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DGAP-News: Kapilendo Marktkommentar: Systemische Krisen - Das 'Neue Normal' (deutsch)

09.04.2020 um 09:22 Uhr

Kapilendo Marktkommentar: Systemische Krisen - Das 'Neue Normal'

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DGAP-News: kapilendo AG / Schlagwort(e): Marktbericht
Kapilendo Marktkommentar: Systemische Krisen - Das 'Neue Normal' (News mit
Zusatzmaterial)

09.04.2020 / 09:22
Für den Inhalt der Mitteilung ist der Emittent / Herausgeber verantwortlich.

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M A R K T K O M M E N T A R

Systemische Krisen - Das "Neue Normal"
Von Björn Siegismund, Chief Investment Officer der Kapilendo AG

- 10 Jahre und 4 Abstürze mit Lufthansa
- 3 Systemschocks in den letzten 30 Jahren
- Aktienfokus auf "Bilanzbollwerk"

Wer sich im April 2010 eine Aktie der Lufthansa, eines der führenden
internationalen Luftfahrtunternehmen mit sehr qualifiziertem Personal und
einem exzellenten Management, ins Depot gelegt hat, verzeichnet zehn Jahre
später, im April 2020, ein Minus von 18,2% - inklusive der ausgezahlten
Dividenden. "Die Anleger würden heute besser dastehen, wenn die Gebrüder
Wright beim Erstflug abgestürzt wären", äußerte sich der Investor Warren
Buffett vor einigen Jahren dementsprechend kritisch zum Thema Aktien von
Luftfahrtunternehmen. Die Aktie der Lufthansa ist jedoch nur ein Beispiel
für eine sehr bescheidene Aktienperformance über einen Zeitraum von immerhin
10 Jahren. Aktionäre der Daimler AG teilen ein ähnliches Schicksal. Das
wirft die Frage auf, ob eine vergleichsweise naiv aufgebaute, langfristige
Anlagestrategie in sogenannte Blue Chips oder auch Qualitätstitel in der
heutigen Anlagewelt noch zielführend ist.
Drei Systemschocks in den vergangenen 30 Jahren
Tatsächlich haben die meisten der heute aktiven Anleger bereits mehrere
krasse historische Einschnitte erlebt. Nach den linearen Jahrzehnten des
Kalten Krieges waren die vergangenen 30 Jahre eine Epoche der systemischen
Schocks - die Corona-Krise ist in diesem Zeitraum bereits die dritte
dramatische Zäsur. Der erste Systemschock war der 11. September 2001. Der
islamistische Terrorismus - bis dahin ein Expertenthema - wurde plötzlich
zur Bedrohung für den Lebensstil der westlichen Welt. Im Jahr 2008 dann
erschütterten die Finanzkrise und Euro-Krise die Welt. Pleiten von Banken
und Staaten, eine Kernschmelze des Weltfinanzsystems waren plötzlich reale
Szenarien, die das Leben aller Menschen betrafen. Aktuell befinden wir uns
in der akuten Phase der dritten systemischen Krise in den vergangenen 10
Jahren. Wie am 11. September wird die Gesellschaft plötzlich erneut mit
einer Bedrohung konfrontiert, die man bis dato nur in Katastrophenfilmen
gesehen hatte.
Mittelfristige wirtschaftliche Folgen gravierend
Die wirtschaftlichen Folgen wiederum werden voraussichtlich mindestens so
gravierend sein wie in der Finanz- und Euro-Krise. Ganz bewusst werden die
damals eingesetzten Rezepte nun wieder angewendet. Ohne Zweifel stehen wir
aktuell vor dem Risiko einer tiefen Wirtschaftskrise, aus der nicht zuletzt
auch eine neue Euro-Schuldenkrise resultieren kann. In der Angst vor dem
Virus achtet derzeit kaum noch jemand auf die mittelfristigen Auswirkungen -
von ansteigender Inflation über andauernde Negativzinsen zu realen
Vermögensverlusten- der Billionenbeträge, die derzeit von Notenbanken und
Regierungen eingesetzt werden, um die Wirtschaft und die Finanzmärkte zu
stabilisieren.
Systemische Krisen - das "Neue Normal"
Eine Rückkehr in die lineare Welt von 1960-1990 wird es auf absehbare Zeit
nicht geben. Systemische Krisen sind das "Neue Normal". Die
Covid-19-Pandemie wird voraussichtlich stärker als die meisten vorherigen
Krisen dauerhafte Spuren in unserem Alltag hinterlassen und die Entwicklung
der Anlageportfolios nachhaltig beeinflussen. Nichtsdestotrotz bietet die
aktuelle Krise eine Vielzahl an Chancen für Anleger. Jetzt gilt es, die
richtigen, vermögenssichernden Entscheidungen zu treffen. Auf kürzere Sicht
können Anleger nach Aktien und Anleihen Ausschau halten, die im von Angst
geprägten Umfeld überverkauft sind. Mittelfristig ist es jedoch von
entscheidender Bedeutung, die potentiellen Gewinner in einer Zeit
wiederkehrender, systemischer Krisen zu identifizieren und entsprechend zu
investieren.
Focus auf "Bilanzbollwerk"
Hierbei sollte der Fokus auf Aktien von Unternehmen gerichtet werden, die
über ein entsprechendes "Bilanzbollwerk" verfügen, um aus jeder Krise als
Gewinner hervorzugehen. Ein prominentes Beispiel hierfür ist die Aktie von
Alphabet. Das Unternehmen verfügt über mehr als 120 Mrd. US-Dollar an
liquiden Mitteln. Das bedeutet, dass es über enorme Ressourcen verfügt, um
einen erheblichen Rückgang der Werbeausgaben in diesem Jahr zu überstehen
und gleichzeitig aggressiv zu handeln, wenn sich attraktive Opportunitäten
in der Krise bieten. Aber auch Unternehmen wie Apple, Amazon und Microsoft
sind Beispiele für Unternehmen mit hohen Reserven und einem
widerstandsfähigem Geschäftsmodell.
Mit unseren aktuellen Aktienkäufen erwarten wir keine schnellen Gewinne. Wir
halten es sogar für durchaus wahrscheinlich, dass Aktienmärkte in den
kommenden Wochen wieder nachgeben, wenn die vollen wirtschaftlichen
Auswirkungen der COVID-19 Pandemie deutlicher werden. Aber selbst wenn die
Aktien der Unternehmen mit "Bilanzbollwerken" in den nächsten Wochen
nochmals günstiger werden, sind wir voll und ganz davon überzeugt, dass wir
auf Sicht von wenigen Jahren erhebliche Kursgewinne sehen werden, da wir in
einer Epoche systemischer Schocks eine bewusste Auswahl von Aktien
krisenresistenter Unternehmen treffen.
https://www.kapilendo.de/digitale-vermoegensverwaltung/etf-portfolio#/

Über die Kapilendo AG
Die Kapilendo AG ist digitaler Bankingpartner für den Mittelstand.
Etablierten Wachstumsunternehmen und mittelständischen Unternehmen bietet
die Berliner Neobank eine zeitgemäße Alternative zur klassischen Bank in den
Bereichen Corporate Finance und Investment Management. Das Leistungsspektrum
für mittelständische Unternehmen umfasst individuelle Finanzierungslösungen
vom klassischen Kredit bis zur Wertpapieremission sowie ein
kapitalmarktbasiertes Liquiditäts- und Cashmanagement. Investoren bietet
Kapilendo ein einzigartiges Leistungsangebot als ganzheitliche, digitale
Vermögensverwaltung mit Depot sowie Mittelstands- und Immobilieninvestments.
Das Unternehmen hat seinen Sitz in Berlin und wurde im Januar 2015
gegründet. Hauptgesellschafter der Kapilendo AG sind die Comvest Holding AG,
die FinLab AG, das Versorgungswerk der Zahnärztekammer Berlin und die Axel
Springer Media for Equity GmbH sowie mehrere renommierte Business-Angels.

Pressekontakt
Hanna Dudenhausen / Kapilendo AG / Joachimsthaler Str. 30 / D-10719 Berlin /
Telefon: +49 (0)303642857-0/ E-Mail: h.dudenhausen@kapilendo.de /
https://www.kapilendo.de

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Zusatzmaterial zur Meldung:

Bild: http://newsfeed2.eqs.com/kapilendo/1019343.html
Bildunterschrift: Björn Siegismund, Chief Investment Officer der Kapilendo
AG

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