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ROUNDUP 2: EU-Aufseher mahnen Versicherer zum Umdenken - Staatspapiere im Auge

18.11.2015 um 15:14 Uhr

(Neu: Details zum geplantem europäischen Rentenversicherungsprodukt, GDV-Reaktion zu Staatsanleihen)

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Europäische Versicherungsaufsicht Eiopa drängt die Unternehmen der Branche zu einem gründlichen Umbau ihrer Geschäftsmodelle. Gerade angesichts der anhaltenden Niedrigzinsen sollten die Unternehmen die notwendigen Schritte vorantreiben, bevor die 2016 startenden neuen Aufsichts- und Kapitalregeln mit dem Namen "Solvency II" in vollem Maße greifen, sagte Eiopa-Präsident Gabriel Bernardino bei der Jahreskonferenz der Behörde am Mittwoch in Frankfurt. Unterdessen will er das Engagement der Versicherer in Staatsanleihen stärker unter die Lupe nehmen.

Damit zieht Bernardino die Lehre aus der Euro-Schuldenkrise. "Die jüngste Finanzkrise hat uns allen gezeigt, dass Staatsanleihen nicht immer risikofrei sind. Die "Solvency II"-Regeln sollten daher unter diesem Aspekt überprüft werden. Der Eiopa-Chef will verhindern, dass finanzielle Probleme einzelner Staaten Teile der Bank- und Finanzbranche in Schieflage bringen. Die Aufseher sollten seiner Ansicht nach Anreize schaffen, um eine starke Konzentration auf Anleihen einzelner Staaten zu vermeiden.

Bislang gelten EU-Staatsanleihen in der Kapitalanlage der Versicherer als risikofrei. Im Gegensatz zu Anlagen in Aktien, Immobilien oder Stromnetzen müssen die Unternehmen Investitionen in solche Papiere nicht mit Eigenkapital unterlegen. Spätestens der Schuldenschnitt für Griechenland hat allerdings gezeigt, dass auch bei Staatsanleihen von Euro-Ländern herbe Verluste drohen können. "Ein risikobasiertes Regelwerk sollte dies berücksichtigen", sagte Bernardino.

Der deutsche Versichererverband GDV reklamierte für die hiesige Branche, dass die Unternehmen schon ohne gesetzlichen Zwang die Risiken einzelner Staatsanleihen prüften. Sollte sich an den Aufsichtsregeln etwas ändern, sei vor allem wichtig, dass Banken und Versicherer gleich behandelt würden. Bernardino mahnte die Branche, nur in Dinge zu investieren, von denen sie etwas versteht. Viele Versicherer investieren inzwischen in Infrastruktur wie Gasnetze oder Windkraftanlagen, die möglichst stabile Renditen versprechen. Laut Bernardino ist es aber nicht Aufgabe der Eiopa, den Versicherern vorzuschreiben, in was sie investieren sollten.

Unterdessen bleiben die Niedrigzinsen weiterhin im Fokus der Aufseher. Gerade Lebensversicherern in Deutschland fällt es zunehmend schwerer, die vor vielen Jahren gegebenen Zinsgarantien für ihre Kunden an den Finanzmärkten zu erwirtschaften. Aus Sicht der Kunden schrumpfen die Überschüsse in ihren Lebens- und Rentenversicherungsverträgen. Bernardino drängte die Unternehmen, die mildere Übergangsphase bis zur vollen Geltung der "Solvency II"-Vorschriften für die Anpassung ihrer Geschäftsmodelle zu nutzen.

Versicherer wie Generali Deutschland, die Munich-Re-Tochter Ergo und die HDI-Mutter Talanx haben daher bereits das Ende der klassischen Lebens- und Rentenversicherung mit Garantiezins eingeläutet. Sie wollen künftig nur noch Verträge mit modifizierten Garantien verkaufen, bei denen der Kunde größere Renditechancen, aber auch höhere Risiken haben soll. Auch Marktführer Allianz verlagert sich schon länger auf solche neuartigen Produkte.

Die Eiopa will das Dauer-Zinstief auch in den Fokus ihrer kommenden Stresstests stellen. Dabei wird überprüft, ob einzelne Versicherer ihre Verpflichtungen unter bestimmten Zinsentwicklungen in Zukunft noch erfüllen können.

Zudem treibt Bernardino seine Vorstellung von einem einheitlichen europäischen Rentenversicherungsprodukt weiter voran. Anfang 2016 wolle er der EU-Kommission genauere Kriterien dazu vorlegen, sagte er. Im Vergleich zu bestehenden Vertragsmodellen solle dies für die Kunden so einfach und transparent wie möglich werden. Der Eiopa-Präsident erwartet dadurch geringere Kosten und höhere Renditen für die Versicherten sowie Vereinfachungen für multinationale Unternehmen. "Dabei würden wir stark vom gemeinsamen Binnenmarkt profitieren", sagte er./stw/enl/stb

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