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OTS: Bundesgeschäftsstelle Landesbausparkassen (LBS) / Corona verhilft ...

04.07.2020 um 08:01 Uhr

Corona verhilft Deutschland zu einer Atempause in der
Immobilienpreisentwicklung (FOTO)
Berlin (ots) - Immobilienvermittler von LBS und Sparkassen erwarten infolge der
Corona-Krise bis zum Herbst keinen weiteren Anstieg der Wohnimmobilienpreise -
LBS-Immobilienpreisspiegel zeigt enorme regionale Preisunterschiede

Die Immobiliengesellschaften der Landesbausparkassen (LBS) und Sparkassen
erwarten infolge des Corona-Shutdowns bis zum Herbst dieses Jahres stabile
Preise auf dem Wohnimmobilienmarkt, wie eine Sonderbefragung im Mai ergeben hat.
Noch im Januar waren die Immobilienvermittler von Preissteigerungen zwischen
rund 4 Prozent bei Eigenheimen und Eigentumswohnungen sowie fast 6 Prozent bei
Bauland ausgegangen. "Corona bremst den Preisanstieg bei Wohnimmobilien
zumindest vorübergehend aus", erläutert Verbandsdirektor Axel Guthmann die
Ergebnisse der aktuellen Erhebung. "Die Marktkenner rechnen in allen
Bundesländern mit einem weiterhin knappen Angebot, aber auch mit einer etwas
gedämpften Nachfrage". Grundlage für die jetzt erschienene LBS-Analyse "Markt
für Wohnimmobilien 2020" (https://www.lbs-markt-fuer-wohnimmobilien.de/) ist die
jährliche Befragung der rund 600 Immobilienmarktexperten von LBS und Sparkassen.

Die LBS-Immobilienvermittler sahen sich in der Phase des schärfsten Lockdowns
durch die Kontaktbeschränkungen mit einer erschwerten Objektbeschaffung
konfrontiert, so ein Ergebnis der Sonderbefragung zu den Corona-Effekten. Bis
zum Herbst erwarten sie daher ein konstantes bis leicht rückläufiges Angebot.
Wie die längerfristige Entwicklung verläuft, hängt von verschiedenen Faktoren
ab: Vieles, was vor der Krise die Einschätzung des Wohnungsmarkts bestimmt habe,
gelte weiter, erklärt Verbandsdirektor Guthmann. Die zum Verkauf stehenden
Eigentumswohnungen und Eigenheime waren knapp und seien es immer noch.

Die Nachfrage nach Baugrund, Häusern und Wohnungen wird - ausgehend von sehr
hohem Niveau - nach Einschätzung der LBS-Immobilienvermittler in den kommenden
Monaten etwas zurückhaltender ausfallen als in der Zeit vor Corona. Allerdings
lassen sich nicht alle Regionen über einen Kamm scheren: Bei den Eigenheimen
beispielsweise rechneten die Befragten vor allem in den südlichen und östlichen
Bundesländern mit einem leichten Rückgang des Interesses, während die Kollegen
im Norden eher von einer unveränderten Nachfrage ausgingen.

"Ein Grund könnte sein, dass die Wirtschaftslage in Regionen unsicherer ist, die
stark von der Autoindustrie geprägt sind", erläutert Guthmann. Er erwartet, dass
der Zusammenhang zwischen Wohnimmobilienmarkt und Konjunkturverlauf im nächsten
Jahr noch stärker zum Tragen kommt: "Je nachdem, wie sich die Wirtschaft in
Deutschland und bei seinen wichtigsten Handelspartnern entwickelt und wie stark
die Arbeitslosigkeit steigt, wird sich auch das Kaufinteresse der privaten
Haushalte entwickeln."

Basierend auf ihren aktuellen Beobachtungen zu Angebot und Nachfrage erwarten
die Immobilienmarkt-Experten der LBS bis zum Herbst zunächst eine Atempause bei
den Kaufpreisen. "Weiter in die Zukunft wollten wir bei der Sonderabfrage nicht
schauen, weil aus heutiger Sicht noch nicht seriös vorherzusagen ist, wohin die
Reise geht", betont Guthmann. Wichtig sei vor allem, den Immobilienmarkt
regional differenziert zu betrachten: "Unser diesjähriger Immobilienpreisspiegel
für mehr als 1.000 Städte hat erneut immense Unterschiede im Preisniveau zu Tage
gefördert."

Ein Überblick über die wichtigsten Ergebnisse des Preisspiegels:

Gebrauchte frei stehende Einfamilienhäuser: An der Spitze des Großstadtrankings
steht wie schon seit Jahren München: Eigenheime kosten dort 1,5 Millionen Euro -
für diese Summe könnte man in Leipzig fünf Einfamilienhäuser kaufen. Teuer ist
der Traum vom eigenen Häuschen auch in anderen südwestdeutschen Großstädten. So
müssen dafür in Wiesbaden oft 1,2 Millionen Euro aufgebracht werden, in
Stuttgart 1,1 Millionen Euro und in Freiburg im Breisgau 950.000 Euro. Auf den
weiteren Plätzen folgen Frankfurt am Main (900.000 Euro), Heidelberg (880.000
Euro), Regensburg (850.000 Euro) und Düsseldorf (800.000 Euro). Ausweichen ins
Umland lohnt sich zumindest finanziell nicht, denn dort sind die Preise oftmals
noch höher: Die Münchener Vororte Grünwald und Gräfelfing toppen die
Landeshauptstadt mit 1,9 bzw. 1,8 Millionen Euro noch einmal deutlich, ähnliches
gilt für das Verhältnis von Bad Soden (950.000 Euro) zu Frankfurt.

Wohnen, wo andere Urlaub machen - auch das kann ein teures Vergnügen. sein:
Spitzenpreise für Einfamilienhäuser registrierten die LBS-Immobilienvermittler
beispielsweise in den bayerischen Voralpen in Herrsching am Ammersee und in
Starnberg mit 1,3 Millionen Euro, in Garmisch-Partenkirchen mit 1,2 Millionen
Euro und am Bodensee in Konstanz (800.000 Euro) und Lindau (730.000 Euro).

Relativ erschwinglich ist ein gebrauchtes Eigenheim dagegen mit 310.000 bis
400.000 Euro zum Beispiel in Leipzig, Hannover, Bremen, Dortmund und Dresden.
Noch günstiger sind im Osten Halle und Magdeburg (180.000 bzw. 250.000 Euro), im
Norden Bremerhaven mit 210.000 Euro und im Westen Siegen mit 180.000 Euro. Das
untere Ende der Preisskala markieren die Kleinstädte Eisleben im südlichen
Sachsen-Anhalt und Annaberg-Buchholz im Erzgebirge mit 70.000 bzw. 60.000 Euro.

Reihenhäuser: "Teilweise gute Einstiegspreise für Wohneigentumsinteressenten"
attestiert LBS-Verbandsdirektor Axel Guthmann dem Neubau-Segment. In nördlichen
Schleswig-Holstein liegen sie bei 290.000 Euro, in Sachsen zwischen 170.000 und
310.000 Euro und in Nordrhein-Westfalen bei 250.000 bis 390.000 Euro. Lediglich
in Süddeutschland signalisieren die Preise vielerorts Engpässe. So koste ein
neues Eigenheim in München selbst in der Reihe 1,1 Millionen Euro und in
Starnberg 1,15 Millionen Euro. In einem Drittel der Großstädte mit mehr als
500.000 Einwohner seien neue Reihenhäuser aber für bis zu 360.000 Euro zu haben.
Reihenhäuser aus dem Bestand sind im Schnitt rund 16 Prozent günstiger als
Neubauten. Je nach Ort kann der Preisvorteil aber auch gleich Null sein, so etwa
in Berlin und Köln.

Eigentumswohnungen : Neue Wohnungen haben sich nach Angaben der
LBS-Immobilienexperten fast überall merklich verteuert, insbesondere an
touristisch interessanten Orten, in den Metropolregionen und in
Universitätsstädten. Am teuersten ist Gräfelfing bei München mit 8.500 Euro pro
Quadratmeter Wohnfläche, gefolgt von Starnberg mit 8.350 Euro. Auch das an
Gräfelfing angrenzende Planegg (8.200 Euro) und Grünwald (8.000 Euro)
übertreffen die Top-7-Städte Stuttgart (6.700 Euro), Frankfurt (6.500 Euro) und
Hamburg (5.200 Euro) um Längen. Die Halbmillionenstädte Dortmund, Bremen und
Leipzig sind dagegen mit Quadratmeterpreisen im Bereich von 3.700 Euro und
darunter vergleichsweise erschwinglich. Zwar werden auch Wohnungen aus dem
Bestand immer teurer. Da sie aber meist einen geringeren Standard haben als
Neubauwohnungen, sind sie im Schnitt rund 36 Prozent günstiger.

Bauland: Es bleibt nach Einschätzung der befragten Experten der Engpassfaktor
Nummer eins auf dem Immobilienmarkt. Spitzenpreise für den Quadratmeter werden
in süd- und südwestdeutschen Großstädten wie München (2.600 Euro) samt einigen
Umlandgemeinden, Stuttgart (1.600 Euro) und Düsseldorf (1.100 Euro) registriert.
Laut LBS-Preisspiegel ist Bauland in vielen Mittelstädten und in mancher
Großstadt (Bremerhaven und Cottbus) aber auch für rund 100 Euro pro Quadratmeter
oder sogar darunter auf dem Markt.

Für die weitere Entwicklung auf dem deutschen Immobilienmarkt im Allgemeinen und
speziell nach Corona wird es nach Einschätzung der Immobilienvermittler nicht
nur darauf ankommen, wie schnell sich das Land wirtschaftlich erholt, sondern
auch wie die Bundesbürger mit ihren Erfahrungen aus der Lockdown-Phase umgehen.
"Das Eigenheim ist schon jetzt stärker in den Fokus gerückt", hat Axel Guthmann
beobachtet. Vielen Menschen sei in den vergangenen Wochen sehr deutlich bewusst
geworden, welch unschätzbaren Wert ausreichend Platz und ein eigener Garten
haben können. "Deshalb ist davon auszugehen, dass die Nachfrage nach den eigenen
vier Wänden nicht nur generell weiter steige, sondern vor allem jene nach einem
Häuschen im Grünen", sagte Guthmann abschließend.

Die LBS-Frühjahrsumfrage

Die Immobilienexperten von LBS und Sparkassen werden seit 2000 jedes Frühjahr zu
ihrer Einschätzung der Angebots- und Nachfragesituation auf dem Neubau- und
Gebrauchtwohnungsmarkt befragt. Außerdem geben sie Auskunft über typische Preise
vor Ort in jeweils mittleren bis guten Lagen. Die Erhebung für 401 Kreise und
kreisfreie Städte ergibt ein umfassendes Bild der Wohnungsmarktsituation in
Deutschland.

Alle Ergebnisse mit interaktiven Karten sowie vielen Such-und Filterfunktionen
unter: https://www.lbs-markt-fuer-wohnimmobilien.de/

Pressekontakt:

Dr. Ivonn Kappel
Referat Presse
Bundesgeschäftsstelle Landesbausparkassen
Tel.: 030 20225-5398
Fax : 030 20225-5395
E-Mail: ivonn.kappel@dsgv.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/35604/4642580
OTS: Bundesgeschäftsstelle Landesbausparkassen (LBS)

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