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Henkel zieht Prognose zurück - Umsatz im ersten Quartal gesunken

07.04.2020 um 18:32 Uhr

DÜSSELDORF (dpa-AFX) - Der Konsumgüterkonzern Henkel streicht wie so viele Unternehmen in jüngster Zeit seine Prognose für das laufende Jahr. Wegen der Corona-Pandemie sei derzeit eine zuverlässige und realistische Einschätzung der zukünftigen Geschäftsentwicklung nicht möglich, teilten die Düsseldorfer am Dienstag mit. Der Hersteller von Marken wie Persil, Schwarzkopf oder Pritt bekam die negativen Auswirkungen durch die Corona-Pandemie bereits im ersten Quartal zu spüren: So geht Henkel nach ersten vorläufigen Zahlen von einem organischen Umsatzrückgang von 0,9 Prozent aus. Die Zahl ist dabei bereinigt um Währungseffekte sowie Zu- und Verkäufe.

Besonders schwach entwickelte sich das konjunktursensible Klebstoffgeschäft, vor allem die Nachfrage in der Automobilbranche sank weiter. Organisch nahmen die Erlöse um 4,1 Prozent ab. Die Sparte für Schönheitspflege büßte 3,9 Prozent ein. Während das Friseur-Geschäft durch die behördlich angeordneten Schließungen von Friseurgeschäften erheblich beeinträchtigt wurde, war das organische Umsatzwachstum im Einzelhandel den Angaben zufolge gegenüber dem Vorjahr stabil. Als Lichtblick erwies sich das Geschäft mit Wasch- und Reinigungsmitteln, das im ersten Quartal organisch um 5,5 Prozent zulegte. Henkel will am 11. Mai ausführlich über das erste Quartal berichten.

Henkel reagiere in allen Unternehmensbereichen und Funktionseinheiten mit
"gezielten Maßnahmen" auf die Krise, erklärte der Konzern, ohne weitere Details zu nennen. Es sei derzeit jedoch nicht hinreichend verlässlich abzusehen, über
welchen Zeitraum und in welchem Ausmaß das Unternehmen mit weiteren
Beeinträchtigungen im Gesamtjahr konfrontiert werde, und inwieweit diese
durch Gegenmaßnahmen ausgeglichen werden könnten.

Henkel hatte 2020 auf dem Investorentag Anfang März als "Übergangsjahr" gekennzeichnet. So ging der Dax -Konzern wegen Investitionen sowie eines schwächeren konjunkturellen Umfelds vor allem im Klebstoffgeschäft ohnehin von einer weiteren Belastung der Ergebnisse aus. Henkel hatte für das laufende Jahr bislang einen Rückgang der bereinigten Umsatzrendite von 16 auf rund 15 Prozent angekündigt. Auch beim bereinigten Ergebnis je Vorzugsaktie erwartete das Management bei konstanten Wechselkursen einen Rückgang um einen mittleren bis hohen einstelligen Prozentwert im Vergleich zu 5,43 Euro 2019. Das Umsatzwachstum aus eigener Kraft sollte bei 0 bis 2 Prozent liegen. Bereits 2019 hatten die Düsseldorfer einen Gewinnrückgang verkraften müssen./nas/jha/

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