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ROUNDUP: Sparkassen in Hessen und Thüringen verdienen wegen Corona weniger

08.03.2021 um 12:52 Uhr

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Sparkassen in Hessen und Thüringen stellen sich nach einem Gewinnrückgang 2020 auf ein weiteres herausforderndes Jahr ein. "Ich gehe davon aus, dass es im laufenden Jahr zu mehr Insolvenzen und Kreditausfällen kommen wird", sagte der geschäftsführende Präsident des Sparkassen- und Giroverbandes Hessen-Thüringen, Gerhard Grandke, am Montag in Frankfurt. Derzeit gebe es aber keine Anzeichen dafür, dass dies für die 49 Sparkassen in den beiden Bundesländern nicht beherrschbar wäre.

"Ertragsseitig bleiben die Auswirkungen von Corona für uns verkraftbar", bilanzierte Grandke. "Allerdings müssen wir weiter hart an den Dauerherausforderungen wie der Niedrigzinsphase oder der Digitalisierung arbeiten. Sie sind durch Corona nicht verschwunden."

Im vergangenen Jahr verdienten die Sparkassen in Hessen (33 Institute) und Thüringen (16) unter anderem wegen höherer Vorsorge für Corona-Risiken insgesamt weniger als 2019. Zwar lag das operative Ergebnis nach vorläufigen Zahlen mit 894,4 (Vorjahr: 916,2) Millionen Euro nur um knapp 22 Millionen Euro unter dem Vorjahreswert.

Nach Bewertung jedoch stand gut ein Fünftel weniger in der Bilanz als 2019: 733 (922,9) Millionen Euro. Den Rückgang erklärte der Verband damit, dass in der Bewertung des Wertpapierbestandes nach Zuschreibungen von 60 Millionen im Vorjahr nun Abschreibungen in Höhe von 85 Millionen Euro zu verbuchen waren. Zudem fiel die Vorsorge für mögliche Kreditausfälle mit 80 Millionen knapp doppelt so hoch aus. Nach Steuern verdienten die öffentlich-rechtlichen Institute mit 223,4 (241,7) Millionen Euro 7,6 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Die regional verwurzelten Sparkassen waren in der Pandemie als Kreditgeber für Unternehmen sehr gefragt: Der Kreditbestand legte um 4,6 Milliarden Euro auf gut 83,7 Milliarden Euro zu - ein Zuwachs um 5,8 Prozent. Auch die Kundeneinlagen stiegen kräftig um rund 8,6 Milliarden Euro auf 112,9 Milliarden Euro. Dabei hat sich in der Corona-Krise der Trend verfestigt, Gelder trotz mickriger Zinsen auf Tagesgeldkonten zu parken. An solche Gelder kommen Kunden schnell heran, sobald Einschränkungen für Einkaufen und Reisen wieder fallen.

Das Filialnetz der Sparkassen in Hessen und Thüringen schrumpfte weiter auf insgesamt 899 (977) Standorte. Der Verband erwartet für das laufenden Jahr eine ähnliche Zahl an Filialschließungen, denn digitale Kanäle bekommen zunehmend Gewicht. "Das bedeutet nicht das Aus für die klassische Filiale", betonte Grandke. Kleinstfilialen mit nur einem Beschäftigten sehe er aber als Auslaufmodell./ben/DP/stw

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