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ROUNDUP 2/Watzke: Verlust bei Borussia Dortmund könnte noch höher ausfallen

19.11.2020 um 16:12 Uhr

(durchgehend aktualisiert)

DORTMUND (dpa-AFX) - Der Verlust im laufenden Geschäftsjahr von Borussia Dortmund könnte in der Corona-Pandemie noch höher ausfallen als bisher prognostiziert. Der börsennotierte Fußball-Bundesligist war bislang für die Saison 2020/21 von einem Minus von 70 bis 75 Millionen Euro ausgegangen. "Das kann sich aber noch erhöhen", sagte Hans-Joachim Watzke am Donnerstag bei der Online-Hauptversammlung der BVB-Aktionäre in Dortmund.

Der Geschäftsführer der Borussia Dortmund KGaA gab in seinem Lagebericht an, dass bei der bisherigen Prognose im Sommer für das Geschäftsjahr vom 1. Juli 2020 bis 30. Juni 2021 mit 20 Prozent der üblichen Zuschauerzahl von über 81 000 im Station geplant worden sei. "Das sehe ich aber aktuell nicht", sagte Watzke. Er mahnte für die kommende Monate zu Geduld. Dem Verein drohe aber keine existenzielle Gefahr.

Nach Geisterspielen in der Fußball-Bundesliga waren zum Anfang der Saison, die parallel zum Geschäftsjahr läuft, wieder einige Zuschauer auch in Dortmund im Stadion erlaubt. Nach gestiegenen Infektionszahlen in der Corona-Pandemie wurden ab Oktober keine Zuschauer mehr zu den Spielen zugelassen.

Watzke erinnerte daran, dass der BVB sich bis März 2020 auf einem stabilen Wachstumspfad befunden habe. "Für die Zeit ab März hatten wir keine Blaupause", sagte der BVB-Geschäftsführer über die Anfangsphase in der Corona-Krise. "Das hat sich tief bei mir eingebrannt, diese Zeit werde ich nie vergessen", sagte Watzke.

Er betonte, dass es dem Konzern gelungen sei, in den vergangenen Monaten ohne Kurzarbeit bei den rund 800 Angestellten auszukommen. Profis und leitende Angestellte hätten auf Teile ihres Gehaltes verzichtet. "Solidarität zeigt sich in solchen Momenten", sagte der BVB-Geschäftsführer. Insgesamt wurden so im Jahr 2020 saisonübergreifend etwa 11 Millionen Euro eingespart.

Nach Angaben von Finanzgeschäftsführer Thomas Treß haben die Banken die Kreditlinie von 60 auf 120 Millionen Euro erweitert. Zuletzt hatte Borussia Dortmund Anfang November für das 1. Quartal 2020/2021 (1. Juli bis 30. September) ein Minus von 35,8 Millionen Euro ausgewiesen. Der Umsatz des Konzerns war auf 56,5 Millionen Euro gefallen. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres hatte der BVB noch einen Umsatz von 175,2 Millionen Euro und einen geringen Gewinn von 27 000 Euro ausgewiesen.

Wegen der Corona-Pandemie und der Bilanzverluste des Konzerns müssen die BVB-Aktionäre in diesem Jahr auf die Ausschüttung einer Dividende verzichten.

Nach zehn Jahren im Aufsichtsrat stellte der ehemalige Ministerpräsident Nordrhein-Westfalens und Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) sein Mandat zur Verfügung. Für ihn wurde Judith Dommermuth (44) von den Aktionären in das Gremium gewählt. Die Unternehmerin ist die Ehefrau des 1&1-Großaktionärs und BVB-Aktionärs Ralph Dommermuth. 1&1 ist Trikotsponsor bei der Borussia.

Die Aktionäre stimmten zudem einer möglichen Kapitalerhöhung um knapp 20 Prozent zu. 2019 hatte es unter den Anteilseignern nicht die nötige Mehrheit für einen entsprechenden Plan mit einem etwas höheren Wert gegeben. Die Geschäftsführung bekräftigte in der Hauptversammlung, dass es derzeit keine Pläne gebe, die bis 2025 befristete Möglichkeit auch zu nutzen. 2019 war eine vergleichbare Option über 23 Millionen Euro ausgelaufen, ohne dass davon Gebrauch gemacht worden war./lic/DP/fba

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