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ROUNDUP: Deutsche Wohnen baut außerhalb von Berlin - Kauf von Projektplattform

25.03.2020 um 11:02 Uhr

BERLIN (dpa-AFX) - Der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen will den Bau neuer Wohnungen deutlich vorantreiben. Das Unternehmen habe sich mit dem M√ľnchener Projektentwickler Isaria Wohnbau, einer Beteiligungsfirma des Finanzinvestors Lone Star, auf den Erwerb einer Plattform f√ľr Projektentwicklungen sowie wesentlicher Immobilienprojekte geeinigt, teilte der MDax-Konzern am Mittwoch in Berlin mit. Der Abschluss des Kaufs soll in diesem Jahr erfolgen.

Der Kaufpreis betrage 600 Millionen Euro, sagte ein Sprecher. Insgesamt sollen 2700 Wohn- und Gewerbeeinheiten entstehen. Die H√§lfte der Projekte befinde sich in M√ľnchen, der Rest in Gro√üst√§dten wie Hamburg, Stuttgart und Frankfurt. Diese Projekte k√§men zu den bereits geplanten rund 2500 neuen Wohnungen in Berlin hinzu. Insgesamt will die Deutsche Wohnen √ľber drei Milliarden Euro in den Neubau von Wohn-, Pflege- und B√ľroimmobilien stecken.

Die Aktie legte im fr√ľhen Handel um sechs Prozent auf 33,70 Euro zu. Damit haben die Papiere mittlerweile gut die H√§lfte des infolge des allgemeinen B√∂rsen-Crashs erlittenen Kurseinbruchs wieder aufgeholt.

"Der Mangel an bezahlbarem Wohnraum in unseren Gro√üst√§dten ist eine gesellschaftliche Herausforderung", sagte Unternehmenschef Michael Zahn. In den deutschen Gro√üst√§dten m√ľssten j√§hrlich bis zu 400 000 Wohnungen gebaut werden. "Mit der Isaria haben wir einen exzellenten Projektentwickler gewonnen und setzen nun deutschlandweit Projekte um, die perfekt unserem Fokus auf Metropolregionen und qualit√§tsvollem, nachhaltigem Bauen entsprechen", f√ľgte er hinzu.

Den gro√üen deutschen Wohnungsvermietern weht wegen anziehender Mieten ein immer st√§rkerer Wind entgegen. Erst j√ľngst verl√§ngerte der Bundestag angesichts der anhaltenden Wohnungsnot die Mietpreisbremse um f√ľnf Jahre und versch√§rfte sie zudem. K√ľnftig k√∂nnen Mieter zu viel gezahlte Miete f√ľr bis zu zweieinhalb Jahre r√ľckwirkend zur√ľckfordern.

In Berlin trat gerade ein Gesetz f√ľr einen Mietendeckel in Kraft. Damit werden die Mieten f√ľr 1,5 Millionen Wohnungen in der Hauptstadt, die vor 2014 gebaut wurden, in den kommenden f√ľnf Jahren eingefroren. F√ľr Neuvermietungen gelten Obergrenzen. Die rot-rot-gr√ľne Landesregierung will damit den zuletzt starken Anstieg der Mieten bremsen. Dies trifft besonders Immobilienkonzerne wie Deutsche Wohnen und Ado Properties , die Immobilien √ľberwiegend in Berlin besitzen.

Im laufenden Jahr erwartet der Konkurrent von Vonovia , LEG Immobilien und TAG Immobilien unter anderem wegen des erst k√ľrzlich in Kraft getretenen Mietendeckels in Berlin mit rund 540 Millionen Euro einen operativen Gewinn (Funds from Operations 1, kurz FFO1) etwa auf dem Niveau des Vorjahres.

2019 legte der operative Gewinn vor allem dank gestiegener Mieten im Jahresvergleich noch um knapp 12 Prozent auf 538 Millionen Euro zu. Die Vertragsmieten stiegen 2019 um 6,6 Prozent auf 837 Millionen Euro. Im Durchschnitt betrug die Miete pro Quadratmeter 6,87 Euro nach 6,64 Euro im Vorjahr. Unter dem Strich blieben 1,6 Milliarden Euro als Gewinn h√§ngen, ein R√ľckgang um gut 14 Prozent. Dazu trug bei, dass das Unternehmen den Wert von Wohnungen geringer einsch√§tzt als vor einem Jahr.

Das Management will die Dividende f√ľr 2019 von 87 auf 90 Cent je Aktie erh√∂hen und damit nicht so stark wie auf Basis der bisher vorgesehenen Aussch√ľttungsquote geplant. Die Anpassung diene zur Finanzierung eines Hilfsfonds in H√∂he von 30 Millionen Euro, mit dem das Unternehmen eigene Mieter im Rahmen der Corona-Krise in H√§rtef√§llen schnell finanziell helfen will.

Die Deutsche Wohnen vermietet bundesweit rund 161 000 Wohnungen und Gewerbeeinheiten, einen Großteil davon in Berlin. Zum Portfolio gehören auch Pflegeheime./mne/stw/fba

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