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VIRUS/Corona-Krise: Tausende ältere Beschäftigte in wichtigen Branchen

05.04.2020 um 14:37 Uhr

BERLIN (dpa-AFX) - Die Linke fordert angesichts der Corona-Krise bessere Bedingungen für Beschäftigte in systemrelevanten Branchen, in denen Tausende selbst zur Risikogruppe älterer Menschen gehören. So waren im Gesundheits- und Sozialwesen zuletzt bundesweit knapp 385 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte 60 Jahre und älter. Das ergab eine von der Linke-Arbeitsmarktexpertin Sabine Zimmermann angeforderte Sonderauswertung der Bundesagentur für Arbeit. Laut den jüngsten Daten für 2018 entsprach dies einem Anteil von acht Prozent.

"Alle reden davon, wie wir uns vor Corona schützen können", sagte Zimmermann der Deutschen Presse-Agentur. "Insbesondere müssen die, die jetzt das System am Laufen halten, aber deutlich besser geschützt werden." Gerade im Hinblick auf die älteren Beschäftigten sei dies dringend nötig. "Es ist ein unhaltbarer Zustand, dass es zu wenig Atemmasken und Schutzausrüstung gibt." Die Bundesregierung müsse die Ausstattung sichern - durch Einkauf und als letzte Möglichkeit durch Beschlagnahmung bei denen, die mit Wucherpreisen Geschäfte machten.

Im Einzelhandel, zu dem Supermärkte gehören, waren laut den Daten für 2018 rund 158 000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte 60 Jahre und älter (6,6 Prozent in diesem Bereich). Bei Heimen, zu denen Pflege- und Altenheime gehören, waren es 101 000 Beschäftigte (9,7 Prozent). Bei älteren Menschen gibt es laut Robert Koch-Institut (RKI) ein erhöhtes Risiko für schwerere Krankheitsverläufe.

Zimmermann sagte, die Corona-Krise rücke auch die Arbeitsbedingungen in systemrelevanten Berufen in den Fokus. Viele verdienten dort unter Durchschnitt oder arbeiten in Teilzeit, so dass ein auskömmliches Leben teils nicht möglich sei. Für die Zeit der Krise müssten die Arbeitgeber verpflichtet werden, einen Zuschlag zu zahlen, forderte die arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Linke-Bundestagsfraktion. "Ein "Danke schön" reicht nicht." Aber auch generell müssten die Löhne steigen, etwa durch höhere Branchenmindestlöhne und bessere Möglichkeiten, Tarifverträge für allgemeinverbindlich zu erklären./sam/DP/nas

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