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ROUNDUP: Telefonica Deutschland erhöht Ergebnisprognose - Verluste bleiben

05.11.2015 um 10:50 Uhr

MÜNCHEN (dpa-AFX) - Telefonica Deutschland hebt nach überraschend schnellen Fortschritten bei der Integration des Zukaufs E-Plus seine Ergebnisprognose an. Im Gesamtjahr dürfte das Betriebsergebnis vor Abschreibungen und Sonderkosten (Oibda) um 15 bis 20 Prozent zulegen, teilte der nach Kunden größte deutsche Mobilfunker am Donnerstag in München mit. Bisher hatte Vorstandschef Thorsten Dirks mit einem Wachstum von mehr als 10 Prozent gerechnet. Einige wichtige Integrationsschritte habe das Unternehmen in das laufende Jahr vorziehen können, sagte Finanzchefin Rachel Empey.

Der Netzanbieter steigerte das operative Ergebnis im dritten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum um knapp 30 Prozent auf 454 Millionen Euro. Das war ein größerer Zuwachs als Analysten ohnehin schon erwartet hatten. Der Umsatz blieb mit 1,98 Milliarden Euro auf dem Niveau des Vorjahres. Unter dem Strich stand ein Verlust von 134 Millionen Euro - das Unternehmen leidet in Folge der Fusion unter höheren Abschreibungen für doppelt vorhandene Mobilfunkmasten und den gezahlten Aufpreis für E-Plus. Dirks stellte aber in Aussicht, für dieses Geschäftsjahr mit 24 Cent je Aktie eine Dividende in gleicher Höhe wie für das Vorjahr zu zahlen. Die Aktie von Telefonica Deutschland war am Vormittag nahezu unverändert.

Zu den schnelleren Fortschritten bei der Verzahnung von Telefonica und E-Plus nannte Dirks in einer Telefonkonferenz unter anderem den Abbau von 800 Arbeitsplätzen schon in diesem Jahr. Bis 2018 sollen insgesamt 1600 Stellen gestrichen werden, das ist jeder sechste Arbeitsplatz. Ein neues Stellenabbauprogramm gebe es aber nicht, sagte Dirks. 7700 Standorte nicht länger benötigter Mobilfunkmasten gibt das Unternehmen an die Telekom ab, und insgesamt soll die Ladenkette am Ende des Jahres 400 Shops weniger umfassen als zu Beginn. Außerdem sei das Unternehmen beim Abbau von Standorten - von Büros und Technikflächen - vorangekommen. Die Ausgaben für Investitionen sollen in diesem Jahr stärker sinken als bisher angenommen.

Die Kosteneinsparungen aus der Fusion insgesamt bleiben laut Finanzchefin Empey aber bei den veranschlagten gut 5 Milliarden Euro, was einer jährlichen Einsparung von rund 800 Millionen Euro ab dem fünften Jahr der Zusammengehörigkeit entspreche. "Insgesamt liegt allerdings noch viel Arbeit vor uns", sagte Dirks. Im kommenden Jahr werde der Integrationsprozess komplexer, aber nicht notwendigerweise steiniger. Dann steht unter anderem die weitere technische Verzahnung der Netze und IT-Systeme an, dazu müssen auch Kunden in andere Netze verlegt werden.

Im deutschen Mobilfunk erlöste das Unternehmen mit Sprache und Daten 0,3 Prozent weniger, verlor damit prozentual aber einen Tick weniger Umsatz als die Deutsche Telekom, die am Donnerstag ebenfalls Zahlen vorlegte. Allerdings zahle sich die Nutzung des mobilen Internet durch die Kunden immer mehr aus, sagte Dirks. Mehr als die Hälfte der Kunden, die sich für die Datenautomatik bei O2 entschieden hätten, hätten davon im dritten Quartal auch Gebrauch gemacht. Durch die Datenautomatik wird das Datenvolumen gegen Mehrkosten automatisch aufgestockt, wenn das vorgesehene Monatsvolumen für den Datenverkehr aufgebraucht ist. 37 Prozent der O2-Neukunden schlossen Verträge mit einem Volumen von mehr als 1 Gigabyte pro Monat ab.

Die Kosten für Werbung und Kundengewinn habe das Unternehmen weiter "optimiert", sagte Dirks. Viele der Neuverträge kommen durch die Wiederverkäufer Drillisch und United Internet zu den Münchnern - im dritten Quartal rund 45 Prozent der netto 169 000 neuen Vertragskunden./men/fri/stb

TELEFONICA DTLD HLDG NA Chart
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