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Devisen: Euro gefallen - Türkische Lira setzt Talfahrt fort

26.10.2020 um 16:44 Uhr

FRANKFURT (dpa-AFX) - Der Euro ist am Montag belastet durch die sich zuspitzende Corona-Lage unter Druck geraten. Am Nachmittag kostete die europäische Gemeinschaftswährung 1,1816 US-Dollar. In der Nacht hatte er rund einen halben Cent mehr gekostet. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1819 (Freitag: 1,1856) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8461 (0,8435) Euro.

Die Verunsicherung an den Finanzmärkten bleibt angesichts hoher Corona-Neuinfektionen hoch. In wichtigen Ländern der Eurozone wie Italien und Spanien wurde das öffentliche Leben schon wieder heruntergefahren. Auch in Deutschland werden weitergehende Maßnahmen erwartet.

Die Zuspitzung der Corona-Lage schlägt sich auch schon in Konjunkturdaten wieder. So hat sich das Ifo-Geschäftklima im September überraschend deutlich eingetrübt. "Die heutige Veröffentlichung unterstreicht, dass die Zeit positiver konjunktureller Nachrichten erst einmal vorbei sein dürfte", kommentierte Uwe Burkert, Chefvolkswirt der Landesbank Baden-Württemberg. Der Rückgang sei wohl nur ein Vorgeschmack dafür, was noch bevorstehen könnte, falls der zuletzt explosionsartige Anstieg der Infektionszahlen nicht bald eingedämmt werden könne.

Zudem sind die Hoffnungen auf ein Corona-Hilfspaket in den USA zuletzt gesunken. Die Sprecherin des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi und US-Finanzminister Steven Mnuchin brachen ihre Gespräche erst einmal ab und beschuldigten sich gegenseitig, im Nachhinein "die Verhandlungsregeln geändert zu haben". "Vor der US-Wahl wird es wohl nichts mehr", kommentierte Ulrich Leuchtmann, Devisenexperte von der Commerzbank. Weniger fiskalpolitische Unterstützung der Wirtschaft heiße aber auch weniger Inflation. Davon profitiere der Dollar.

Der Wertverfall der türkischen Währung geht ungebremst weiter. Am Montag fiel die Lira nach Drohungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan an die Adresse Frankreichs zum US-Dollar und zum Euro erneut auf Rekordtiefs. Erstmals mussten für einen Dollar mehr als acht Lira gezahlt werden. Seit mittlerweile neun Wochen befindet sich die türkische Währung zum Dollar auf Talfahrt.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,90755 (0,90675) britische Pfund, 124,14 (124,17) japanische Yen und 1,0719 (1,0715) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold (31,1 Gramm) wurde am Nachmittag in London mit 1904 Dollar gehandelt. Das sind rund 2 Dollar mehr als am Freitag./jsl/jkr/he

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