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ROUNDUP/Bericht: Mehr Unruhen und weniger Frieden in Zeiten der Pandemie

17.06.2021 um 06:35 Uhr

LONDON (dpa-AFX) - Die Welt ist nach einem aktuellen Bericht in Zeiten der Pandemie konfliktreicher geworden. Das ist das zentrale Ergebnis des jĂ€hrlichen Global Peace Index, den das Institute for Economics and Peace am Donnerstag in London fĂŒr 2020 veröffentlichte. Damit hat sich die Friedenssituation im Schnitt zum neunten Mal in zwölf Jahren verschlechtert.

Der GrĂŒnder des Instituts, Steve Killelea, macht die Corona-Pandemie fĂŒr eine VerschĂ€rfung der Lage verantwortlich: "Obwohl das Niveau von Konflikten und Terrorismus im Jahr 2020 insgesamt gesunken ist, haben politische InstabilitĂ€t und gewalttĂ€tige Demonstrationen zugenommen", so Killelea. "Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie werden weitere Unsicherheiten schaffen, insbesondere fĂŒr LĂ€nder, die bereits vor der Pandemie Probleme hatten." Voraussichtlich werde die Erholung auch sehr unterschiedlich verlaufen. Das könnte das Risiko fĂŒr eine weitere Vertiefung der GrĂ€ben bergen.

Insgesamt registrierte der Global Peace Index zwischen Januar 2020 und April diesen Jahres weltweit mehr als 5000 gewaltsame Ereignisse im Zusammenhang mit der Pandemie. 25 LÀnder verschlechterten sich in der Kategorie gewaltsame Demonstrationen, wÀhrend sich nur acht Staaten verbesserten. Am verheerendsten war die Lage in Belarus, Myanmar und Russland, wo Demonstrierende bei Protesten gewaltsam bekÀmpft wurden.

In den USA nahm im untersuchten Zeitraum besonders stark die Zahl der zivilen Unruhen zu - allerdings nicht nur bedingt durch die Pandemie, sondern auch etwa im Rahmen der "Black Lives Matter"-Proteste oder bei der ErstĂŒrmung des Kapitols in Washington - Letzteres allerdings erst im Januar 2021.

Die Mordrate, die TodesfĂ€lle durch Terrorismus und auch die Wahrnehmung von KriminalitĂ€t ist in sehr vielen LĂ€ndern der Welt hingegen deutlich gesunken, wobei es auch hierbei extreme regionale Unterschiede gibt. In Afghanistan, Brasilien, SĂŒdafrika und Mexiko etwa gab weiterhin mehr als die HĂ€lfte der Bevölkerung Gewalt als grĂ¶ĂŸtes Risiko fĂŒr die eigene Sicherheit im tĂ€glichen Leben an.

Afghanistan gilt in dem Bericht als das am wenigsten friedliche Land der Erde - gefolgt vom Jemen, Syrien, SĂŒdsudan und dem Irak. Island wurde dagegen erneut als das friedlichste Land der Welt eingestuft - und verteidigt diesen Platz bereits seit 2008.

Europa als Region bleibt ebenfalls nach diesem Index die friedlichste der Welt. Allerdings hÀlt der Bericht fest, dass auch hier die politische InstabilitÀt zugenommen hat./swe/DP/zb

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