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OTS: SCHUFA Holding AG / Ratenkredite: Rückzahlungsquote lag auch im ...

18.05.2021 um 13:17 Uhr

Ratenkredite: Rückzahlungsquote lag auch im Corona-Jahr 2020 auf hohem
Niveau
Wiesbaden (ots) - SCHUFA veröffentlicht im Risiko- und Kredit-Kompass 2021
Analysen zum Kredit- und Konsumverhalten von Verbrauchern in Deutschland für das
Jahr 2020 // Rückzahlungsquote auf konstant hohem Niveau // Kein Anstieg der
Zahlungsstörungen und Insolvenzen // Regionale Unterschiede im Zahlungsverhalten
erkennbar // Nord-Süd-Gefälle auch beim Privatverschuldungsindex

Auch im wirtschaftlich schwierigen Corona-Jahr 2020 zahlten Verbraucher ihre
Ratenkredite sehr zuverlässig zurück: Wie in den beiden Vorjahren wurden 97,9
Prozent der Kredite ordnungsgemäß bedient. Das ist das Ergebnis des SCHUFA
Risiko- und Kredit-Kompass 2021. Die Studie bildet das Zahlungsverhalten der
Verbraucher in Deutschland für das Jahr 2020 ab, inklusive regionaler
Auswertungen bis hinunter auf Kreisebene.

"Seit mehr als einem Jahr bestimmt die Corona-Pandemie den Alltag der Menschen
in Deutschland. Doch die deutsche Wirtschaft zeigt sich bisher äußerst
widerstandsfähig. Auch die Welle von Überschuldungen und Privatinsolvenzen, die
in der öffentlichen Diskussion häufig beschworen wird, ist bisher ausgeblieben",
sagt Dr. Ole Schröder, Mitglied des Vorstands der SCHUFA Holding AG. Dies liege
zum einen an den umfassenden Hilfsmaßnahmen der Bundesregierung - aber auch an
dem im internationalen Vergleich sehr stabilen deutschen Kreditsystem: "Das
Rückzahlungsverhalten der Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland ist
auch in der Corona-Krise auf konstant hohem Niveau. Das zeigen nicht nur unsere
Auswertungen für das Jahr 2020, sondern auch die ganz aktuellen Zahlen auf
unserem Corona-Dashboard. (https://www.schufa.de/ueber-uns/verantwortung/schufa-
risiko-kredit-kompass/schufa-risiko-kreditkompass.jsp) "

Über 90 Prozent der Menschen in Deutschland haben eine positive Kreditbiographie

Zu 91 Prozent der Verbraucher über 18 Jahren in Deutschland hatte die SCHUFA
2020 ausschließlich sogenannte Positivinformationen gespeichert. Zu der
überwiegenden Mehrheit der Menschen in Deutschland liegen demnach keine
Informationen zu Zahlungsstörungen vor. Die SCHUFA hatte 2020 zu insgesamt neun
Prozent der Verbraucher in Deutschland mindestens ein weiches oder hartes
Negativmerkmal gespeichert - darunter zum Beispiel Informationen zu fälligen,
gemahnten und unbestrittenen Forderungen oder Informationen zu einem
Verbraucherinsolvenzverfahren. Der leichte Rückgang der Vorjahre setzt sich
weiter fort (2019: 9,1 Prozent; 2018: 9,2 Prozent).

Regionale Unterschiede bei den Zahlungsstörungen erkennbar

"Unsere Analysen zeigen, dass sich die regionalen Unterschiede bei
Zahlungsstörungen der vergangenen Jahre weiter verfestigt haben. Örtliche
Unterschiede im Zahlungsverhalten, die mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie
in Verbindung gebracht werden können, sehen wir aktuell jedoch nicht. Die Lage
ist stabil," so Ole Schröder.

Der regionale Vergleich zeigt, dass in den südlichen Bundesländern Bayern und
Baden-Württemberg 2020 am wenigsten Zahlungsschwierigkeiten zu verzeichnen
waren. Der Anteil der Personen, zu denen die SCHUFA (mindestens) ein
Negativmerkmal gespeichert hatte, erreichte in Bayern 6,6 Prozent, in
Baden-Württemberg waren es 7,1 Prozent (gegenüber 9 Prozent im
Bundesdurchschnitt). In Hessen, Niedersachsen, Brandenburg, Thüringen und
Sachsen lagen die Anteile der Personen mit Zahlungsschwierigkeiten 2020 knapp
unter dem gesamtdeutschen Durchschnitt, in Rheinland-Pfalz erreichte der Anteil
genau den Bundesdurchschnitt.

In Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt lagen die Anteile der Personen mit
Zahlungsschwierigkeiten mindestens einen Prozentpunkt über dem
Bundesdurchschnitt. In Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg, im Saarland und in
Schleswig-Holstein verzeichnet die Studie ebenfalls eine überdurchschnittliche
Anzahl von Verbrauchern mit mindestens einem Negativmerkmal. In den
Bundesländern Bremen und Berlin war der Anteil der Menschen mit
Zahlungsschwierigkeiten auch 2020 am höchsten.

Interaktive Karten finden sich auf dem Corona-Dashboard (https://www.schufa.de/u
eber-uns/verantwortung/schufa-risiko-kredit-kompass/schufa-risiko-kreditkompass.
jsp) .

Nord-Süd-Gefälle auch beim Privatverschuldungsindex

Der von der SCHUFA entwickelte Privatverschuldungsindex (PVI) ist eine
statistische Kennzahl, die zeigt, wie stark kritische Anzeichen der privaten
Verschuldung in einzelnen geographischen Regionen Deutschlands ausgeprägt sind.
Darunter fallen zum Beispiel offene oder erledigte Negativ-Merkmale sowie
Insolvenzinformationen. Für den PVI gilt: Je niedriger der Wert, desto besser.
Der PVI ermöglicht zudem Prognosen für die zukünftige Entwicklung der privaten
Verschuldung in Deutschland.

Die Entwicklung des PVI für Gesamtdeutschland war im Zeitraum 2019 bis 2020
positiv, da sowohl die Anzahl der insgesamt bei der SCHUFA gespeicherten
Negativmerkmale als auch der Privatinsolvenzen rückläufig ist. Der PVI
verbesserte sich 2020 um 60 Punkte auf 931 Punkte.

Insgesamt zeigt die Auswertung für die Bundesländer eine positive Entwicklung -
also einen sinkenden PVI. Wie in den vergangenen Jahren zeigt sich allerdings
auch hier ein Nord-Süd-Gefälle: So wiesen die Bundesländer Bayern und
Baden-Württemberg die niedrigsten und damit besten Indexwerte auf. Das bedeutet,
dass dort die Überschuldungsgefahr für Privatpersonen am geringsten war. Am
unteren Ende der Ränge befanden sich 2020 Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und
Sachsen-Anhalt. Diese Bundesländer weisen die höchsten PVI-Werte auf.

Für das laufende Jahr 2021 prognostiziert die SCHUFA einen gesamtdeutschen
PVI-Wert von 855 Punkten, was einer Verbesserung um 8,2 Prozent entspricht.
Allerdings kennzeichnet eine bisher kaum gekannte Dynamik den Verlauf und die
Bekämpfung der Pandemie, in deren Folge sich die wirtschaftlichen
Rahmenbedingungen und damit die finanzielle Betroffenheit einzelner
Bevölkerungsgruppen schnell ändern kann. Darüber hinaus haben viele Verbraucher
möglicherweise ihre Privatinsolvenz herausgezögert, um von einer für Schuldner
vorteilhafteren Verkürzung des Insolvenzverfahrens zu profitieren, so dass es zu
einer steigenden Zahl an Privatinsolvenzen im aktuellen und im kommenden Jahr
kommen kann.

Interaktive Karten findet sich auf dem Corona-Dashboard (https://www.schufa.de/u
eber-uns/verantwortung/schufa-risiko-kredit-kompass/schufa-risiko-kreditkompass.
jsp) .

Kleinkredite werden wieder stärker nachgefragt

2020 hat sich der seit längerem rückläufige Anteil der Kleinkredite von bis zu
1.000 Euro erstmals wieder erhöht und lag bei 19,9 Prozent aller neu
abgeschlossenen Ratenkredite (2019: 17,6 Prozent). Allerdings blieb der Anteil
der hohen Kreditsummen von mehr als 10.000 Euro mit 43,7 Prozent weiterhin mit
Abstand der größte Anteil an den neu abgeschlossenen Ratenkrediten - ein
konstanter Wert gegenüber dem Vorjahr.

"Der große Anteil an hohen Kreditsummen zeigt, dass Ratenkredite in Deutschland
häufig der Anschaffung größerer langlebiger Konsumgüter dienen. Dass 2020
allerdings der Anteil der kleinen Kredite von bis zu 1.000 Euro wieder gestiegen
ist, lässt einen "Lockdown-Effekt" vermuten" interpretiert Ole Schröder "Da auch
der Online-Handel aufgrund der Schließungen des stationären Handels boomte,
wurden die hier oft angebotenen Finanzierungen auch häufiger nachgefragt"

Die 2020 stärker nachgefragten Kleinkredite beeinflussen auch die
durchschnittliche Kredithöhe. Diese ist 2020 im Gegensatz zu den Vorjahren nur
noch leicht um 2,2 Prozent auf 12.988 Euro gestiegen. 2019 nahm sie gegenüber
2018 noch um 14,1 Prozent zu (2018: 11.140 Euro; 2019: 12.710 Euro).

Den kompletten SCHUFA Risiko- und Kredit-Kompass 2021 mit weiteren Auswertungen
zum Kreditverhalten der Verbraucher in Deutschland, sowie begleitendes
Pressematerial finden Sie in unserem Pressebereich.
(https://www.schufa.de/ueber-uns/presse/pressemitteilungen/)

Interaktive Karten zu den regionalen Auswertungen finden Sie auf dem
Corona-Dashboard (https://www.schufa.de/ueber-uns/verantwortung/schufa-risiko-kr
edit-kompass/schufa-risiko-kreditkompass.jsp) .

Aktuelle Zahlen zur Entwicklungen im Kredit- und Rückzahlungsverhalten von
Verbrauchern und Unternehmen in der Corona-Krise veröffentlicht die SCHUFA
online im Corona-Dashboard (https://www.schufa.de/ueber-uns/verantwortung/schufa
-risiko-kredit-kompass/schufa-risiko-kreditkompass.jsp) .

Pressekontakt:

SCHUFA Holding AG
Media Relations, Kommunikation & Online-Marketing
Sabine Bernstein
Anna-Lena Rawe
Kormoranweg 5
65201 Wiesbaden
Tel.: +49 611 - 92 78-888
Fax: +49 611 - 92 78-887
E-Mail: mailto:presse@schufa.de

Weiteres Material: http://presseportal.de/pm/25316/4918022
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