Telefonica Deutschland Holding AG
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WDH/ROUNDUP 2: Telekom mit positivem Jahresauftakt - O2 nur mit Mini-Wachstum

12.05.2021 um 15:53 Uhr

(Wortfehler im ersten Satz berichtigt: ihre)

BONN (dpa-AFX) - Die Deutsche Telekom ist gut in das Jahr 2021 gestartet und hat ihre Prognose fĂŒr das laufende Jahr erhöht. Der Umsatz kletterte im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fast ein Drittel auf 26,4 Milliarden Euro, wie der Bonner Konzern am Mittwoch mitteilte. Das dicke Plus lag an der Übernahme des US-Rivalen Sprint. Rechnet man dessen UmsĂ€tze und andere Effekte heraus, lag das Umsatzplus bei 7,1 Prozent.

Das bereinigte operative Ergebnis stieg um 41,3 Prozent auf 9,2 Milliarden Euro. Auch hier wĂ€re das organische Wachstum mit 8,3 Prozent deutlich kleiner ausgefallen. "Wir halten das Tempo und setzen unsere Wachstumsstory fort", erklĂ€rte Finanzvorstand Christian Illek. "Kundenzahlen und Finanzkennzahlen bleiben auf Kurs - auf beiden Seiten des Atlantiks." Die Telekom konnte mehr vorweisen, als Analysten auf dem Zettel hatten. Den Löwenanteil der Erlöse und des operativen Ergebnisses steuerten dabei die Vereinigten Staaten nach der Übernahme des Rivalen Sprint bei.

Der JahresĂŒberschuss des Konzerns kletterte um 2,2 Prozent auf 936 Millionen Euro. Dass das Gewinnplus nicht so stark ausfiel wie der Umsatzzuwachs, lag unter anderem an Folgekosten der Sprint-Übernahme. LĂ€ngerfristig soll die Fusion die Kosten jedoch stark senken.

FĂŒr das restliche Jahr ist die Telekom nun optimistischer als zuvor und hob deswegen ihre Prognose leicht an. Außerhalb des wichtigsten Marktes USA soll das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen bei rund 14,4 Milliarden Euro liegen. Beim freien Mittelzufluss sollen es nun rund 3,6 Milliarden Euro sein. Das sind jeweils 100 Millionen Euro mehr als bislang.

Auch konzernweit sollen operatives Ergebnis und der Mittelzufluss leicht ĂŒber den bisherigen Zielen liegen. Beim freien Mittelzufluss bedeutet das eine Höhe von mehr als 8 Milliarden Euro statt nur "rund" 8 Milliarden, beim operativen Ergebnis ein Wert von ĂŒber 37 Milliarden Euro statt nur "rund" 37 Milliarden. Bereits zuvor hatte die amerikanische Tochter T-Mobile US ihre Prognose angehoben.

Der Konzern hat weltweit rund 224 000 Mitarbeiter, davon 88 000 in Deutschland - letzteres mit sinkender Tendenz, im Inland reduzierte das Unternehmen binnen eines Jahres die Zahl seiner Mitarbeiter um rund 5000. WÀhrend die USA lÀngst Wachstumstreiber sind, erhöhte sich der Umsatz im Heimatmarkt im ersten Quartal nur um 1,9 Prozent auf 5,9 Milliarden Euro.

An der Börse zog der Telekom-Kurs am Mittwoch um 2,7 Prozent auf knapp 16,80 Euro an. Das erste Quartal sei stark gewesen und der optimistischere Ausblick sei nicht nur dem US-GeschÀft zu verdanken, sagte Barclays -Analyst Simon Coles.

Einen Schritt weiter ging Analyst Andrew Lee von Goldman Sachs : Angesichts brummender GeschĂ€fte auf dem Heimatmarkt habe die Telekom die Erwartungen ĂŒbertroffen, schrieb er. Hierzulande sei der Konzern sowohl auf absoluter als auch auf bereinigter Basis zum Wachstum zurĂŒckgekehrt. Jefferies-Analyst Ulrich Rathe betonte, das erste Jahresviertel sei stark ausgefallen, und das auch außerhalb der USA. Beide Analysten raten weiter zum Kauf der T-Aktie.

Der Bonner Konzern investiert stark in den Ausbau seines Festnetz-Internets. Bis Ende 2024 sollen reine Glasfaser-AnschlĂŒsse in 10 Millionen deutschen Haushalten verfĂŒgbar sein und damit fast acht Millionen mehr als Anfang dieses Jahres. DafĂŒr stemmt das Unternehmen Milliardeninvestitionen.

Inzwischen liegt in deutlich mehr Haushalten Telekom-Glasfaser als frĂŒher - es haben also mehr Kunden die Möglichkeit zum Upgrade. "In Summe haben wir 400 000 FTTH-Kunden bei uns im Portfolio", sagte Finanzvorstand Illek. Die Zahl verdeutlicht, dass mehr Kunden bereit sind, fĂŒr sehr schnelles Glasfaser-Festnetz auch mehr Geld zu bezahlen. Zugleich zeigt sie aber auch, dass das Level noch niedrig ist: Insgesamt hat die Telekom 14,2 Millionen Breitband-AnschlĂŒsse, die meisten sind noch ĂŒber dĂŒnne Telefonkabel mit dem Internet verbunden.

Mit TelefĂłnica Deutschland (O2) legte am Mittwoch ein weiterer Telekommunikationskonzern Quartalszahlen vor. Die fielen mĂ€ĂŸig aus. Wie bei der Telekom auch brachen bei dem MĂŒnchner Unternehmen Roaming-UmsĂ€tze weg - die Menschen reisen in Pandemiezeiten weniger auf andere Kontinente und auch außereuropĂ€ische Touristen blieben aus. TelefĂłnica Deutschland konnte seinen Umsatz im ersten Quartal 2021 mit 1,85 Milliarden Euro immerhin fast stabil halten, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum war das ein Mini-Plus von 0,2 Prozent. Unter dem Strich verringerte der Konzern seinen Verlust um knapp ein Zehntel auf 40 Millionen Euro./wdw/ngu/DP/ngu/fba/he

Telefonica Deutschland Holding AG Chart
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