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ROUNDUP: Impfstoffhersteller IDT auf Anti-Corona-Weg - Bund unterstützt

23.11.2020 um 11:27 Uhr

DESSAU-ROSSLAU (dpa-AFX) - Im Ringen um einen künftigen Impfstoff gegen das Coronavirus unterstützt die Bundesregierung auch den Hersteller IDT Biologika in Sachsen-Anhalt. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) gab am Montag bei einem Unternehmensbesuch in Dessau-Roßlau die geplante Abnahme von fünf Millionen Impfdosen bekannt. Um den parallelen Aufbau von Produktionskapazitäten zu unterstützen, zahle der Bund zudem bereits vorab 30 Millionen Euro aus dem Kaufpreis.

Der wissenschaftliche Leiter von IDT Biologika, Andreas Neubert, sagte: "Wir erwarten, Mitte nächsten Jahres in die kommerzielle Produktion schon zu gehen. Das heißt, wir werden Mitte des Jahres schon ein Produkt herstellen, was dann, wenn die Zulassung erfolgt, auch sofort verfügbar sein wird und benutzt werden kann."

Spahn hob hervor, dass in Biontech , Curevac und IDT insgesamt drei deutsche Unternehmen derzeit aussichtsreiche Impfstoffe entwickeln. Gerade angesichts der aktuellen Beschränkungen mit Verzicht und Härten sei es wichtig, eine Perspektive und begründete Zuversicht für Impfstoffe zu haben, die der Schlüssel aus der Pandemie heraus seien. Mit Blick auf das Infektionsgeschehen sagte Spahn, die zweite Welle sei zwar gebrochen, das Niveau sei aber weiter zu hoch. Das Virus zwinge dazu, auf einige Freiheiten eine Zeit lang zu verzichten, um Freiheit und Gesundheit insgesamt zu erhalten und zurückzugewinnen.

Es gebe generell begründeten Anlass für die Annahme, dass Impfungen spätestens Anfang nächsten Jahres beginnen könnten, vielleicht sogar schon Ende dieses Jahres. "Wenn wir gemeinsam diesen harten, schwierigen Corona-Winter hinter uns gebracht haben, wird auch die Bereitschaft steigen, dieses Impfangebot anzunehmen." Spahn betonte: "Es gibt einen Weg raus, und wir sind bei diesem Weg auf einem guten Weg."

An dem Firmenbesuch nahm auch Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) teil. IDT hat sich für die Entwicklung des Corona-Impfstoffs mit dem Deutschen Zentrum für Infektionsforschung zusammengetan. Beteiligt sind auch die Maximilians-Universität München, die Philipps-Universität Marburg und das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.

Laut dem wissenschaftlichen Leiter von IDT Biologika, Neubert, wird derzeit der Impfstoff in der ersten Phase auf Sicherheit geprüft, wie er toleriert werde und welche Reaktionen er hervorrufe. "Wir werden die ersten Ergebnisse im Dezember haben", sagte Neubert.

Die Lagerung des Impfstoffes bei verschiedenen Temperaturen werde getestet - von minus 70 Grad über 2 bis 8 Grad und auch bei Zimmertemperatur. Bislang sei der Impfstoff sechs Tage bei Zimmertemperatur stabil. "Wir werden dann sehen, welche Daten wir zur Verfügung haben, wenn wir in die Zulassung gehen", sagte Neubert weiter.

Die Lagerungstemperatur ist unter anderem wichtig, damit später auch regulär etwa in Hausarztpraxen geimpft werden kann, wie bei der Grippe. Gesundheitsminister Spahn betonte, von Mitte Dezember an sollten die Impfzentren in den Ländern eingerichtet sein, selbst wenn ein Impfstoff erst im kommenden Jahr verfügbar sein sollte. Dort solle - sobald ein Impfstoff verfügbar sei - priorisiert geimpft werden, beispielsweise zunächst medizinisches Personal oder Menschen mit Vorerkrankungen.

Anfang Oktober hatte das für Impfstoffe zuständige Paul-Ehrlich-Institut genehmigt, dass der Impfstoff an Menschen getestet werden darf. Der sogenannte Vektorimpfstoff basiert auf einem Impfstoff gegen Pocken, mit dem genetisches Material des Covid-19-Erregers in den Körper eingeschleust wird. Die eingeschleuste DNA-Sequenz kann eine Infektion simulieren und die Produktion von Antikörpern und T-Zellen auslösen./dh/DP/eas

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