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OTS: Lufthansa Technik AG / Corona-Krise lässt Umsatz von Lufthansa Technik ...

08.03.2021 um 13:31 Uhr

Corona-Krise lässt Umsatz von Lufthansa Technik um 40% fallen (FOTO)
Hamburg (ots) -

- Weltmarktführer rutscht tief in die roten Zahlen
- Dennoch Vertriebserfolge erzielt und Neukunden gewonnen
- Zukunftsprogramm RISE soll aus der Krise führen

Die Luftfahrtkrise in Folge der Corona-Pandemie hat die Lufthansa Technik AG
hart getroffen. Die Umsatzerlöse* sanken im Geschäftsjahr 2020 gegenüber dem
Vorjahr um 43% auf 3.747 Mio. EUR (Vorjahr: 6.572 Mio. EUR). Das Adjusted EBIT
fiel deutlich in die Verlustzone auf -383 Mio. EUR (Vorjahr: 463 Mio. EUR).

Die Pandemie führte ab dem zweiten Quartal 2020 zeitweilig zur weitgehenden
Einstellung des weltweiten Flugverkehrs und damit zu umfassenden Stilllegungen
und Ausflottungen von Verkehrsflugzeugen sowie zu Verschiebungen von
Wartungsereignissen. In der Konsequenz brach auch die Nachfrage nach
MRO-Leistungen (Maintenance, Repair & Overhaul) an Flugzeugen, Triebwerken und
Komponenten massiv ein. Der Weltmarktführer Lufthansa Technik bekam diese
Entwicklung in der Auslastung seiner Werkstätten zu spüren. Temporär ging diese
in bestimmten Geschäftsbereichen sogar um deutlich mehr als die Hälfte zurück,
beispielsweise in den Bereichen Engines und Component Services.

In der Folge musste das Unternehmen auch bereits seine Belegschaft verkleinern:
Inklusive Fremdpersonal hat sich die Anzahl der weltweiten Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter im Zuge der Krise bereits um über 3.000 verringert, eine Reduktion
von 12,5% gegenüber 2019. Dazu gehörten weltweit auch circa 1.900
Leiharbeitnehmerinnen und Leiharbeitnehmer. Betrachtet man nur das
Eigenpersonal, so sank die Zahl im Jahresendvergleich um 5% auf 22.745
(Jahresende 2019: 23.855). Auch zahlreiche Investitionen mussten gestoppt oder
verschoben werden. Die Aufwendungen dafür fielen mit 152 Mio. EUR daher deutlich
geringer aus (Vorjahr: 313 Mio. EUR).

Dr. Johannes Bußmann: "Schließen schwerstes Jahr der Firmengeschichte mit
Zuversicht ab"

"2020 war das bisher schwerste Jahr unserer Unternehmensgeschichte. Und doch
können wir es mit einer gewissen Zuversicht abschließen", sagte der
Vorstandsvorsitzende Dr. Johannes Bußmann. "Unser breites Produktportfolio und
unser internationales Netzwerk haben uns vor noch Schlimmerem bewahrt. Wir haben
fast alle unsere Kunden weiter an uns binden können. Die zum Teil seit vielen
Jahren währenden Partnerschaften haben sich als stabil erwiesen, und wir konnten
trotz allem zahlreiche neue Aufträge gewinnen. Unter den gegebenen Umständen
haben wir das Beste aus diesem Jahr gemacht."

Im Geschäftsjahr 2020 betreute Lufthansa Technik im Rahmen von Exklusivverträgen
mehr als 4.500 Flugzeuge. Über den Jahresverlauf konnten 16 neue Kunden gewonnen
und über 500 neue Verträge mit einem Vertragsvolumen von 2,3 Mrd. EUR für 2021
und die Folgejahre abgeschlossen werden. Hier zahlte sich unter anderem die
breite internationale Positionierung von Lufthansa Technik aus: Als in manchen
regionalen Märkten die Nachfrage fast vollständig zum Erliegen kam, begann sich
das Geschäft in anderen Regionen schon wieder zu stabilisieren. Das breite
Produktportfolio konnte die erheblichen wirtschaftlichen Folgen der Pandemie
zwar nicht ausgleichen, aber doch deutlich mildern. Der Bereich VIP- & Special
Mission Aircraft Services beispielsweise war das ganze Jahr sehr gut
ausgelastet. Hervorzuheben sind wichtige Projekte wie die Kabinenausstattung des
ersten Airbus A350 für die Flugbereitschaft des Bundesministeriums der
Verteidigung oder die Betreuung des fliegenden Teleskops SOFIA der NASA und des
DLR, welche die führende Stellung von Lufthansa Technik in diesem Bereich
unterstrich.

Innovative Krisenprodukte und Ausbau der digitalen Services

Zahlreiche 2020 abgeschlossene Verträge entfielen auf eigens entwickelte
Krisenprodukte, mit denen Lufthansa Technik schnell und flexibel auf die
Änderungen in der Kundennachfrage reagiert hat. Dazu zählten beispielsweise
Lösungen zur vorübergehenden Umrüstung von Passagierflugzeugen in
Behelfsfrachter sowie Park- und Lagerdienstleistungen für stillgelegte
Flugzeuge, Triebwerke oder Komponenten. Das weltweite Netzwerk für gezielte
bedarfsgerechte Triebwerksreparaturen (Mobile Engine Services) wurde weiter
ausgebaut, unter anderem mit einem zusätzlichen Standort in Dublin.

Darüber hinaus führte die Corona-Pandemie zu einer gesteigerten Nachfrage nach
digitalen MRO-Dienstleistungen. So konnten allein im Dezember mehr als 600
Flugzeuge von United Airlines für die digitale Plattform AVIATAR von Lufthansa
Technik gewonnen werden, mit der nun zusätzliche Daten erhoben und weitere
vorausschauende Wartungslösungen entwickelt werden.

"Der Auftrag von United war ein echter Meilenstein für unseren AVIATAR. Auf
einen Schlag so viele Flugzeuge zu gewinnen, ist in diesen Zeiten ein großer
Erfolg", ergänzte Dr. Bußmann. "Und ich bin guter Dinge, dass es noch mehr
werden, denn viele Airlines haben das vergangene Krisenjahr genutzt, um sich
intensiv mit der digitalen Zukunft der technischen Flottenbetreuung
auseinanderzusetzen. Unsere führende Position in diesem Markt ist für mich daher
ein weiterer Grund, mit Zuversicht in die Zukunft zu blicken."

Zukunftsprogramm RISE soll aus der Krise führen

Zusätzlich zu den bereits im Frühjahr 2020 getroffenen
Liquiditätssicherungs-Maßnahmen, wie Kurzarbeit, Einstellungsstopps und
Sachkostenreduktionen, hat Lufthansa Technik im zweiten Halbjahr 2020 das
Zukunftsprogramm RISE gestartet. Dessen Ziel ist es, die führende Position des
Unternehmens im MRO-Markt zu sichern. Dazu strebt Lufthansa Technik mit RISE in
erster Linie eine verbesserte Wettbewerbsfähigkeit an. Unter anderem soll die
Struktur schlanker und effizienter werden. Sie soll an die neu entstandenen
Herausforderungen im Zuge der Corona-Krise und an einen dauerhaft veränderten
MRO-Markt angepasst werden. Statt der bisherigen acht Geschäftsbereiche wird es
künftig nur noch fünf geben: Aircraft Component Services, Aircraft Maintenance
Services, Digital Fleet Services, Engine Services sowie Original Equipment &
Special Aircraft Services.

"Solange die Corona-Krise nicht medizinisch unter Kontrolle ist, kann ich nicht
seriös abschätzen, wann die Luftfahrt- und die MRO-Branche zu neuer Stärke
finden werden", erklärte Dr. Bußmann. "Ich weiß auch, dass wir mit den
notwendigen Maßnahmen unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in diesen Zeiten
viel abverlangen. Ich bin aber zutiefst überzeugt, dass uns diese Maßnahmen zu
jener Stärke verhelfen werden, mit der wir die Krise schlussendlich erfolgreich
hinter uns lassen können."

* Alle Zahlen in dieser Pressemitteilung beziehen sich auf die Lufthansa Technik
AG und ihre voll konsolidierten Gesellschaften inklusive der Lufthansa Industry
Solutions. Die Vorjahreswerte der Gewinn- und Verlustrechnung sowie Angaben zum
Personalstand wurden angepasst aufgrund des Übergangs der Line Maintenance auf
die Deutsche Lufthansa AG. Der vollständige Geschäftsbericht ist unter
nachfolgendem Link im Internet abrufbar:
http://www.lufthansa-technik.com/financials

Weitere Bilder zum Download finden Sie hier: https://ots.de/VTJeoQ

Lufthansa Technik:

Der Lufthansa Technik-Konzern ist mit rund 35 Tochter- und
Beteiligungsunternehmen einer der weltweit führenden Anbieter
flugzeugtechnischer Dienstleistungen. Mehr als 22.000 Beschäftigte sind für den
international zertifizierten Instandhaltungs-, Herstellungs- und
Entwicklungs-betrieb tätig. Das Angebot von Lufthansa Technik umfasst das
gesamte Service-Spektrum für Verkehrs-, VIP- und Special Mission-Flugzeuge. Dazu
gehören die Wartung, Reparatur, Überholung und Modifikation von Triebwerken,
Komponenten sowie Fahrwerken, aber auch die Herstellung von innovativen
Kabinenprodukten und eine digitale Flottenbetreuung.

Pressekontakt:

Lufthansa Technik AG
Corporate Communications
Weg beim Jäger 193
22335 Hamburg, Germany
Telefon +49-40-5070-3667
Fax +49-40-5070-8534
mailto:press.pr@lht.dlh.de
lufthansa-technik.com

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/55257/4858071
OTS: Lufthansa Technik AG

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