italien weg".

Unterdessen kündigte die ohnehin notleidende italienische Fluggesellschaft Alitalia an, auf 38 Strecken die Kapazitäten zu reduzieren. Betroffen seien nationale und internationale Flüge, denn die Nachfrage sei eingebrochen, hieß es am Freitag.

Um ein positives Signal zu geben, wollen einige Regionen, wo die Schulen geschlossen wurden, wieder den Unterricht starten. Mehrere Millionen Schüler seien zuletzt zu Hause geblieben, schrieb die Zeitung "La Repubblica". Jetzt habe ein Teil der betroffenen Regionen signalisiert, dass ab Montag oder ab Mitte nächster Woche wieder regulärer Unterricht stattfinden könnte, unter anderem in Venetien.

Auch der Mailänder Dom soll ab 2. März wieder für Touristen zugänglich sein. Allerdings zunächst nur für Besucher mit Onlinetickets und in kleinen Gruppen, wie die Verantwortlichen ankündigten.

Der italienische Außenminister Luigi Di Maio hatte schon am Donnerstag gewarnt, Negativschlagzeilen und falsche Informationen könnten dem Land mehr schaden als die Covid-19-Krankheit. Dabei sprach er vom Risiko durch eine "Infodemic", das Wort setzt sich aus den englischen Begriffen für Information und Epidemie zusammen./pky/DP/jha

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