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ROUNDUP: Deutsche Pfandbriefbank kassiert nach Gewinneinbruch ihr Jahresziel

05.05.2020 um 10:06 Uhr

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Drohende Kreditausfälle infolge der Corona-Krise durchkreuzen jetzt auch die Gewinnpläne der Deutschen Pfandbriefbank (PBB) . Die Risikovorsorge für faule Kredite und das Bewertungsergebnis seien wegen der Unsicherheit über die Entwicklung der Gesamtwirtschaft und der Immobilienmärkte "nicht belastbar vorhersehbar", teilte der Immobilienfinanzierer am Montagabend nach Börsenschluss in München mit. Nach einem herben Gewinneinbruch im ersten Quartal nahm der Vorstand seine Gewinnprognose für 2020 zurück.

An der Börse ging es für die PBB-Aktie am Morgen dennoch mit dem Markt aufwärts. Nachdem der Kurs am Montag um mehr als acht Prozent abgesackt war, zog er am Dienstagmorgen um rund vier Prozent an. Seit die Coronavirus-Pandemie die Finanzmärkte in Europa im Februar voll erfasst hat, hat das Papier jedoch rund 58 Prozent an Wert eingebüßt und damit mehr als jede andere Aktie im MDax .

Im ersten Quartal konnte sich die PBB vor Steuern gerade noch in der Gewinnzone halten. Wegen hoher Rückstellungen für wackelnde Kredite und gestiegene Risikoaufschläge sackte der Vorsteuergewinn im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 96 Prozent auf nur noch 2 Millionen Euro ab. Die erhöhte Risikovorsorge schlug mit 34 Millionen Euro negativ zu Buche, nachdem sie ein Jahr zuvor nur eine Million betragen hatte. Das Bewertungsergebnis lag mit minus 17 Millionen Euro ebenfalls deutlich negativer aus als ein Jahr zuvor. Die kompletten Quartalszahlen will die Bank am 13. Mai vorlegen.

Für den Gewinneinbruch machte der Vorstand fast ausschließlich die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise verantwortlich. Ohne die Sonderbelastungen durch die Virus-Pandemie hätte das Vorsteuerergebnis bei 47 Millionen Euro gelegen, hieß es. Das wäre fast genauso viel wie ein Jahr zuvor.

Eine neue Prognose für das laufende Jahr will PBB-Chef Andreas Arndt abgeben, "sobald dies wieder verlässlich möglich ist". Bei der Bilanzvorlage Anfang März hatte er sich 2020 einen Vorsteuergewinn von 180 bis 200 Millionen Euro zum Ziel gesetzt. Da hatte die Pandemie gerade erst begonnen, Europa zu erfassen. Bereits im Herbst hatte der Manager vor wachsenden gesamtwirtschaftlichen Risiken gewarnt - schon ohne Corona-Krise. Daher hatte die PBB ihre Risikovorsorge für faule Kredite schon Ende 2019 deutlich nach oben geschraubt./stw/niw/mis

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