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ROUNDUP: Verwaltungskosten drücken bei Deutsche Wohnen auf Betriebsgewinn

13.05.2020 um 10:24 Uhr

BERLIN (dpa-AFX) - Der Immobilienkonzern Deutsche Wohnen profitiert weiterhin von steigenden Mieten. Allerdings drücken höhere Verwaltungskosten und geringere Erlöse aus Wohnungsverkäufen auf das operative Ergebnis. Die Aktie gab im Vormittagshandel um 1,7 Prozent auf 37,59 Euro nach.

"Trotz der erheblichen Herausforderungen durch Covid-19 beweist sich unser Geschäftsmodell einmal mehr als robust", sagte Unternehmenschef Michael Zahn bei Vorlage der Quartalsbilanz am Mittwoch in Berlin. Das Unternehmen sei und bleibe stabil aufgestellt. "Insoweit können wir auch unsere Prognose für das laufende Geschäftsjahr bestätigen", sagte er.

Im laufenden Jahr erwartet der Konkurrent von Vonovia , LEG Immobilien und TAG Immobilien aufgrund des erst kürzlich in Kraft getretenen Mietendeckels in Berlin einen operativen Gewinn etwa auf dem Niveau des Vorjahres.

Die Corona-Pandemie trifft deutsche Wohnungskonzerne im Vergleich zu anderen Branchen kaum, auch wenn viele von ihnen während der Krise auf Kündigungen infolge von Zahlungsschwierigkeiten sowie auf Mieterhöhungen verzichten. Bislang hätten sich insgesamt rund 1 100 Mieter bei der Deutsche Wohnen wegen bereits eingetretener oder erwarteter Schwierigkeiten bei den Mietzahlungen gemeldet, teilte Deutsche Wohnen mit. Das Unternehmen vermietet bundesweit mehr als 161 000 Wohnungen.

Im ersten Quartal legten die Vertragsmieten um 2,9 Prozent auf 210,6 Millionen Euro zu, wie das MDax-Unternehmen mitteilte. Die Mieten stiegen in den ersten drei Monaten auf vergleichbarer Fläche um 2,3 Prozent. Allerdings nahm Deutsche Wohnen deutlich weniger mit verkauften Wohnungen ein und gleichzeitig stiegen die Verwaltungskosten. Der operative Gewinn (Funds from Operations 1, kurz FFO1) ging deshalb im ersten Quartal um 3,9 Prozent auf 140,9 Millionen Euro zurück. Das Periodenergebnis legte dank positiver latenter Steuern um 13 Prozent auf 125,4 Millionen Euro zu.

Den großen deutschen Wohnungsvermietern weht wegen anziehender Mieten ein immer stärkerer Wind entgegen. Erst jüngst verlängerte der Bundestag angesichts der anhaltenden Wohnungsnot die Mietpreisbremse um fünf Jahre und verschärfte sie zudem. Künftig können Mieter zu viel gezahlte Miete für bis zu zweieinhalb Jahre rückwirkend zurückfordern.

In Berlin trat vor kurzem ein Gesetz für einen Mietendeckel in Kraft. Damit werden die Mieten für 1,5 Millionen Wohnungen in der Hauptstadt, die vor 2014 gebaut wurden, in den kommenden fünf Jahren eingefroren. Für Neuvermietungen gelten Obergrenzen. Dies trifft besonders Immobilienkonzerne wie Deutsche Wohnen und Ado Properties , die Immobilien überwiegend in Berlin besitzen. Die Bundestagsabgeordneten von CDU/CSU und FDP wollen das Gesetz zur Mietbegrenzung wieder kippen und reichten deshalb jüngst im Rahmen eines Normenkontrollverfahrens Klage beim Bundesverfassungsgericht ein./mne/eas/fba

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