Bayerische Motoren Werke AG
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ROUNDUP: Bosch eröffnet Chipfabrik in Dresden - Produktion startet frĂŒher

07.06.2021 um 16:34 Uhr

DRESDEN (dpa-AFX) - Hightech made in Sachsen: Der Technologiekonzern Bosch hat in Dresden seine neue Halbleiterfabrik eröffnet. "Mit Hilfe von kĂŒnstlicher Intelligenz heben wir in Dresden die Produktion von Halbleitern auf ein neues Level", sagte Bosch-Chef Volkmar Denner am Montag. KĂŒnftig will das Unternehmen in der sĂ€chsischen Landeshauptstadt auf 300-Millimeter-Wafern Chips fĂŒr das Internet der Dinge und die Automobilindustrie fertigen. Das Werk lĂ€uft vollstĂ€ndig digitalisiert und vernetzt. Langfristig sollen rund 700 ArbeitsplĂ€tze am Standort entstehen, derzeit sind es 250 BeschĂ€ftigte.

Bosch will die Produktion bereits im Juli starten - ein halbes Jahr frĂŒher als geplant. ZunĂ€chst sollen die fertigen Halbleiter in Bosch-Elektrowerkzeugen zum Einsatz kommen, im September soll dann die Chip-Produktion fĂŒr die Autoindustrie starten. "Wir tragen durch den vorgezogenen Anlauf dazu bei, dass der Druck etwas reduziert wird", sagte Denner mit Blick auf die weltweite Knappheit an Halbleitern. Vorwiegend fertigt Bosch fĂŒr den eigenen Bedarf.

Viele Autobauer und Elektronikhersteller kĂ€mpfen derzeit damit, dass nicht genĂŒgend Chips auf dem Markt zur VerfĂŒgung stehen. Denner ging davon aus, dass die Industrie noch "schwierige Monate" vor sich habe, sich die Situation aber 2022 nach und nach wieder normalisiere.

Die aktuelle Halbleiterknappheit entstand unter anderem angesichts der sprunghaft gestiegenen Nachfrage bei Notebooks und anderer Computer-Technik in der Corona-Pandemie. Zuletzt litten besonders die Autobauer darunter: Diverse Hersteller mussten zeitweise ihre Produktion anhalten, darunter auch Daimler , BMW und Audi.

Die EngpĂ€sse auf dem Halbleitermarkt erschwerten die wirtschaftliche Erholung nach der Corona-Krise, erklĂ€rte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei der digitalen Eröffnungsfeier. "FrĂŒher galt Öl als Lebenselixier einer Volkswirtschaft und heute sind wir dringender denn je auf Halbleiter angewiesen." Deutschland und Europa mĂŒssten daher auf mehr SouverĂ€nitĂ€t hinarbeiten und bei der SchlĂŒsseltechnologie zu Asien und den USA aufschließen. Sie verwies auf ein zweites EU-Förderprogramm fĂŒr die Mikroelektronik, das derzeit ausgehandelt werde.

Von der ersten Auflage des Programms hat die Bosch-Fabrik profitiert: Der Neubau in Dresden wurde vom Bund mit rund 140 Millionen Euro im Rahmen des europĂ€ischen Beihilfe-Programms IPCEI fĂŒr die Mikroelektronik unterstĂŒtzt. Europa mĂŒsse zwar nicht nach Autarkie streben, betonte Bosch-Chef Denner. "Aber es darf auch nicht abhĂ€ngig von der ökonomischen und technologischen Kraft anderer Weltregionen sein." Eine neue Chipfabrik könne das Problem zwar nicht lösen, sei aber ein Beitrag.

Rund eine Milliarde Euro hat Bosch auf einem rund 100 000 Quadratmeter großen Areal in der NĂ€he des Dresdner Flughafens investiert - nach eigenen Angaben die grĂ¶ĂŸte Investition der Firmengeschichte. Auf die hauchdĂŒnnen Siliziumscheiben, sogenannte Wafer, passen mehr als 30 000 einzelne Chips, die spĂ€ter etwa in Elektro- oder Hybridfahrzeugen zum Einsatz kommen.

Das neue Halbleiterwerk arbeitet mit Hilfe von Robotern und KĂŒnstlicher Intelligenz: Unentwegt werden Daten gesammelt, geprĂŒft und ausgewertet. Im Werk entstehen dadurch pro Sekunde Produktionsdaten mit einem Umfang von umgerechnet 500 Textseiten. Der Einsatz von KĂŒnstlicher Intelligenz soll die Prozesse schneller und effektiver machen.

Bosch unterhĂ€lt bereits eine Chip-Fabrik in Reutlingen bei Stuttgart, die 2010 eröffnet wurde. Die dort hergestellten Halbleiter basieren aber auf einer anderen Technologie. Das Unternehmen kĂŒndigte an, rund 50 Millionen Euro in den Ausbau des Reinraums in dem Reutlinger Werk investieren zu wollen.

Mit der Neuansiedlung wĂ€chst auch das sogenannte Silicon Saxony: Mit den großen Chipfabriken von Infineon und Globalfoundries ist Dresden bereits einer der wichtigsten Halbleiterstandorte in Europa. Laut Branchenverband gibt es in Sachsen derzeit rund 2500 Unternehmen mit mehr als 70 000 BeschĂ€ftigten in der Branche./raz/DP/fba

Bayerische Motoren Werke AG Chart
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