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Iran: Wegen Corona keine Kundgebungen zum Jahrestag der Revolution

16.01.2021 um 11:58 Uhr

TEHERAN (dpa-AFX) - Die staatlich organisierten Großkundgebungen zum 42. Jahrestag der islamischen Revolution im Iran werden dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Das gab Präsident Hassan Ruhani am Samstag im iranischen Staatsfernsehen bekannt. Anstelle der sonst jedes Jahr am 11. Februar stattfindenden landesweiten Demonstrationen sollten diesmal nur "symbolische" Aktionen via Internet oder höchstens Auto- und Motorradkorsos veranstaltet werden, sagte der Präsident. Der Jahrestag fällt wegen des Schaltjahrs nach dem iranischen Kalender in diesem Jahr auf den 10. Februar.

Die vom System koordinierten Kundgebungen, an denen normalerweise Hunderttausende von Menschen teilnehmen, sollen die kontinuierliche Unterstützung des Volkes für die islamische Revolution von 1979 demonstrieren. Die wegen der hohen Infektionsgefahr schon im Vorfeld absehbare Absage dürfte dem Klerus und den Hardlinern nicht gefallen. Für sie ist der Jahrestag der Revolution politisch sehr wichtig, eine Absage damit inakzeptabel. Seit dem Pandemie-Ausbruch vor fast einem Jahr wurden im Iran mit einer Bevölkerung von 83 Millionen fast 57 000 Tote und mehr als 1,3 Millionen Infizierte registriert.

Am 11. Februar 1979 wurden im Iran das Ende der Monarchie und die Gründung der Islamischen Republik verkündet. Als Gründer des schiitischen Gottesstaates gilt deren erster Oberster Führer Ajatollah Ruhollah Chomeini, der von seinem Exil in Frankreich aus den Sturz der Monarchie vorbereitet hatte. Nach seinem Tod 1989 wurde Ajatollah Ali Chamenei zum obersten Führer des Landes ernannt und hat seitdem auch in allen strategischen Belangen das letzte Wort.

Viel zu feiern hätte die politische Führung in Teheran dieses Jahr ohnehin nicht. Wegen der US-Sanktionen steckt das Land seit mehr als zwei Jahren in einer akuten Wirtschaftskrise, die durch die Corona-Pandemie noch verschärft wurde. Ruhani hofft, dass der neue US-Präsident Joe Biden nach seinem Amtsantritt am Mittwoch (20. Januar) die Entscheidungen seines Vorgängers Donald Trump zum Ausstieg aus dem Wiener Atomabkommen von 2015 sowie zur Verhängung der Sanktionen revidieren wird./str/fmb/DP/mis

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