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Maritime Wirtschaft erwartet Kanzlerin in Bremerhaven

18.10.2015 um 14:45 Uhr

BREMERHAVEN (dpa-AFX) - Mit vielen Wünschen an die Bundesregierung trifft sich die maritime Wirtschaft in Bremerhaven zu ihrer nationalen Konferenz. Zwei Themenblöcke kristallisieren sich als Schwerpunkte heraus: Verkehr und Infrastruktur sowie Innovation und Umwelt. Große Erwartungen richten sich an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), die zu Beginn der Konferenz am Montag erwartet wird.

"Die Verbände erwarten von der Bundesregierung klare Aussagen zur Stärkung der Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der maritimen Wirtschaft am Standort Deutschland", heißt es in einer Stellungnahme von mehreren Verbänden. Der Koordinator der Bundesregierung für die maritime Wirtschaft, der Bremerhavener SPD-Bundestagsabgeordnete Uwe Beckmeyer, will auf der Konferenz eine entsprechende Strategie vorlegen. Dahinter verbergen sich zahlreiche Einzelpunkte, von der Verkehrsanbindung der Häfen bis zur Technologieförderung der Werften und der Unterstützung der deutschen Flagge bei der Handelsflotte.

Der Bund hat schon vor der 9. Nationalen Maritimen Konferenz positive Signale gesendet. Der Bundestag verabschiedete eine 13 Seiten lange Entschließung, die fast alle von den Verbänden vorgebrachten Punkte aufgreift und die Bedeutung der maritimen Branchen herausstreicht. Das ist allerdings noch kein Gesetz, sondern nur eine Grundlage für die weitere Politik. Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) und Verkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) wollen am zweiten Kongresstag am Dienstag die Pläne ihrer Ressorts vorstellen.

Auf Nachwuchsprobleme in der Branche wies der Dekan für Seefahrt an der Jadehochschule im niedersächsischen Elsfleth, Ralf Wandelt, hin. "Das Problem ist, dass die jungen Leute keine Praxiserfahrungen mehr an Bord sammeln können", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Diese seien für viele Berufe aber nötig. Seit Beginn der Schifffahrtskrise setzen viele deutsche Reeder verstärkt auf ausländische Nautiker, um Kosten zu sparen. Um eine Bundesratsinitiative der norddeutschen Länder, mit der die Beschäftigung deutscher Seeleute wieder attraktiver werden soll, geht es auch in Bremerhaven.

Die maritime Wirtschaft in all ihren Verästelungen bietet 400 000 Arbeitsplätze und erreicht einen Umsatz von 54 Milliarden Euro, keineswegs nur in Norddeutschland. Viele große Zulieferer der Schiffbauindustrie, von Siemens bis MAN , produzieren in Bayern, Baden-Württemberg oder Nordrhein-Westfalen. Zudem ist das Industrie- und Exportland Deutschland auf den Seetransport angewiesen. Rund 95 Prozent der Warenströme zwischen den Kontinenten werden mit Schiffen abgewickelt, auch 60 Prozent der deutschen Exporte.

Die Nationale Maritime Konferenz führt Verbände, Institutionen, Unternehmen und Politiker aus Bund und Ländern zusammen. Rund 800 Vertreter werden in Bremerhaven erwartet./egi/DP/he

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